Ostern markiert das Ende der Fastenzeit und wartet deshalb mit zahlreichen leckeren Traditionen auf, die einen die 40 Fastentage schnell vergessen lassen. Dazu kommen schöne Bräuche wie das Bemalen von Ostereiern, das Suchen von Schoko-Osterhasen und das Entzünden von Osterfeuern. Wie Sie das Osterfest genießen können, ohne die Umwelt zu belasten, erfahren Sie in unseren nachhaltigen Oster-Tipps.

Ei, ei, ei ...

Ein Korb in weiblichen Händen mit unterschiedlich großen Eiern, die umweltfreundlich mit Kurkuma, Hibiskus und schwarzem Tee gefärbt sind.
Ein Korb mit Ostereiern © Elena Rui/iStock/GettyImages

Für viele gehört das Ei einfach zu Ostern dazu – doch nicht alle sind gleich. Wer Wert auf ein nachhaltiges Osterfest legt, sollte beim Kauf von Eiern besonders auf Herkunft und Haltung der Hennen achten. Bio-Eier sind dabei in der Regel die beste Wahl: Die Hennen leben artgerechter, haben mehr Auslauf und erhalten ausschließlich ökologisch erzeugtes Futter.

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist das „Bruderhahn“-Siegel auf dem Eierkarton. Seit dem Verbot des Kükentötens im Jahr 2022 setzen einige Betriebe leider auf eine fragwürdige Alternative: Sie vernichten einfach bereits die Eier mit männlichen Embryonen. Wer das vermeiden möchte, sollte gezielt nach diesem Label Ausschau halten.

Doch wie erkennt man, unter welchen Bedingungen das Osterei produziert wurde? Der Stempel auf dem Ei verrät es! Jeder Code gibt Aufschluss über Haltung, Herkunft und Betrieb. Wir erklären, was sich hinter den Zahlen und Buchstaben verbirgt – damit Ihr Osterfest nicht nur lecker, sondern auch fair wird.

Ostereier mit natürlichen Farben bemalen und färben

Ostereier zu bemalen ist ein Klassiker – und macht mit Kindern besonders viel Spaß! Doch statt zu künstlichen Farben zu greifen, geht es auch natürlich, nachhaltig und gesund. Mit einfachen Mitteln wie Kurkuma, Rote Bete, Spinat oder Zwiebelschalen lassen sich Eier in leuchtenden Farben einfärben – ganz ohne schädliche Zusätze. Viele dieser natürlich fräbenden Pflanzen und Gewürze hat man ohnehin schon zu Hause.

Wer keine Lust auf Experimente hat, kann auch fertige Bio-Eierfarben kaufen. Einige Hersteller setzen auf pflanzliche Inhaltsstoffe und verzichten auf synthetische Zusätze. Tipp: Für besonders intensive Farben die Eier vor dem Färben mit Essig abreiben – das macht die Schale aufnahmefähiger!

Faire Schokolade im Osternest

Der Sohn einer Kichwa-Kleinbäuerinnen isst die Bohnen einer frisch gepflückten Kakaofrucht © Gabriel Vanerio / WWF Ecuador
Der Sohn einer Kichwa-Kleinbäuerinnen isst die Bohnen einer frisch gepflückten Kakaofrucht © Gabriel Vanerio / WWF Ecuador

Ostern ohne Schokolade? Für die meisten undenkbar! Doch leider stecken hinter vielen Süßigkeiten Regenwaldzerstörung, Kinderarbeit und der Einsatz von Pestiziden. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen kann man bedenkenlos und ohne schlechtes Gewissen Schoko-Ostereier und Co. naschen.

Um die Entwaldung zu stoppen, unterstützt der WWF indigene Kakao-Bäuerinnen und -bauern in Ecuador. Sie bauen Kakao nicht in eintönigen Monokulturen anbauen, sondern in waldähnlichen Agroforst-Systemen an. Zwischen Kaffee, Bananen und Yucca wachsen die Kakaobäume im Schatten. Das fördert die Artenvielfalt und schützt die Pflanzen vor starker Sonneneinstrahlung und Schädlingen.

Mittlerweile bieten auch viele Firmen Schokoladenprodukte an, für die weder die Umwelt noch die Menschen in den Herkunftsländern leiden mussten. Achten Sie beim Kauf von Schoko-Ostereiern und -Osterhasen auf Anbieter, die nachhaltig angebaute Rohstoffe, insbesondere Kakao und Palmöl, einsetzen und bio-zertifiziert sowie mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind. So wird die Ostereiersuche nicht nur lecker, sondern auch fair und umweltfreundlich!

Geschenke und Grüße zu Ostern: Für jede:n etwas dabei

Lamm, Fisch oder Tofu für das Ostermenü?

Ein vegetarischer Auflauf auf einem österlich gedeckten Tisch zum Osterbrunch
Vegetarischer Auflauf zum Osterbrunch © Elena Veselova/ iStock/ GettyImages

Für viele ist Ostern auch kulinarisch mit Traditionen verbunden – doch es muss nicht immer das klassische Osterlamm sein. Wer Abwechslung sucht, findet mit heimischen Fischarten wie Karpfen, Zander oder Bachforelle eine leckere Alternative – besonders an Karfreitag, denn da steht ja laut Bibel Fisch auf dem Speiseplan. Wichtig ist dabei, auf nachhaltigen Fang zu achten: Der WWF-Fischratgeber zeigt, welche Arten bedenkenlos verzehrt werden können und welche aufgrund von Überfischung besser nicht Teil der Ostermenü-Planung werden sollten.

Oder Sie testen während der Ostertage ein planetarisch-kulinarisches Besseresser:innen-Menü: Der WWF hat inspirierende Wochenpläne mit vielfältigen, gesunden und ressourcenschonenden Rezepten entwickelt – ob vegan, vegetarisch oder flexitarisch. Einfach den passenden Plan auswählen, Rezepte herunterladen und das traditionelle Ostergericht vielleicht sogar mit pflanzlichen Zutaten neu interpretieren. So wird das Fest nicht nur geschmackvoll, sondern auch nachhaltig.

Ostereier suchen mit Kindern

Ein Osterspaziergang in der Natur ist eine wunderbare Tradition an den Feiertagen, insbesondere, wenn Sie dabei Ostereier für Ihre Kinder verstecken. Gerade jetzt im Frühjahr sprießen überall empfindliche Pflänzchen, die leicht beschädigt werden können. Wählen Sie daher einen Ort für die Ostereiersuche, an dem die Kinder bedenkenlos herumtoben und nach den vom Osterhasen versteckten Eiern suchen können. Bleiben Sie auf den markierten Wegen, nehmen Sie Ihren Müll wieder mit und verzichten Sie auf Selfies an sensiblen Orten. Beliebte Fotospots verbreiten sich schnell über Social Media – doch leider führt das oft dazu, dass viele Nachahmer:innen die Natur zertrampeln, die sie eigentlich bewundern wollten. So wird der Osterspaziergang zu einem Fest für alle – auch für die Umwelt.

Das Symbol für Ostern schlechthin: Der Hase

Feldhase
Feldhase © Dr. Peter Wernicke / WWF

Der Feldhase, der früher häufig auf unseren Feldern zu sehen war, ist heute gefährdet – nur noch etwa zwei bis drei Millionen Tiere leben hier. Auf der Roten Liste stehen die Langohren deshalb als „gefährdet”.

Im Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt” versucht der WWF gemeinsam mit mehreren Partner:innen, eine biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung von Acker- und Grünland zu etablieren: Blühstreifen, extensive Grünlandnutzung und strukturreiche Ackerflächen schaffen Lebensraum für Hasen, Feldvögel und Insekten.

Der Feldhase in Deutschland

Die Zahl der gefährdeten Feldhasen ist in Deutschland zuletzt stabil geblieben. 19 Hasen tummelten sich im Frühling 2024 durchschnittlich pro Quadratkilometer auf Wiesen und Feldern.

Die Zuwachsrate zwischen der ersten Zählung im Frühjahr 2024 und der zweiten Zählung im Herbst fiel mit 8 Prozent geringer aus als zuletzt (2023: 15 Prozent). Der Wert gilt als Indikator für die Gesundheit des Hasen-Bestands.

Um die Feldhasen zu zählen, haben Jägerinnen und Jäger im Rahmen des Wildtier-Monitorings in 426 ausgewählten Gebieten erfasst, wie viele Tiere nachts im Licht eines normierten Scheinwerfers auf Feldern zu entdecken waren.

Zwischen den Großlandschaften gab es im Frühjahr 2024 deutliche Unterschiede: Mit durchschnittlich 28 Feldhasen pro Quadratkilometer ist der Bestand im nordwestdeutschen Tiefland  – also von der dänischen Grenze bis ins nördliche Rheinland  – am dichtesten. Dahinter folgen die südwestdeutschen Mittelgebirge mit 23 Tieren. Eher wenig Feldhasen hoppeln im nordostdeutschen Tiefland.

Achten Sie bei der Oster-Dekoration auf Nachhaltigkeit

Die Salweide beginnt bereits im März zu blühen und ist mit ihren flauschigen Palmkätzchen ein traditioneller Osterschmuck. Allerdings sind diese Blüten eine der ersten und wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten, die zu dieser Jahreszeit noch kaum Alternativen finden.

Wer sie als Schmuck nutzen möchte, sollte sie am besten draußen im Garten bewundern. Sie blüht jedes Jahr aufs Neue und ist als Osterschmuck viel besser geeignet als die bekannte gelbe Forsythie, die fast überhaupt keine Nahrung für Insekten liefert. Verzichten Sie deshalb darauf, die Zweige mit den Weidenkätzchen abzuschneiden und in die Vase zu stellen.

Hübsche Osternester lassen sich leicht aus Gras oder Stroh flechten – das sieht nicht nur natürlich aus, sondern belastet im Gegensatz zu Osterschmuck aus Plastik auch nicht die Umwelt. Auch ein Körbchen aus Papier ist eine schöne Alternative. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in unserem WWF Junior-Basteltipp.

Ostern im Garten

Nahaufnahme einer Wildbiene (Apoidea), die Nektar in einer gelben Blüte, Winteraconite (Eranthis), im Frühling sammelt.
Eine Wildbiene sammelt Nektar an einer Winterling Blüte im Frühling © pwmotion/ iStock/ GettyImages

Osterzeit ist Frühlingszeit! Vielleicht verbringen Sie die freien Tage ja am liebsten draußen und nutzen die Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen, um die Balkon- oder Gartensaison zu eröffnen. Mit den Händen in der Erde buddeln, Blumen säen, Gemüse ziehen oder die Reste des Winters beseitigen – es gibt viel zu tun.

Wenn Sie beim Bepflanzen von Kübeln, Blumenkästen oder Frühbeeten torffreie Erde verwenden, schützen Sie wertvolle Moore, die als natürliche CO₂-Speicher und Lebensraum für seltene Arten unverzichtbar sind. Lassen Sie sich beim Angärtnern von unseren Tipps für mehr Artenvielfalt auf dem Balkon und im Garten inspirieren und freuen Sie sich jetzt schon auf Ihre grüne Oase!

Osterfeuer erst nach guter Vorbereitung anzünden!

Für viele ist ein loderndes Osterfeuer ein fester Brauch an Ostern, bei dem Familie, Freunde und Nachbarn zusammenkommen. Doch bevor die Flammen lodern, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Totholz und Reisighaufen sind für zahlreiche Tiere wie Vögel, Insekten, Igel oder Amphibien ein wertvoller Lebensraum, sei es als Unterschlupf oder Nistplatz. Um zu verhindern, dass Tiere zu Schaden kommen, sollte das Holz für das Osterfeuer deshalb erst unmittelbar vor dem Anzünden aufgeschichtet werden.

Generell ist es sinnvoll, Schnittholz, Reisig und Laub zumindest teilweise im Garten zu belassen, um Tieren einen natürlichen Rückzugsraum zu bieten. Wer ein Osterfeuer plant, sollte also nicht alles Brennbare verfeuern und vorher sorgfältig prüfen, ob sich Tiere im Haufen versteckt haben. So wird der Brauch zu einem sicheren und naturverträglichen Erlebnis.

Sie suchen nachhaltige Geschenke zu Ostern?

  • Gemüsestand auf einem Wochenmarkt © iStock / GettyImages Tipps für den Alltag

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