In Südafrika ist im vergangenen Jahr die Zahl der getöteten Nashörner um ein Drittel gesunken. Landesweit fielen im Jahr 2020 394 Rhinos der Wilderei zum Opfer, das sind 200 weniger als im Jahr zuvor, meldete das südafrikanische Umweltministerium.

Die COVID-19-Pandemie und der damit zusammenhängende Lockdown trugen teilweise zum Rückgang der Nashorn-Wilderei bei, so die offizielle Stellungnahme der Regierung. Eine entscheidende Rolle hätten aber auch die auf ihren Posten bleibenden Wildhüter und weitere Maßnahmen der Regierung gespielt. Das gut organisierte Zusammenspiel trägt Früchte: In den vergangenen sechs Jahren sind die Zahlen kontinuierlich rückläufig. 2014 wurden in Südafrika noch mehr als 1.200 Breit- und Spitzmaulnashörner gewildert.

70 Prozent weniger Nashörner

Breitmaulnashorn beim Schlammbaden © Lauren Arthur / WWF
Breitmaulnashorn beim Schlammbaden © Lauren Arthur / WWF

Trotz der nun seit einigen Jahren zurückgehenden Wildereizahlen bleibt die Situation prekär. Der Krüger-Nationalpark hat in den vergangenen zehn Jahren fast 70 Prozent seiner Nashörner verloren. Ein dramatischer Verlust, der sich aus einem gefährlichen Zusammenspiel von Dürreperioden und dem hohen Wildereidruck ergeben hat.

Südafrika spielt eine Schlüsselrolle für den Erhalt der afrikanischen Nashörner. Das Land beherbergt rund 75 Prozent der afrikaweiten Bestände. Rund 15.600 Breit- und 2.000 Spitzmaulnashörner leben nach letzten offiziellen Angaben hier. Noch. Denn das Land ist auch der wichtigste Schauplatz für die noch immer dramatische Wildereikrise. Zuletzt verzeichneten die Breitmaulnashornzahlen schon einen Rückgang von 10 Prozent und die aktuellen Meldungen der Bestandsentwicklungen aus dem Krüger Nationalpark lassen eine weitere Abnahme befürchten. Erschwert wird die Arbeit der Schutzgebiete derzeit wegen der Corona Pandemie und der ausbleibenden Touristen, denn mit dem Tourismus bricht auch eine wichtige Einkommensquelle für die Schutzgebiete weg.

Nashornhorn weiterhin begehrt

So bemerkenswert die Erfolge unter den erschwerten Bedingungen auf südafrikanischer Seite auch sind: die illegale Jagd auf Nashörner bleibt ein brennendes Problem, solange die Nachfrage nach dem Horn der Dickhäuter ungebrochen ist. Die hohe Nachfrage aus Asien kostet nicht nur Nashörner das Leben, auf beiden Seiten – Wilderer und Rangern – kommt es leider auch immer wieder zu menschlichen Opfern. Insbesondere in Vietnam und China hält sich ein hartnäckiger Markt für das Horn als medizinisches Produkt, dabei besteht das es ähnlich wie Haare oder Fingernägel aus einfachem Keratin. Aufgrund der horrenden Preise, die für ein Kilogramm bezahlt werden, hat sich in den letzten Jahren auch ein immer größer werdender Markt für die Hörner als Statussymbol und Luxusobjekt entwickelt. Geriebenes Nashornhorn dienen in der Oberschicht als kostspieliges Mittelchen gegen übermäßigen Alkoholgenuss. Ein dekadenter Irrtum – den Hörnern konnte wissenschaftlich keine medizinische Wirkung nachgewiesen werden - der noch immer zu viele Nashörner das Leben kostet.

Setzen Sie sich mit uns zusammen für den Schutz der Nashörner ein.

  • Spitzmaulnashörner auf Ebene © Philippe Oberle / WWF Nashörner - Überlebende der Urzeit

    Nashörner gehören zu den "Alten" auf unserem Planeten. Ebenso wie Elefanten sind sie die überlebenden Vertreter der Megaherbivoren. Weiterlesen...

  • Spitzmaulnashorn in Kenia © Richard Edwards / WWF-UK Nashorn-Wilderei

    WWF-Studie: Die Wilderei in Afrika ist außer Kontrolle geraten. Im Fokus stehen zwei maßgeblich verantwortliche Nationen: Südafrika und Vietnam. Weiterlesen ...

  • Nashorn-Wilderei © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK Nashorn: Stopp Wilderei weltweit

    Nashörner sind massiv durch Wilderei bedroht. Jeden Tag sterben drei Tiere. Jetzt informieren und spenden