Zecken lauern auf Halmen, auf Blättern, auf losem Laub — und warten. Lange, oft sehr lange. Einige der Blutsauger können Jahre ohne Nahrung überleben. Den Rekord hält die Art Ornithodoros papillipes. Sie kann bis zu elf Jahre warten. Kommt dann ein geeigneter Wirt wie Mensch, Hund oder Pferd vorbei, wittert die Zecke ihre Chance. Sie ist wahrscheinlich in der Lage, mögliche Wirte über Entfernungen von 10–15 Metern wahrzunehmen. Über das Haller’sche Organ an den Vorderbeinen kann sie chemische Substanzen in Atem oder Schweiß feststellen. Die Zecke lässt sich abstreifen und klammert sich am Wirt fest.
Die Zecke krallt sie sich an Schuhen, Hosen oder direkt an der Haut fest und sucht eine gut durchblutete Stelle. Dann sticht sie zu und saugt. Und saugt. Viele Tage, ungestört sogar Wochen. Der Zecken-Körper kann dabei auf das Zwanzigfache des ursprünglichen Volumens und das Hundertfache des Gewichts anschwellen.