Das Umweltbundesamt (UBA) beklagt, dass Deutschland die europäische Sammelquote von 65 Prozent auch 2019 verfehlt hat, denn die angefallenen 947.067 Tonnen Elektroschrott entsprechen nur 44,3 Prozent der Gesamtmenge. Durch die Neuregelung soll die Entsorgung von Altgeräten erleichtert werden, da sie gleich mit dem Wocheneinkauf erledigt werden kann und keine gesonderte Fahrt zum Wertstoffhof erfordert.

Illegaler Export

Jugendlicher verbrennt Elektroaltgeräte in Agbogbloshie, Accra (Ghana) © IMAGO / photothek
Jugendlicher verbrennt Elektroaltgeräte in Agbogbloshie, Accra (Ghana) © IMAGO / photothek

Ein weiteres, großes Problem stellt der illegale Export des Elektroschrotts in Länder wie Nigeria, Ghana Indien oder Südafrika dar, die kein professionelles Recycling bieten können. Dazu reicht ein Blick nach „Agbogbloshie“, der größten Elektroschrottdeponie Afrikas, wo Menschen der angrenzenden Slums ihre Gesundheit und die Umwelt aufs Spiel setzen, um ihr Überleben zu sichern. Sie entmanteln Kupferkabel durch Hitze, was giftige Dämpfe freisetzt, oder gewinnen andere Wertstoffe, indem sie ohne jegliche Schutzkleidung Komponenten in Säurebädern auflösen.

Sämtliche Schadstoffe versickern im Boden, weshalb die Deponie zu den zehn verseuchtesten Umweltbrennpunkten der Erde zählt. Und während es wichtig ist, den illegalen Export zu unterbinden, zählt eben auch der Einsatz jedes einzelnen Konsumentens und jeder einzelnen Konsumentin, Elektrogeräte entweder selbst möglichst lange zu nutzen, über entsprechende Plattformen weiterzuverkaufen, zu spenden oder im Falle des Defekts bei kommunalen Sammelstellen oder im Handel abzugeben, auf keinen Fall jedoch an dubiose Schrottsammler.

Kaufentscheidungen haben Auswirkungen

Trotz allem sind natürlich weder das Kaufen noch das Sparen verboten, wichtig ist dabei nur, sich bewusst zu machen, ob man damit der Umwelt unnötig schadet. Verbraucher:innen können mit ihren Kaufentscheidungen Hersteller:innen unterstützen, die bei der Produktion ihrer Waren verantwortungsvoll und nachhaltig mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen und eine lange Nutzung auf hohem Qualitätsniveau ermöglichen. Auch deshalb setzt sich der WWF für ein starkes Lieferkettengesetz ein, das die nötige Transparenz für Verbraucher:innen bietet. Übrigens gibt es am Samstag nach dem Black Friday den sogenannten Kauf-nix-Tag (Buy Nothing Day), der in über 60 Ländern stattfindet und auf Konsum- und Wachstumskritik hinweisen möchte. Während am Kauf-nix-Tag radikaler Verzicht geübt werden soll, gibt es auch Initiativen von nachhaltig arbeitenden Unternehmen, den sinnvollen Konsum an bestimmten Tagen anzukurbeln. Dafür gibt es beispielsweise den Green Friday als Gegenmodell zum Black Friday, aber auch den White Monday oder den Giving Tuesday.

Für eine nachhaltige Wirtschaft, die die Belastbarkeitsgrenzen des Planeten respektiert, braucht es eine Transformation hin zu ressourcenschonenden, klimafreundlichen und sozialverträglichen Produkten und Geschäftsmodellen. Der WWF bewegt Branchen und fordert Firmen auf, mehr Verantwortung zu übernehmen. Um umweltfreundliche Ansätze zu fördern, den ökologischen Fußabdruck zu verringern und positive Umweltwirkung zu erzielen, arbeitet der WWF darüber hinaus mit ausgewählten Unternehmen zusammen.

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