Die Deutschen haben eine enge Beziehung zu ihrem Wald. Er ist Sehnsuchtsort, Kraftgeber und Abenteuerland zugleich. Während der Pandemie hat der Wald als Erholungsort an neuem Wert gewonnen. Wussten Sie, dass 40 Millionen Menschen in Deutschland gerne wandern? Gerade die Spätsommer- und Herbstmonate sind für Viele die schönsten Wandermonate: goldene Sonnenuntergänge, farbenprächtiges Herbstlaub und erfrischende Luft. Letzten Herbst rief der WWF dazu auf, nach draußen zu gehen, die Natur zu erleben und damit die Natur zu schützen – bei der HerbstwunderWanderung. Wir lassen unsere Leser:innen von ihren Erfahrungen berichten.

Mittendrin im Vogelschwarm

Tausende Kraniche bei ihrem Flug in der Dämmerung © Imago / blickwinkel McPhoto / M. Schaef
Tausende Kraniche bei ihrem Flug in der Dämmerung © Imago / blickwinkel McPhoto / M. Schaef

Wiebke und Marieke

57.711 Kraniche. Ein Vogelschwarm wie in Afrika – und das mitten auf dem platten Land in Brandenburg. Ja, das gibt es! Was viele nicht wissen: Tausende Zugvögel machen jedes Jahr Halt in den Wald- und Wiesengegenden, ganz in der Nähe von Berlin.  

Menschen tummeln sich am Straßenrand, große Kamera-Objektive überall – und wir mittendrin. Mit im Gepäck haben wir unsere Freund:innen. Von allein wären sie nicht auf die Idee gekommen, die Stadt zu verlassen, um dieses Naturspektakel vor der Haustür anzuschauen.  

Im Herbst ist im kleinen Ort Linum Kranichsaison. 70.000 bis 90.000 Kraniche sind in der Region zu beobachten. Tagsüber sind sie auf den umliegenden Felden verstreut und suchen Futter. Jeden Abend kommen Sie mit Anbruch der Dämmerung zu den großen Teichen und Feuchtgebieten, um sich einen Schlafplatz zu ergattern.  

Mal kommen sie nur zu zehnt angeflogen, mal in einer Schar aus Hunderten. Sie kommen aus allen Richtungen. Das klassische Vogel-V, die typische Formation, in denen die Vögel fliegen, ist allgegenwärtig am Abendhimmel. Wahrlich beeindruckend!

Übrigens: Kraniche brüten bei uns häufig in Erlenbruchwäldern und Feldgehölzen in feuchten Senken.

Am Ende des Tages fahren wir alle glücklich, erfrischt und mit jeder Menge Eindrücke nach Hause. Dankbar, diese Natur erleben zu dürfen, haben wir noch alle etwas gespendet – über unsere Online-Spendenaktion. Denn wir sind fest davon überzeugt, dass jeder etwas für den Naturschutz leisten kann – auch wenn der Spendenbetrag noch so klein ist.

Wandertipps vom WWF-Experten

Wie wäre es mit einem Spaziergang im Urwald von morgen, dem Thüringer Wald? Oder einer Wattwanderung an der Nordsee? Es gibt viele tolle Gegenden in Deutschland, in denen sich wandern lässt, auch auf den Flächen des WWF.  

Eine Wanderung ist leicht selbst organisiert. Wer Ideen oder Hilfe braucht, kann gern auf der WWF-Webseite vorbeischauen. Wir kennen auch andere Gegenden gut und geben gerne Tipps zur Wandergestaltung.  

Wichtig ist, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen. Einfach mal stehen bleiben und aktiv zuhören und gucken. Dann fallen einem so viele Sachen auf. Spechthöhlen, der Gesang der Vögel, die Äste, Blätter an den Bäumen oder auf dem Weg ... Man kann so viel in der Natur erleben, wenn man sich einmal richtig auf sie einlässt. Gut ist natürlich, jemanden in der Gruppe zu haben, der sich etwas auskennt. Wichtig für den Naturschutz sind nämlich auch Artenkenner. Denn nicht nur die Arten sterben aus, sondern auch die Artenkenner. 

Worauf man achten sollte: schöne Gebiete aufsuchen, auf den Wegen bleiben und am besten erst gar keinen Müll mitnehmen. Lieber Butterbrotdose und Wasserflasche einpacken, und dann kann es losgehen. Tipp: Fernglas, Lupe und Becherlupe. Dann kann man die kleinen und großen Dinge auf sich wirken lassen. 

Waldwandern in den Buchenwäldern im Müritz-Nationalpark © Imago / Andreas Vitting
Waldwandern in den Buchenwäldern im Müritz-Nationalpark © Imago / Andreas Vitting

Zwischen Dünen, Wald und Sandbank

Wanderung am Wattenmeer © Karoline Goethe
Wanderung am Wattenmeer © Karoline Goethe

Laura

Laura wanderte durch eine Gegend, die man erstmal nicht direkt mit Wald verbindet: St. Peter Ording, am Rande und im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.  

„Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein machen wir uns dann gemeinsam auf den Weg und laufen als erstes durch das Dünenwäldchen, mit seinen teils windschiefen Kiefern und werden von kühler Waldluft empfangen. Wir folgen dem kleinen Kiesweg bis zur Aussichtsplattform Maleens Knoll. […] Wir steigen die Stufen bis hoch zur Plattform hinauf und werden mit einem unglaublichen Rundumblick auf das umliegende Dünengebiet belohnt. […] Nach diesem Abstecher folgen wir weiter dem kleinen Pfad durchs herbstliche Dünental. Wir überqueren die mit Strandhafer bewachsene Weißdüne und erreichen den Übergang zum Strand, der eigentlich eine Sandbank ist. Diese schmiegt sich in St. Peter Ording direkt an die Küste. Daher gibt es hier einen zwölf Kilometern langen Sandstrand.“

Wie uns Wildnis hilft, den Wald zu retten

Eine ganz andere „Wanderung“ unternahm Niklas im letzten Jahr. Er machte sich auf in den Schwarzwald, um mehr über diesen Naturschatz Deutschlands zu erfahren und wie Bannwälder dabei helfen, einen Wald von morgen zu entwickeln.

Mitmachen und teilen: #HerbstwunderWanderung

Die Natur vor unserer Haustür, egal ob am Meer oder in den Bergen, zeigt sich im goldgelben Herbst von ihrer schönsten Seite. Wir laden Sie dazu ein, eine Spendenwanderung zu organisieren und in die Natur zu gehen. Schnappen Sie sich Ihre Freunde, Familie und Bekannten. Erkunden Sie gemeinsam die herbstliche Natur und nehmen Sie diese bewusst wahr. Anschließend spendet jeder einen beliebigen Geldbetrag, um ebendiese Vielfalt zu schützen – z. B. 1 Euro pro Kilometer oder einen festen Betrag pro Teilnehmer:in. Jeder Betrag trägt dazu bei, bedrohte Arten und ihre Lebensräume zu retten.  

Mehr dazu unter wwf.de/wandern 

 

Zeigen Sie uns Ihre Entdeckungen, indem Sie Ihre Fotos mit der WWF-Community teilen.  

  • Fotos und Videos bei Facebook-, Instagram- oder Twitter hochladen 

  • Ganz wichtig: Verwenden Sie das Hashtag #HerbstwunderWanderung und taggen Sie uns @wwf_deutschland 

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