Bei 20 bis 25 Grad fühlen sich Stechmücken am wohlsten. Die meisten Menschen auch. An feucht-warmem Sommerabenden muss man mit ganzen Armeen von Mücken rechnen. Dann fühlen sich die meisten Menschen nicht mehr wohl und fuchteln in wildem Furor. Oder sprühen reichlich Chemie. Beides nicht gut für einen schönen Abend. Was also tun?
Stechmücken möchte niemand um sich haben, nicht einmal der größte Tierfreund. Doch was hilft wirklich gegen die Plagegeister? Wir verraten, mit welchen Mitteln sich Mücken vertreiben lassen. Ohne Chemie. Ohne Gewalt. Außerdem erfahren Sie, wann Mücken mehr als nur lästig sein können.
Mücken bekämpfen heißt Nachwuchs vermeiden
Grundsätzlich gilt, zunächst die Vermeidungsstrategie zu nutzen: Mücken legen ihre Eier in großer Zahl in die kleinsten Wasserstellen. Es reicht ihnen die kleinste Pfütze, um darin Unmengen an Nachwuchs abzulegen.
Damit die Blutsauger möglichst wenige Brutstätten in der Nähe der eigenen Wohnung vorfinden: Eimer oder Schüsseln auf dem Balkon, den Grill auf der Terrasse steht, den Schubkarren – schlicht alles – umdrehen, damit sich darin kein Wasser sammeln kann. Auch Bodenabläufe auf dem Balkon oder der Terrasse sollten nicht mit Blättern oder Ähnlichem verstopft sein. Vogeltränken und Unterteller von Pflanztöpfen sollten regelmäßig gereinigt und das Wasser ausgetauscht werden. Einmal die Woche reicht.
Die Hauptbrutstätte für Stechmücken am Haus ist die Regentonne. Auf diese sollte ein Insektenschutzgitter aus Kunststoff, fixiert mit einem Verschlussring. So gelangt zwar Wasser in die Tonne, aber keine Stechmücke zur Eiablage.
Bei aller Wut auf die fiesen Blutsauger sollte man nicht vergessen: Die Mückenlarven sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette für Insekten, Spinnen, Vögel, Fische und andere Insektenfresser.
Diese Pflanzen vertreiben die Mücken
Mückenmittel enthalten meist Stoffe wie zum Beispiel DEET. Diese können Haut, Augen und Lunge reizen. Es gibt jedoch Alternativen, um Stechmückenplage zu vergraulen. Dazu gehört die richtige Balkonbepflanzung: Pflanzen wie Lavendel, Tomaten, Katzenminze, Basilikum, Zitronenmelisse oder Duftpelargonien sind für Stechmücken ein Graus.
Das Schöne dabei: Für die immer weniger werdenden Schmetterlinge sind die Pflanzen ein wahrer Magnet.
Mückenmittel ohne Chemie
Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Kerzen, Ölen für Duftlampen und ähnlichen Mitteln, die Mücken verscheuchen sollen. Es ist eine Frage des Geruchs. Auch halbierte Zitrusfrüchte, die mit Gewürznelken gespickt sind und auf der Fensterbank stehen, mögen die kleinen Quälgeister nicht.
Licht aus hilft nicht gegen Mücken. Aber Duschen.
Stechmücken werden nicht vom Licht angezogen – das ist ein Irrglaube. Sie wittern unseren Geruch und das Kohlendioxid, das wir beim Atmen ausstoßen. Auch süße, blumige Parfums sowie die beim Schwitzen gebildete Milchsäure ziehen Stechmücken magisch an. Duschen kann Wunder wirken, am besten noch mit einem zitrushaltigen Duschgel. Ein aufgestellter Ventilator verweht die Fährte und der Luftzug erschwert das ungestörte Blutsaugen.
Insektenschutzgitter sperren die Quälgeister aus. An Fenstern und Türen halten sie den Großteil der Tiere zumindest aus der Wohnung fern. Und Mückennetze über dem Bett sorgen zudem für erholsamen Schlaf ohne Surren und Jucken.
Kleidung: Weiß und wallend mögen Mücken nicht
Black is beautiful. Das finden auch Stechmücken. Deshalb auf helle und lockere Kleidung setzen. Mücken attackieren vor allem die tiefsten Punkte des Körpers. Socken über die Hosenbeine zu ziehen sieht vielleicht nicht hip aus, aber Stiche am Bein sind aber auch nicht schön. Das hilft übrigens auch gegen Zeckenbisse.
Der Feind meines Feindes ist mein Freund
Wie immer in der Ökologie ist es nicht die Bekämpfung einer einzelnen Art, die deren Überhandnehmen verhindert, sondern das Zusammenwirken vieler Arten. Wer also weniger Mücken möchte, muss sich mit ihren Feinden verbünden. Wer Frösche und Fische im Gartenteich hält, hat in der Regel keine Probleme mit Stechmücken. Auch Libellen, Schwimmkäfer, Rückenschwimmer und Wasserkäfer ernähren sich gerne von den Mückenlarven.
Stechmücken bekämpfen mit biologischer Schädlingsbekämpfung? Dies bitte nicht!
Es gibt Bakterien, die als biologische Insektizide eingesetzt werden. Doch Vorsicht: Der Bacillus thuringiensis israelensis zum Beispiel ist wegen seiner Auswirkungen auf andere Lebewesen und damit auf ganze Ökosysteme umstritten. Bitte lassen!
Manche Menschen schütten auch Öl oder Spülmittel ins Wasser, damit sich die Mückenlarven sich nicht mehr zum Atmen an der Wasseroberfläche halten können. Keine gute Idee! Denn auch die nützlichen Insekten, von denen es in der Regentonne eine ganze Menge gibt, werden dadurch getötet.
Übrigens: UV-Lampen, die Insekten anlocken und dann verbrennen, sind im Freien inzwischen verboten.
Und was tun bei Mückenstichen?
Stiche sind ärgerlich und ja, sie jucken. Kühlen tut gut. Und schon Oma wusste: Spucke drauf. Das kühlt den Einstich und das darin enthaltene Protein Histatin unterstützt die Wundheilung. Kratzen ist hingegen die schlechteste Idee: Es verschlimmert den Juckreiz, verlängert die Heilung und kann zur Entzündung des Mückenstichs führen.
Sind Mücken gefährlich?
Eine invasive Tigermücke oder doch die harmlose Ringelmücke, wer weiß das schon? Die heimischen Stechmücken haben in den letzten Jahren leider Gesellschaft bekommen. Auch einige tropische Mückenarten fühlen sich inzwischen auch in Deutschland wohl. Mittlerweile sind 50 verschiedene Arten nachgewiesen. Fest etabliert haben sich hierzulande die Asiatische Tigermücke, die Asiatische Buschmücke und auch die Koreanische Buschmücke.
Einige sind ein bisschen mehr als nur lästig. Sie können auch die verschiedensten Krankheiten übertragen. Aber keine Panik: Stechmücken sind aber nicht automatisch mit Krankheitserregern infiziert. Erst wenn sie einen Wirt anzapfen, der Krankheitserreger in sich trägt, können sich die Mückenweibchen anstecken und den Erreger beim nächsten Stich weitergeben — wie biespielsweise das Virus des Dengue-Fiebers. Dengue breitet sich laut WHO ungewöhnlich stark aus, vor allem in Amerika.
Dementsprechend sind auch immer mehr Reiserückkehrer infiziert. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gab es in den ersten 17 Wochen des Jahres 737 Denguefieber-Fälle – eine Zunahme von 324 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, von Mücken infiziert zu werden, immer noch gering. Aber eben nicht Null.
Was schwirrt denn da? Mithelfen!
Wer genau wissen will, welche Mückenart zu Hause herumschwirrt: Mücken fangen und an das Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg schicken. Dort wird das jeweilige Tier bestimmt und die Ergebnisse fließen in den bundesweiten Mückenatlas ein. „Jede Mücke zählt“ lautet dessen Motto.
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