Zucco wünscht sich mehr gesellschaftliche Solidarität um Care-Arbeit, die immer noch überwiegend von Frauen geleistet wird, auf mehr Schultern zu verteilen. Diese enorme gesellschaftliche Arbeitsleistung braucht mehr Anerkennung und finanziellen Ausgleich. „Ebenso wie emanzipierte Frauen braucht es emanzipierte Männer, die sich in sozialen und Umweltberufen und in der Kindererziehung und Pflege von Mitmenschen engagieren.“ Nur so könne eine resiliente Gesellschaft mit den gleichen Möglichkeiten der beruflichen Teilhabe von Frauen in allen Bereichen entstehen.
Als sie vor über 20 Jahren ihre erste Stelle antrat, war sie die einzige Frau in einem größeren Team von Wissenschaftlern. Noch immer vermisst sie ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Wissenschaftsbetrieben und den Behörden. Allerdings nimmt sie gerade in der traditionell eher männlich und konservativ geprägten Fischerei positive Veränderung wahr: „Es findet ein Generationswechsel statt und viele Stellen werden von Frauen und auch Männern besetzt, die offener für einen Austausch mit dem Naturschutz sind“, sagt Zucco. „Das gibt mir die Hoffnung, dass ein Wandel in Richtung nachhaltigere Fischerei, die mehr im Einklang mit der Meeresnatur steht, in greifbare Nähe rückt.“