Haben Sie gute Vorsätze fürs neue Jahr? Wir hätten da eine Idee, die nicht nur Ihnen, sondern dem ganzen Planeten gut tut. Wie wäre es, im Januar eine komplett (oder überwiegende) pflanzliche Ernährung auszuprobieren? Machen Sie mit beim Veganuary!

Ob Spaghetti Arrabiata, Ofengemüse mit Bratkartoffeln oder ein herzhafter Linseneintopf: Viele Lieblingsgerichte sind vegan, ohne dass wir es merken – und viele andere lassen sich mit kleinen Veränderungen ganz einfach und lecker aus rein pflanzlichen Zutaten zubereiten. Wie wäre es, im Januar ganz bewusst weniger oder sogar gar keine tierischen Produkte zu essen und eine vegane Ernährung auszuprobieren? Denn was wir essen, ist ein gewaltiger Hebel, mit dem wir positiven Einfluss auf Umwelt und Klima, Tierwohl und Artenvielfalt nehmen können.

Was bedeutet eigentlich vegan leben?

Schweinchen kommen für Veganer:innen weder auf den Teller noch in den Kleiderschrank © PahaM / iStock / Getty Images Plus
Schweinchen kommen für Veganer:innen weder auf den Teller noch als Leder in den Kleiderschrank © PahaM / iStock / Getty Images Plus

Wer vegan lebt, isst und verwendet ausschließlich Produkte pflanzlichen Ursprungs. Anders als bei der vegetarischen Ernährung, werden beim Veganismus nicht nur Fleisch und Fisch vom Speisezettel gestrichen, sondern auch alle Lebensmittel, bei deren Erzeugung Tiere beteiligt waren. Dazu gehören zum Beispiel Eier, Milch oder auch Honig.

Vegan leben bedeutet außerdem, auch bei Kleidung, Kosmetik und anderen Dingen des täglichen Lebens das Tierwohl im Auge zu haben und Alternativen ohne tierische Bestandteile zu nutzen.

Wie fängt man am besten mit einer veganen Ernährung an?

Die Vorstellung, von jetzt auf gleich ausschließlich vegan zu essen, kann einschüchternd sein: Was muss man alles beachten, worauf verzichten und was kann man überhaupt noch essen? Lassen Sie sich von solchen Fragen nicht davon abhalten, dem Veganuary eine Chance zu geben. Für alle, die aktuell viele tierische Produkte konsumieren: Fangen Sie mit einem ersten, kleinen Schritt an. Ganz einfach ist es, pflanzliche Milch statt Kuhmilch auszuprobieren. Man muss gar nicht zu 100 Prozent und ausnahmslos vegan essen, um bereits einen Unterschied zu machen. Wer etwas Abwechslung in Gewohnheiten bringt, wird oft positiv von neuen Entdeckungen überrascht: Kaffee und Hafermilch passen zum Beispiel hervorragend zusammen.

Mittlerweile gibt es eine riesige vegane Online-Community und unglaublich viele Rezept-Ideen. Falls Sie sich von Blogs inspirieren lassen oder wissen wollen, wie man tierische Zutaten am besten ersetzt: Geben Sie einfach Ihr Lieblingsessen mit dem Stichwort vegan in die Google-Suche ein, zum Beispiel: „Waffeln vegan“. Sie werden überrascht sein, wie viele Rezepte mit veganen Alternativen es gibt, die bereits von „Profis“ ausprobiert wurden und garantiert schmecken. Der Start in den Veganuary soll schließlich keine Bruchlandung werden, sondern eine kulinarische Bereicherung!

Vegan low budget: Kann man gut essen und Geld sparen?

Sojabohnen sind vielfältig verwendbar: Tofu, Soja-Fleisch, Soja-Milch © Margouillatphotos / iStock GettyImages
Sojabohnen sind vielfältig verwendbar: Tofu, Soja-Fleisch, Soja-Milch © Margouillatphotos / iStock GettyImages

Wer vegan leben möchte, braucht nicht unbedingt einen dicken Geldbeutel. Ganz im Gegenteil: Fleisch ist üblicherweise die teuerste Zutat auf dem Speisezettel! Und wer bereits jetzt auf saisonale und regionale Produkte achtet und am liebsten frische Zutaten einkauft, um selbst zu kochen, weiß: So spart man nicht nur CO2, sondern auch Geld und ernährt sich obendrein ziemlich gesund. Da bleibt dann sogar noch Budget übrig, um sich das ein oder andere besondere Lebensmittel zu gönnen.

Vegane Fertigprodukte kosten natürlich, wie alle Convenience-Produkte, etwas mehr und man sollte sich bewusst machen, dass es auch hier große Unterschiede gibt. Man denke beispielsweise an frischen, handgefertigten Tofu im Vergleich zum Massenprodukt mit Zusatzstoffen und wenig Eigengeschmack. Und genauso gibt es auch vegane Produkte, die durch viele Zusatzstoffe nicht unbedingt gesund sind. Wie bei allen Lebensmitteln lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste und Herkunft.

Vegane Siegel: Wie erkennt man vegane Produkte?

Obst und Gemüse, Reis und Bohnen: Bei vielen Lebensmitteln ist es klar, dass sie vegan sind. Sobald wir verarbeitete Produkte kaufen, wird es schon etwas schwieriger. Selbst beim Blick auf die Zutatenliste sind tierische Bestandteile nicht unbedingt zu erkennen, weil sie nur als Kürzel angegeben sind oder gar nicht erst deklariert werden müssen. Oder hätten Sie gewusst, dass Wein häufig mit Gelatine geklärt wird und deshalb nicht automatisch vegan ist?

Eine Orientierungshilfe beim Einkauf geben Siegel. Das bekannteste und europaweit gültige vegane Siegel ist das V-Label: ein grüner, v-förmiger Pflanzenzweig auf gelbem Untergrund mit dem Schriftzug VEGAN. Auch das schwarze V im blütenförmigen grünen Kreis oder der Schriftzug Vegan, aus dessen V eine Blume sprießt, weisen zuverlässig auf vegane Produkte hin.

Beim Essen unseren Planeten schützen

Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung ist lecker und abwechslungsreich mit Obst, Gemüse, Saaten, Nüssen, Getreide © iStock GettyImages
Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung schützt den Planeten, ist lecker und abwechslungsreich mit Obst, Gemüse, Saaten, Nüssen, Getreide © iStock GettyImages

Den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Flugreisen, Kohlekraftwerken oder auch Palmöl kennt inzwischen fast jede:r. Wie klimawirksam jedoch unsere Ernährungsgewohnheiten sind und welch gigantischen Einfluss wir mit dem, was wir essen, auf den Schutz von Umwelt und Artenvielfalt nehmen können, rückt erst langsam ins Bewusstsein.

Wussten Sie beispielsweise, dass 75 Prozent der Fläche, die für unsere Ernährung benötigt wird, allein für die Produktion von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln genutzt wird? Gerade mal ein Viertel der Fläche wird für Obst und Gemüse, Getreide und andere pflanzliche Lebensmittel verwendet. Gleichzeitig schrumpft die weltweit zur Verfügung stehende Anbaufläche, da die Bevölkerung wächst und sich die Bodenqualität verschlechtert. Um Weideflächen zu schaffen und Soja für Tierfutter anzubauen, wird zudem in großem Maßstab Regenwald, die grüne Lunge unseres Planeten, gerodet. Gleichzeitig entsteht bei der massenhaften Tierhaltung klimaschädliches Methangas, verunreinigt Gülle das Grundwasser.

Tolle Anregungen, wie Flexitarier (also Menschen, die im Grunde alles essen, aber auf einen reduzierten Fleischkonsum achten) und auch Vegetarier mehr pflanzliche Produkte in ihren Speiseplan aufnehmen können und welche positiven Auswirkungen dies für unsere Umwelt, das Klima und die Biodiversität hat, stellt die WWF-Studie „Besseresser:innen – planetarisch-kulinarisch“ vor.

Einfach ausprobieren: Vegan durch den Januar

Lecker vegan essen und nebenbei den Planeten retten © DGLimages / iStock GettyImages
Lecker vegan essen und nebenbei den Planeten retten © DGLimages / iStock GettyImages

Aktuell ist der Fußabdruck, den die Lebensmittelerzeugung global hinterlässt, viel zu groß. Wir leben über unsere Verhältnisse. Der WWF möchte Sie ermutigen, Teil der Ernährungswende zu werden – bevor unsere Erde uns nicht mehr ernähren kann.

Nehmen Sie das neue Jahr zum Anlass, beim weltweiten Neujahrsvorsatz Veganuary mitzumachen. Lassen Sie sich überraschen, wie vielseitig und unkompliziert das ist. Probieren Sie neue Rezepte aus. Interpretieren Sie Ihre Lieblingsgerichte neu und vegan. Stellen Sie dabei womöglich fest, dass die Veränderung auch Ihrem Körper gut tut. Und ganz wichtig: Seien Sie kreativ und haben Sie Spaß dabei!

  • Bio-Gemüse © Andrey Moisseyev / iStock / GettyImages #Eat4Change-Spendenaktion

    Ob vegan im Januar oder fleischfrei zur Fastenzeit: Verbinden Sie Ihre persönliche Challenge mit einer Spendenaktion zum Schutz der Natur. Erfahren Sie mehr