Rein in den Liegestuhl und dort, in eine warme Decke gewickelt, ein Buch in der Sonne lesen. Das Fahrrad aus dem Keller holen und die erste Tour des Jahres starten. Oder unter rosa blühenden Kirschbäumen einen romantischen Spaziergang mit dem Lieblingsmenschen unternehmen.
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Natur erwacht zu neuem Leben. Zugvögel kehren zurück und begrüßen jeden Morgen mit ihrem fröhlichen Gesang. Kein Wunder, dass es uns jetzt nach draußen zieht! Der WWF hat praktische Tipps für einen nachhaltigen Start in den Frühling zusammengestellt.
Do: Das erste Eis des Jahres. Don’t: Kaffee-to-Go im Wegwerfbecher
Wenn die Sonne im Gesicht kitzelt und sich schon angenehm warm anfühlt, steht der erste Besuch in der Eisdiele an! Während wir die kühlen Kugeln genießen, sind wir in Gedanken schon im Sommer angekommen. Dabei ist eigentlich erst Frühling. Doch auch jetzt lockt sonniges Wetter nach draußen: ob für eine kurze Mittagspause im Straßencafé oder eine Kaffeepause auf der Parkbank.
Wer unterwegs nicht auf seinen Kaffee verzichten möchte, sollte möglichst auf nachhaltige To-Go-Becher achten. Ideal sind recycelbare Varianten oder Pfandbecher, noch besser ist es, die eigene Tasse mitzubringen und sich diese im Café befüllen zu lassen. Beim Eisgenuss ist die Waffel die umweltfreundlichere Wahl als der Becher – und lecker noch dazu.
Do: Ausflüge in der eigenen Stadt. Don't: In den Süden fliegen
Für Familien mit Kindern gibt es unzählige Möglichkeiten: Mit der Aussicht auf eine Osterhasen-Begegnung lassen sich selbst kleine Wanderungen spannend gestalten. Schiffchen aus Zweigen, Blättern oder Rindenstücken im Bach schwimmen lassen.
Frisbee oder Tischtennis im Park spielen – die Möglichkeiten sind endlos. Wenn die Tage länger und wärmer werden, gibt es auf einmal unendlich viele Aktivitäten, die draußen wieder Spaß machen.
Ganz nebenbei tanken wir dabei in der Sonne Vitamin D und vertreiben mit Bewegung an der frischen Luft die Frühjahrsmüdigkeit. Und das Beste daran: Die meisten Unternehmungen sind nicht nur kostenlos, sondern auch deutlich umweltfreundlicher als ein Flug in den Süden.
Do: Müllwanderung machen. Don't: Wilde Blumen pflücken
Warum nicht dem nächsten Ausflug in die Natur einen besonderen Sinn geben? Nehmen Sie einfach eine Tüte mit und sammeln Sie unterwegs Müll ein – Sie werden überrascht sein, wie viel achtlos weggeworfene Picknickreste und Verpackungen selbst tief im Wald zu finden sind.
In vielen Parks treffen sich im Frühjahr auch Menschen zum „Clean Up Day“ – Aufräum-Tag. Unter dem Hashtag #Cleanupchallenge finden Sie in den sozialen Medien Inspiration oder teilen Ihre eigenen Erfolge und zeigen Ihre gefüllten Mülltüten. Damit motivieren Sie andere, es Ihnen gleich zu tun.
Was Sie unterwegs allerdings nicht sammeln sollten, sind wilde Blumen – auch wenn Sie oder Ihre Kinder noch so gerne einen Blumenstrauß pflücken möchten. Womöglich stehen die Blümchen am Wegesrand unter Naturschutz!
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der Frühling ist die beste Jahreszeit, um Wildkräuter zu sammeln. Am besten geht das bei einer geführten Kräuterwanderung mit Expert:innen, die Ihnen zeigen, welche Pflanzen essbar und wie sie nachhaltig zu ernten sind.
Do: Osterschmuck basteln und Eier suchen. Don’t: Schokohase in Alufolie
Ein geschmückter Osterstrauß auf dem Fensterbrett, bunt gefärbte Eier und gemeinsames Basteln mit den Kindern – diese Rituale machen die Zeit vor Ostern besonders. Mit ein paar einfachen Tricks lassen sie sich ganz leicht nachhaltiger gestalten.
Für den Osterstrauß kaufen Sie Zweige am besten auf dem Wochenmarkt von einem Hof aus der Umgebung. Wer selbst schneiden möchte, greift zu Seitentrieben von Laubbäumen oder frischen Forsythienzweigen. Wichtig: Holen Sie die Zweige nicht aus den Tiefen des Strauches, denn dort könnten Vögel nisten. Weidenkätzchen bitte nicht abschneiden, auch wenn die flauschigen Bommel wunderschön aussehen – sie sind im zeitigen Frühjahr wichtige Nahrungspflanze für Bienen und andere Insekten.
Beim Osterbasteln kommen am besten natürliche Materialien wie Heu, Wolle oder buntes Recyclingpapier zum Einsatz. Zum Färben der Ostereier eignen sich Naturfarben – entweder aus dem Handel oder selbst hergestellt, etwa aus dem Sud gekochter Zwiebelschalen, Schwarztee, Brennnesseln, Rotkohl, Kurkuma oder Heidelbeeren. Die Eier selbst sollten möglichst von glücklichen Hühnern stammen.
Kein bisschen nachhaltig ist hingegen Osterschokolade in Alufolie. Schon gar nicht, wenn diese beim Osterspaziergang im Wald liegen bleibt. Besser: Schokolade in umweltfreundlicher Verpackung wählen und auf Fair-Trade-Produkte aus ökologischem Anbau achten. So wird das Osterfest nicht nur schön, sondern auch verantwortungsvoll.
Do: Kleiderschrank ausmisten und Flohmarkt nutzen. Don’t: Shopping-Exzesse
Es fühlt sich toll an, ein Outfit zu tragen, das einem richtig gut steht. Vor allem, wenn man es zum ersten Mal anzieht. Aber dafür ständig shoppen gehen? Das ist weder gut für den Geldbeutel noch für die Umwelt. Viel nachhaltiger kommen Sie so zu neuen Frühlingsoutfits:
Nehmen Sie sämtliche Kleidung aus Ihrem Kleiderschrank, probieren Sie jedes Teil an und sortieren sie dann auf vier Stapel – behalten, verändern, verkaufen, wegwerfen. Lieblingsstücke dürfen natürlich zurück in den Kleiderschrank. Der Änderungsstapel darf zur Schneiderei oder vielleicht legen Sie selbst Hand an und versuchen sich am Upcycling und Reparieren statt Wegwerfen.
So lassen sich ganz neue Frühjahrsoutfits kombinieren und alte Kleidung wiederverwenden. Was verschlissen ist, dürfen Sie entsorgen, denn es nimmt nur unnötig Platz weg. Und was Sie nicht mehr tragen, aber einen anderen Menschen glücklich machen könnte, bringen Sie auf den Flohmarkt oder zur Kleidertauschparty, wo Sie wiederum neue Vintage-Mode für sich selbst entdecken können.
Do: Angrillen ohne Müllberge. Don’t: Fleischberge verzehren
Die Grillsaison ist eröffnet! Sobald die ersten warmen Wochenendtage locken, wird die Küche kurzerhand nach draußen verlagert, Freund:innen werden eingeladen, jeder bringt etwas mit und schon bald brutzelt und duftet es im Garten oder Park. Nachdem wir monatelang drinnen gegessen haben, schmeckt es unter freiem Himmel auf einmal so viel besser!
Dabei muss es nicht immer Fleisch sein – kann es aber natürlich. Wer sich für Bratwürste oder Steaks entscheidet, sollte diese nicht last minute an der Tankstelle kaufen, sondern rechtzeitig beim Fleischer des Vertrauens. Dort weiß man genau, wo und unter welchen Bedingungen die Tiere gelebt haben und kann auf eine artgerechte Haltung achten.
Doch auch vegetarische und vegane Alternativen machen das Grillfest zu einem kulinarischen Highlight: Grillkäse, lecker gewürztes Gemüse und geröstetes Brot sorgen für Abwechslung auf dem Rost und schonen dabei die Umwelt. Noch nachhaltiger wird das Ganze, wenn Sie auf Einwegprodukte verzichten. Umweltfreundliche, recycelbare Teller, Trinkbecher und Besteck helfen, die sonst üblichen Müllberge zu vermeiden.
Do: Angärtnern. Don't: Steinwüste anlegen
Wer gerne gärtnert, sei es auf dem Balkon oder im eigenen Garten, kennt die Ungeduld, die sich zu Jahresbeginn einstellt: Wann kann ich endlich wieder mit den Händen in der Erde buddeln? Ab etwa März ist es soweit: Jetzt können Sie Pflanzen auf der Fensterbank aus Saatgut vorziehen und die ersten grünen Triebe beim Wachsen beobachten.
Neben dem zart sprießenden Grün machen sich Frühblüher gut, zum Beispiel ein Blumentopf mit Narzissen, Hyazinthen oder Hornveilchen. Wer im vergangenen Herbst Zwiebeln gesteckt hat, darf sich bereits über Blüten vor dem Fenster freuen – gemeinsam mit den ersten Insekten des Jahres, die auf Nahrungssuche sind. Wer spontan loslegen möchte, kann seinen Balkon auch jetzt noch zum Blühen bringen – allerdings sollten die Pflanzen bis in den Mai hinein vor Nachtfrösten geschützt werden.
Selbst auf kleinem Raum und mitten in der Großstadt können Sie mit Ihrem grünen Daumen eine ökologische Oase und Lebensraum für Tiere schaffen. Vielleicht finden Sie sogar ein ungestörtes Plätzchen, an dem Sie einen Nistkasten oder ein Insektenhotel aufhängen können?
Wer einen Garten hat, kann noch mehr tun – vorausgesetzt, er wird nicht zur Steinwüste oder zum kurzgeschorenen Rasen. Mit ein paar einfachen Gartentipps verwandeln Sie Ihr grünes Reich in ein Paradies für Bienen, Schmetterlinge und Co. und werden ganz nebenbei selbst zur Artenschützer:in. Denn jeder Quadratmeter zählt, wenn es darum geht, der Natur ein Stück Lebensraum zurückzugeben.
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