Ausgetrocknetes Rheinbett bei Rekord-Niedrigwasser vor dem Kölner Dom am 05.08.2026.

Hitzegipfel jetzt

Deutschland muss sich besser vor extremer Hitze schützen
Stand: 07.08.2026

Waldbrände, Dürren, bis Juli 2026 meldet das RKI fast 12.000 Hitzetote in Deutschland – Europa leidet unter der Klimakrise. Ein Bündnis fordert: Deutschland braucht besseren Hitzeschutz. Jetzt.

Verbrannte Grundstücke in Gironde, Frankreich, nach den großen Waldbränden in Frankreich im Sommer 2026, im Vordergrund ein verbranntes Schild auf dem auf Französisch zu entziffern ist, dass das Ökosystem Wald geschützt werden muss.
Die Wälder Europas brennen – eine ernsthafte Bedrohung für das Ökosystem Wald © IMAGO /ABACAPRESS

Europas Wälder brennen. Insgesamt sind in Europa bis Mitte Juli 2026 fast 170.000 Hektar Land verbrannt und damit mehr als im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre.

Hitzewellen, Dürren, Ernteausfälle und Wasserknappheit bedrohen Menschen, Tiere, Natur, Wirtschaft und Infrastruktur. Der wesentliche Treiber dieser akuten Herausforderungen ist die menschengemachte Klimakrise.

Auch in Deutschland werden Extremtemperaturen gemessen, Rettungskräfte sind im Dauereinsatz und das RKI meldet bis Ende Juli 2026 fast 12.00 Menschen, die an den Folgen der Hitze gestorben sind – damit liegt die Zahl schon jetzt über der Gesamtzahl jedes einzelnen Jahres seit 2016.

Die Bundesregierung schweigt

Doch statt wirksam gegenzusteuern, schweigen Bundeskanzler Merz und Vize-Kanzler Klingbeil. Im Gegenteil: Die schwarz-rote Bundesregierung schwächt den Klimaschutz und kürzt Mittel für notwendige Investitionen zur Sicherung der öffentlichen Ordnung und Gesundheit. Kommunen und soziale Einrichtungen müssen kühle Orte schaffen, Personal anstellen und Gebäude energetisch sanieren, ohne dafür ausreichend finanziert zu sein.

Die Klimakrise bedroht die gesamte Bevölkerung und das ganze Land auf allen staatlichen Ebenen. Um Menschen und unser Zusammenleben zu schützen, braucht es jetzt einen Hitze- und Feuerschutzgipfel der Bundesregierung.

Für akuten Schutz und Vorsorge

Das Aktionsbündnis aus Klimaschutz-, Sozial-Organisationen sowie Gewerkschaften mit Beteiligung des WWF fordert bei der Pressekonferenz am 06.08.2026 einen Hitzegipfel vor dem Bundeskanzleramt in Berlin.
Das Aktionsbündnis fordert einen Hitzegipfel © picture alliance/dpa/Britta Pedersen

Gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Umwelt- und Sozialverbänden sowie dem Bevölkerungsschutz, fordert der WWF die Bundesregierung dazu auf, endlich Verantwortung zu übernehmen.

Die Bundesregierung muss ihre Bevölkerung vor den Folgen der Klimakrise schützen sowie ihrer Verantwortung gegenüber kommenden Generationen gerecht werden.

Das Bündnis fordert die Bundesregierung dazu auf,

  1. einen bundesweiten Hitzegipfel mit Expert:innen aus Bevölkerungsschutz, Gesundheits- und Pflegewesen, Land- und Forstwirtschaft, Klimawissenschaft, Wasserressourcenmanagement, Stadtentwicklung, Versorgung und Infrastruktur einzuberufen, um auf eine herausragende Gefährdung unseres Landes zu reagieren,
  2. einen verbindlichen bundesweiten Hitzeschutzplan mit klaren Zuständigkeiten für Bund, Länder und Kommunen auf den Weg zu bringen,
  3. Klimaanpassung und Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz zu verankern,
  4. Klimaschutz und Klimaanpassung verlässlich zu finanzieren und
  5. die Abkehr von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, um die zentralen Treiber der Klimakrise wirksam zu bekämpfen.

„Hitzevorsorge heißt auch: Die Abkehr von den Fossilen! Jeder Euro für Öl und Gas verlängert die Klimakrise samt ihren Folgen. Die Zukunft liegt im schnellen Ausbau der Erneuerbaren und der Elektrifizierung.“

Sebastian Breer, Senior Policy Advisor Climate and Energy beim WWF Deutschland

Die Bundesregierung muss Verantwortung übernehmen

Der WWF erwartet, dass die Bundesregierung Verantwortung übernimmt und alle Hebel in Bewegung setzt, um die Klimakrise zu bremsen und Mensch, Natur und Wirtschaft vor den dramatischen Folgen zu schützen. Natürliche Ökosysteme sind dabei ein unverzichtbarer Teil der Lösung – für mehr Hitzeschutz, Wasserrückhalt und Klimaresilienz.

Der Fünf-Punkte-Plan im Detail

Zum Bündnis gehören

Arbeiterwohlfahrt (AWO), Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bürgerlobby Klimaschutz (CCL-D), Bürgerwärme for Future, Campact, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Der Paritätische Gesamtverband, Deutscher Bahnkunden-Verband, Deutsches Kinderhilfswerk (DKHW), Deutsche Klima-Stiftung, Deutscher Mieterbund (DMB), Deutscher Naturschutzring, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost, Fridays for Future, Germanwatch, GermanZero e.V., Gaswende, Greenpeace Deutschland, Humanistischer Verband Deutschlands, Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Jugend des Deutschen Alpenvereins, Katholikenrat Düren, Klima-Allianz Deutschland, Klima-Bündnis, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Naturschutzjugend im NABU (NAJU), Naturfreunde Deutschlands, Protect the Planet, ROBIN WOOD, Umweltinstitut München, Verband Christlicher Pfadfinder*innen, WWF Deutschland

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