Der weltweite Bedarf an Land, Energie und Holzprodukten steigt, Abholzung und Waldzerstörung schreiten in katastrophalem Tempo voran. Um die wachsende Nachfrage zu befriedigen und gleichzeitig die Wälder intakt zu halten, braucht es Lösungen. Mit der neuen Plattform „Forests Forward“ unterstützt der WWF Unternehmen, Investoren und Gemeinden dabei, die Bewirtschaftung von weltweit 150 Millionen Hektar Wald bis 2030 zu verbessern. Für artenreiche, produktive Wälder.

Holztransport auf dem Transamazonas Highway © Andre Dib / WWF-Brazil
Amazon

Die Weltgemeinschaft hat sich zwar ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Abholzung und Degradierung von Wäldern zu stoppen, degradierte Wälder wiederherzustellen, den Klimawandel aufzuhalten, den globalen Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen und die vielen Millionen Menschen zu unterstützen, deren Lebensunterhalt von den Wäldern abhängt. Aber die Maßnahmen hinken immer noch hinterher.

Den Trend umkehren

Allein in den Tropen und Subtropen gingen in den vergangenen 13 Jahren mehr als 43 Millionen Hektar Wald verloren, so das Ergebnis einer kürzlich vom WWF veröffentlichten Studie. Gleichzeitig zeigt der aktuelle „Living Planet Report“ des WWF einen alarmierenden Rückgang der Populationen von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien in den Wäldern der Welt – durchschnittlich 68 Prozent der Waldbewohner haben wir seit 1970 verloren. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um diesen Trend umzukehren.

Denn die Zukunft unseres Planeten hängt von gesunden, widerstandsfähigen Wäldern ab. Wir brauchen Wälder, um Holz, Zellstoff und Brennstoff herzustellen. Wir brauchen Wälder, um unser Klima zu stabilisieren. Wir brauchen Wälder, um die Versorgung mit Süßwasser sicherzustellen. Und unzählige Arten unseres Planeten brauchen Wälder als Lebensraum. Wälder sind von unschätzbarem Wert – und werden dennoch unterschätzt. Sie zu schützen war noch nie so wichtig wie heute.

Warum Forests Forward?

Chela Umire analysiert indigenes Territorium © Luis Barreto / WWF-UK
Chela Umire analysiert indigenes Territorium © Luis Barreto / WWF-UK

Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir Wälder bewirtschaften. Die WWF-Initiative „Forests Forward“ motiviert Unternehmen, Communities und Organisationen effektive naturbasierte Strategien bereitzustellen und dadurch, die weltweit wachsende Nachfrage nach Holz und forstwirtschaftlichen Produkten durch nachhaltige Waldbewirtschaftung und nachhaltigen Handel zu decken. Beispielsweise durch eine neue Generation von gut geführten Plantagen. Weiterer wichtiger Fokus des Programms: Die Erhaltung und Verbesserung der vielen anderen Leistungen, die Wälder für die Tierwelt, das Süßwasser, das Klima und die Menschen erbringen.

Forests Forward hilft, dort Einfluss zu nehmen, wo es wichtig ist. Dort, wo Veränderungen am dringendsten erforderlich sind: bei der Waldbewirtschaftung, bei verantwortungsvoller Holz-, Zellstoff- und Papierproduktion sowie bei Investitionen in Landschaften, die dazu beitragen, dass die Wälder der Welt weiterhin Raum für die Natur bieten.

Denn Unternehmen und Investoren weltweit sind in einer einzigartigen Position. Sie können innovative Ansätze schaffen, die die Vorteile von artenreichen, produktiven Wäldern erkennen und nutzen und gleichzeitig einige der größten Herausforderungen unserer Zeit bewältigen: Klimawandel, Wasser- und Ernährungssicherheit und nachhaltige Lebensgrundlagen. Durch eine ergebnisorientierte Zielsetzung und ein entsprechendes Monitoring der Forest Forward Initiative können Unternehmen, Communities und Organisationen zeigen, dass sie einen positiven Einfluss haben. Ein übersichtliches Dashboard versammelt alle Aktivitäten.

Für wen ist Forests Forward?

Logo Forests Forward © WWF

18 Unternehmen und Investoren aus verschiedenen Sektoren sind die ersten Teilnehmer an der neuen Plattform des WWF, darunter IKEA, Hewlett Packard (HP), Kimberly Clark, International Paper (IP).

Forests Forward unterstützt Unternehmen, Finanzinstitutionen und Regierungen sowie Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, sich gegen Abholzung zu entscheiden. Gleichzeitig unterstützt Forests Forward diejenigen, die an Wäldern und Plantagen beteiligt sind, dabei, die Bewirtschaftung von 150 Millionen Hektar Wald bis 2030 nachhaltig zu verbessern.

Forests Forward erkennt auch die wichtige Rolle an, die indigene Völker und lokale Gemeinschaften bei der Erhaltung der Wälder spielen, mit lokalen Modellen der Regierungsführung, die zum Schutz der Wälder beitragen können, oft besser als viele andere Formen der Waldbewirtschaftung.

Was macht Forests Forward?

Teilnehmer an Forests Forward können sich in verschiedenen Bereichen engagieren, zum Beispiel:

  • nachhaltige Wald- und Plantagenbewirtschaftung
  • verantwortungsvoller Holzhandel
  • besserer Waldbau
  • Wiederaufforstung und Wiederherstellung von Ökosystemen
  • Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität
  • Bekämpfung der Illegalität in der gesamten Holzlieferkette
  • glaubwürdige Waldzertifizierung
  • faire, inklusive und gerechte Wertschöpfungsketten
  • Investitionen in wichtige Landschaften
Frosch (Hyla granosa) im Amazonas © WWF-Brasil / Zig Koch
branch

Julia Young, Global Lead for Forest Sector Transformation beim WWF International, über Forests Forward: „Alle Akteure, die mit Wäldern arbeiten, spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, ihren vollen Wert zu erkennen. Wälder sind nicht nur wegen ihres Holzes wertvoll, sondern auch wegen der wichtigen Ressourcen und Dienstleistungen, die sie für Milliarden von Menschen, die Wirtschaft und die Natur bereitstellen.

Forests Forward bietet Möglichkeiten für einen Wandel, der es Unternehmen ermöglicht, zukunftsweisende, innovative Wege einzuschlagen und zu handeln. Wege, die spürbare Auswirkungen auf Waldlandschaften haben.

Wir begrüßen die ersten Teilnehmer und freuen uns darauf, weitere Stakeholder einzubinden. Nur gemeinsam können wir die Bewirtschaftung der angestrebten 150 Millionen Hektar Wald verbessern und eine Vielzahl von Maßnahmen ergreifen, um den Nutzen der Wälder für Mensch und Natur langfristig zu sichern.“

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