In die Wärmewende investieren
Die Förderung energieeffizienter Gebäude ist ein wichtiger Baustein der deutschen Klimapolitik. Sie soll die Wärmewende beschleunigen und Anreize schaffen, in klimafreundliche Heizungen und in die energetische Sanierung von Gebäuden zu investieren. Das schützt nicht nur das Klima: Wer sein Haus modernisiert, senkt langfristig auch die Energiekosten und reduziert die Umweltbelastung.
Die Wärmewende und Dekarbonisierung des Gebäudesektors gehören seit Jahren zu den großen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Das überrascht kaum, denn ein großer Teil der Emissionen in Deutschland entsteht beim Heizen der eigenen vier Wände. Soll das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden, führt an einer grundlegendenen Modernisierung des Gebäudebestands kein Weg vorbei.
Mit dem Beschluss im Bundestag zum Gebäudemodernisierungsgesetz ist im Juli 2026 auch die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) in Kraft getreten. Sie soll den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme erleichtern und energetische Sanierungen attraktiver machen.
Im Kern unterstützt die BEG den Austausch alter fossiler Heizungsanlagen gegen klimafreundliche Alternativen. Daneben fördert sie energetische Sanierungsvorhaben, die Optimierung bestehender Anlagentechnik und den Anschluss an Wärmenetze.
Austausch alter und klimaschädlicher Heizungen
Bis 2045 müssen alle Heizungen klimafreundlich betrieben werden. Insgesamt liegen die förderfähigen Investitionskosten zunächst bei maximal 28.000 Euro. Dieser Beitrag verringert sich alle sechs Monate um 750 Euro, ab 2030 sind nur noch 22.000 Euro förderfähig. Wer später investiert, muss also einen größeren Teil der Kosten selbst tragen.
Wie bisher setzt sich die Förderung beim Tausch von Heizungen aus mehreren Bausteinen zusammen, die sich miteinander kombinieren lassen:
- Die Grundförderung für alle neu zugelassenen Heizungen liegt bei 15 Prozent. Werden Geräte aus der EU eingesetzt, erhöht sich der Zuschuss um weitere 15 Prozent.
- Der Klimageschwindigkeitsbonus, der 2024 eingeführt wurde, beträgt nur noch 16 Prozent. Er reduziert sich halbjährlich um vier Prozent und läuft ab 2028 aus.
- Neu geregelt wurde auch der Einkommensbonus. Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 30.000 Euro erhalten künftig 40 Prozent Förderung. Bis zu einem Einkommen von 40.000 Euro beträgt der Zuschuss 30 Prozent, über 50.000 Euro zehn Prozent. Lebt mindestens ein Kind im Haushalt, reduziert sich das zu versteuernde Einkommen pauschal und einmalig um 10.000 Euro reduziert. Dadurch profitieren mehr Familien von höheren Fördersätzen.
- Der Ersatz von Wärmepumpen, die ab 2008 installiert wurden, wird künftig mit 25 Prozent gefördert.
- Wird vor Ort ein Wärmenetz geplant, so entfällt die Förderung für den Heizungstausch künftig.
Wer früh investiert, profitiert von höheren Zuschüssen. Die einzelnen Förderbausteine lassen sich kombinieren. Insgesamt werden bis zu einem Einkommen von 30.000 Euro maximal 80 Prozent der Kosten gefördert. Darüber hinaus sind maximal 70 Prozent möglich.
Gefördert werden unter anderem Wärmepumpen, Solarthermieanlagen oder Biomasseheizungen sowie der Anschluss an Wärmenetze. Einzelheiten stehen in den Förderrichtlinien.
Ist jede Heizung gleich gut für das Klima?
In vielen Fällen dürfte eine klimafreundliche Wärmepumpe die günstigste Lösung sein. Sie arbeitet effizient und verursacht – bei einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix – deutlich weniger Emissionen als Öl- oder Gasheizungen.
Hybridheizungen oder Heizungen, die weiterhin auf fossile Energieträger setzen, lehnt der WWF ab. Sie werden über viele Jahre hinweg klimaschädliche Treibhausgase ausstoßen und somit die Klimakrise weiter anfeuern.
Wir warnen vor dem Ersatz dieser Energieträger durch synthetische Kraftstoffe, Wasserstoff oder Biomethan. Diese Energieträger werden aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren nur begrenzt verfügbar sein, arbeiten deutlich weniger energieeffizient und können sich für Verbraucher:innen zu einer regelrechten Kostenfalle entwickeln. Zusätzliche Förderanreize halten wir deshalb für nicht zielführend.
Ähnlich kritisch bewerten wir Biomasseheizungen, etwa Pelletheizungen. Auch sie können kritische ökologische Auswirkungen haben und sollten deshalb nicht pauschal als nachhaltige Lösung gelten.
Fazit: Investition in die Zukunft
Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude verbessert vor allem die Fördermöglichkeiten für Haushalte mit einem geringeren Einkommen. Dafür hat sich der WWF seit Langem eingesetzt. Gleichzeitig sinken jedoch die Fördersätze schrittweise; und auch der Klimageschwindigkeitsbonus läuft in den kommenden Jahren aus. Wer ohnehin über einen Heizungsaustausch nachdenkt, dürfte deshalb von einer frühzeitigen Entscheidung profitieren.
Für viele ist der Austausch einer alten, fossilen Heizung mehr als eine technische Modernisierung. Er ist eine Investition in die Zukunft – sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Mit modernen Heizsystemen und der Steigerung der Energieeffizienz können Gebäudeeigentümer:innen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Gleichzeitig können sie langfristig von reduzierten Energiekosten profitieren. Maßnahmen zur energetischen Sanierung werden gesondert gefördert.
Gerade in Zeiten wiederkehrender Energiekrisen, hoher Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und globaler Unsicherheiten gewinnt die Wahl der richtigen Heizungsanlage zunehmend an Bedeutung. Wer heute investiert, macht sich unabhängiger von fossilen Energieträgern und stellt die eigene Wärmeversorgung langfristig auf eine nachhaltigere Grundlage. Nutzen Sie die Fördermöglichkeiten und gestalten Sie aktiv unsere Zukunft mit.
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Solarpflicht und erneuerbare Heizungen