Eine Kundin lässt sich an der Fischtheke im Supermarkt von einem Mitarbeiter zum Fischkauf beraten.

Wo steht der Handel?

So unterstützen Händler eine bessere und nachhaltigere Fischerei
Stand: 04.06.2026

Mittlerweile haben sich in ganz Europa zahlreiche Einzelhändler und Fischverarbeiter, wie EDEKA, LIDL, ALDI, Carrefour, Coop, Marks Spencer, Deutsche See, FollowFood, Friedrichs, Frosta und Migros verpflichtet, ihr Fisch- und Meeresfrüchteangebot auf nachhaltige Quellen umzustellen.

Aber wieviel ökologisch verträglicher Fisch ist im Supermarkt wirklich erhältlich? Der WWF ist der Frage auf den Grund gegangen und hat die Fisch-Sortimente deutscher Supermärkte mit den Empfehlungen des WWF-Fischratgebers abgeglichen.

Dabei zeigt sich eine positive Entwicklung: Es liegen weniger problematische Produkte als früher im Sortiment, mehr Produkte sind MSC und ASC zertifiziert und viele Händler deklarieren heute vollständiger und transparenter als vor einigen Jahren.

Gleichzeitig bleibt viel zu tun, denn ein Viertel des angebotenen Fisches wird rot bewertet.

Verantwortungsvoll mit Fisch handeln

Der Handel kann mit einem nachhaltigen Sortiment dazu beitragen, dass Fisch nicht von der Speisekarte verschwindet, sondern auch in vielen Jahren noch verkauft und gegessen werden kann:

Lückenlos vom Fang zum Teller: Ab 2026 verpflichtet die EU zu detaillierteren Rückverfolgbarkeitsdaten. Diese Informationen sowie genaue (Sub-)Fanggebiete, spezifische Bestände und detaillierte Angaben zum Fanggerät sollten Händler künftig den Verbraucher:innen sichtbar machen (z.B. via QR-Code).

Stopp der Überfischung: Im Nordostatlantik sind wichtige Bestände überfischt wie Hering, Makrele und Kabeljau. Handel und Politik müssen hier stärker vorsorgeorientiert agieren. Nur Produkte, die aus nachhaltiger Fischerei stammen, sollten neu in das Sortiment aufgenommen werden.

Verantwortliche Aquakultur: Der Anteil an Bio-Aquakultur ist nach wie vor sehr gering und muss gesteigert werden. Die große Nachfrage nach Raubfischen wie Lachs oder Dorade erzeugt Druck auf Wildfisch-Bestände, die im Futter für die Zuchten landen. Bevorzugt werden sollten Arten, die wenig Futter benötigen oder ohne Zufütterung auskommen – wie Muscheln, Algen oder klassische Süßwasserfische wie Karpfen.

Soziale Sorgfalt im Wildfang verankern: Neben ökologischen Risiken müssen auch Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Risiken der illegalen, unregulierten und ungemeldeten Fischerei (IUU-Fischerei) in globalen Wildfanglieferketten adressiert werden.

Zertifizierungen reichen nicht aus: Verbreitete Zertifizierungen wie ASC und MSC bieten einen ersten Überblick und sichern Mindeststandards, aber sie reichen allein nicht aus. Händler sollten Produkte bevorzugen, die MASC, ASC oder Bio zertifiziert sind und zugleich im WWF-Fischratgeber grün eingestuft sind.

Das tut der WWF

Edeka Störer zum Thema Nachhaltigkeit © EDEKA
Edeka Störer zum Thema Nachhaltigkeit © EDEKA

Der WWF setzt sich in Deutschland, in der EU und international dafür ein, eine umweltverträgliche und zukunftstaugliche Fischerei zu entwickeln und umzusetzen.

Damit die biologischen Ressourcen langfristig erhalten und die Meere gesund bleiben, arbeiten wir für ein besseres Management der Fischereien. Den Fischer:innen in Europa und in den Entwicklungsländern sollte es das wirtschaftliche Überleben sichern und sie langfristig von Subventionen unabhängig machen.

Gleichzeitig arbeitet der WWF direkt mit Fischereien und auch Unternehmen zusammen.

Unternehmen wie EDEKA beraten wir, wie sie ihr Sortiment auf umweltverträglichere Wildfisch- und Aquakulturprodukte umstellen können.

Traditioneller Fischfang in Mosambik © Philipp Kanstinger / WWF
Traditioneller Fischfang in Mosambik © Philipp Kanstinger / WWF

Gemeinsam mit Kolleg:innen und Partnerorganisationen stehen wir mit Entscheidungsträger:innen auf nationaler und europäischer Ebene im Dialog, um dem Ziel einer nachhaltigen Meeresfischerei in Europa Schritt für Schritt näher zu kommen.

Außerhalb Europas engagiert sich der WWF beispielsweise im südwestlichen Indischen Ozean, wo die Fischerei – insbesondere die Kleinfischerei – für den Lebensunterhalt von schätzungsweise 35 Millionen Menschen eine wichtige Rolle spielt. Der WWF arbeitet an konkreten Projekten vor Ort, um die regionale Koordination zu verbessern, illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei einzudämmen und durch Maßnahmen zum Fischereimanagement sowie Aktivitäten zur Sicherung des Lebensunterhalts in Mosambik und Madagaskar die Verantwortung der Fischergemeinden für die Küstenumwelt zu stärken.

Unterstützen Sie uns

Unsere Lobbyarbeit reicht nicht – helfen Sie mit! Alle können dazu beitragen, die Fischerei nachhaltiger zu gestalten und unsere Meere gesund zu halten. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben – wir tauschen uns gerne mit Ihnen aus.

So können Sie helfen

  • Fisch im Supermarkt © Richard Stonehouse / WWF Verbraucher

    Durch unseren bewussten Fischkonsum bestimmen wir als Verbraucher mit, ob Fisch auch künftig noch ausreichend verfügbar sein wird. Weiterlesen ...

  • ASC Logo © Aquaculture Stewardship Council ASC: Gütesiegel für Fischzucht

    Nur eine nachhaltige Fischerei kann unsere Meere und den Fischbestand erhalten. Die ASC-Standards setzten sich für umweltgerechtere Aquakulturen ein. Weiterlesen...

  • MSC Logo © Marine Stewardship Council Das MSC-Siegel für Fisch

    Orientierung beim Fischkauf: Noch ist MSC die schnellste Hilfe für Verbraucher beim Fischkauf. Aber der WWF fordert rasche Reformen. Weiterlesen ...