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Handel mit illegalem Holz eindämmen

Jedes Jahr werden weltweit etwa 8-13 Millionen Hektar Wald zerstört – das ist eine Fläche in etwa so groß wie Süddeutschland. Illegaler Holzeinschlag ist eine der Hauptursachen für den Verlust unserer Wälder.

Regenwald im Kongo © Brent Stirton / Getty-Images / WWF-UK
Regenwald im Kongo

Schätzungen zufolge stammen weltweit 10 bis 30 Prozent des weltweit gehandelten Holzes aus illegalen Quellen. Berücksichtig man auch noch Geldwäsche, gehen die Schätzungen davon aus, dass 20 bis 50 Prozent des weltweit gehandelten Holzes einen illegalen Hintergrund hat. Vorrangig aus Indonesien, China, Brasilien, Russland und anderen osteuropäischen Ländern. Das bedeutet für Verbraucher: Nicht nur Tropenhölzer, sondern auch Hölzer eurasischer Arten wie Fichte, Esche oder Lärche können illegalen Ursprungs sein.

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Handel mit illegalem Holz © Riau
Handel mit illegalem Holz

Umweltorganisationen wie der WWF haben jahrelang für ein Einfuhrverbot für illegale Holzprodukte in Europa gekämpft. Seit 2013 gibt es ein entsprechendes Gesetz. Es verbietet EU-weit Import, Handel und Besitz von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen. Ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen die globale illegale Abholzung von Wäldern ist die EU-Holzhandelsverordnung (Verordnung EU Nr. 995/2010). Auch sie kam erst auf massiven Druck von Umweltschutzorganisationen wie dem WWF zustande. Ihr wichtigster Punkt: Wer in der Europäischen Union Holz und Holzprodukte als Erster in den Verkehr bringt, muss Nachweise über deren legale Herkunft erbringen. Das EU-Gesetz findet für deutsches Holz genauso Anwendung wie für importiertes.

Konsequente Kontrollen und harte Strafen

Teilnehmer am WWF Global Forest and Trade Network © Hartmut Jungius / WWF-Canon
Teilnehmer am WWF Global Forest and Trade Network

Allerdings können Gesetze und Verordnungen die globale Abholzung wertvoller Wälder nur bremsen, wenn noch immer bestehende Gesetzeslücken geschlossen werden. Und: wenn die EU bzw. die nationalen zuständigen Behörden Holzimporte strenger kontrollieren. Verstöße müssen mit hohen Geldbußen bestraft werden. Und der Verbrauch von illegalem Holz außerhalb der EU müsste ebenfalls reduziert werden. Mit dem Ausschluss illegaler Produkte auf dem Papier ist nur der erste Schritt getan.


Da es in vielen Ländern auch ganz legal Raubbau und Waldvernichtung gibt, wäre der logische nächste Schritt: Eine Nachweispflicht, dass die zum Kauf angebotenen Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Der WWF wird im Kampf gegen die unkontrollierte Entwaldung außerdem darauf drängen, dass künftig auch andere Holzprodukte, wie Bücher und Magazine, Musikinstrumente und Grillkohle unter die Holzhandelsverordnung fallen.

Methode zur Überprüfung der Holzherkunft

Um im Handel illegales Holz aufzuspüren, unterstützt der WWF die Entwicklung von forensischen Methoden für den Holzbereich. So führte der WWF beispielsweise gemeinsam mit der Agroisolab GmbH und unterstützt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zwei wissenschaftliche Projekte durch, um die Stabil-Isotopenmethode zur Überprüfung der deklarierten Holzherkunft zur praktischen Anwendung zu bringen. Der WWF setzt diese Methodik seitdem in seinen Marktanalysen ein. Im Bereich der Analyse von tropischen Fasern aus Naturwäldern gehen wissenschaftliche Entwicklungen auf Marktanalysen des WWF Deutschland bei Kinderbüchern und Büroprodukten (2010, 2012, 2015) zurück. Auch hier fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt die Weiterentwicklung von Methoden zur Praxistauglichkeit.

Wiederholte Marktanalysen im Bereich Holzkohle haben dazu beigetragen, dass die technischen Möglichkeiten in Laboren vorangetrieben wurden und heute auf hohem Niveau Hölzer in Grillkohle und Grillkohlebriketts bestimmt werden können. Dadurch können Grillkohleprodukte aufgespürt werden, für deren Herstellung mit großer Wahrscheinlichkeit tropische Regenwälder zerstört wurden und bei denen ein hohes Risiko für Raubbau und einen illegalen Hintergrund bestehen.

 

Die Methoden werden inzwischen international von verschiedenen Umweltorganisationen, aber auch von Unternehmen  angewendet, um Tropenwaldzerstörung auszuschließen. Mehrere Marktrecherchen des WWF seit 2009haben ergeben, dass dies leider allzu oft der Fall ist:

Ergebnisse der Grillkohlestudien:

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