7,8 Milliarden Menschen leben auf unserem Planeten, darunter eine wachsende Mittelschicht. Diese ist zwar vielleicht nicht gerade reich, aber sie hat mehr Geld zur Verfügung, als sie zum unmittelbaren Überleben benötigt. Die zunehmende Mittelschicht ist Folge des Wirtschaftswachstums – vor allem in Schwellenländern.

Wachsende Mittelschicht = wachsender Konsum

Allerdings geht wachsender Wohlstand in den meisten Fällen mit einem nicht nachhaltigen Verbrauch natürlicher Ressourcen und der Zerstörung der Natur einher. Diesen Trend gilt es umzukehren. Konsum muss nicht notwendigerweise zerstörerische Ausmaße annehmen. Wie Konsum und Produktion im Bereich Nahrungsmittel und Landwirtschaft nachhaltiger gestaltet werden können, erproben wir in Projekten, in denen Beispiele guter Praxis erarbeitet und durch einen Süd-Süd-Transfer übertragen werden.

Lösungsansatz

Weltweit wollen wir sogenannte „Hubs for SCP“ (Zentren für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion, Englisch: Sustainable Consumption and Production) aufbauen. Den ersten dieser „Hubs“ haben wir in Asien etabliert: Thailand, Indonesien und die Philippinen waren hier Vorreiter. Nun folgt ein Südamerika-Hub mit Paraguay und Kolumbien.

In den Projekten arbeiten wir

a) Mit den jeweiligen nationalen Regierungen zusammen an der Entwicklung von Minderungsstrategien für den Agrar- und Ernährungssektor

b) Mit Unternehmen an der Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle

c) An der Schärfung des Bewusstseins von Konsumenten für die Auswirkungen ihres Konsumverhaltens

Länderbeispiele

SCP © WWF
Nachhaltige Agrarproduktion in Thailand © WWF Thailand

In Thailand haben wir ein Lösungsmodell gegen Landdegradation und Entwaldung erarbeitet, mit Modellstandorten für eine nachhaltige Landwirtschaft in Nordthailand und nachhaltigen Lieferketten zum thailändischen Einzelhandel.

In Indonesien wird eine Umsetzung der Klimaversprechen für den Agrarbereich mit Fokus auf Palmöl-Produktion erarbeitet. Eine Plattform für nachhaltige Einzelhändler wird aufgebaut.

In den Philippinen geht es um eine Minderung von Emissionen aus dem Tourismus- und Gastronomiesektor. Partner aus dem Privatsektor (Restaurants, Hotels) führen Maßnahmen für eine nachhaltige Gastronomie durch, einschließlich der Vermeidung von Nahrungsmittelverschwendung.

In Paraguay sollen die stadtnahe landwirtschaftliche Produktion frischer Lebensmittel und die Lieferketten zum Einzelhandel nachhaltiger gestaltet werden, so dass die städtischen Konsumenten die Möglichkeit bekommen, sich aus „nachhaltigen Regalen“ zu versorgen.

In Kolumbien möchte das Projekt mit Verpflichtungen zur Verringerung von Umwandlung und Entwaldung in wichtigen Lieferketten (z.B. Palmöl, Fleisch/ Milch, Kakao) arbeiten und durch Sensibilisierung der Verbraucher zu einem langfristigen Sinneswandel beitragen. 

 

Globale politische Arbeit

Oneplanet Logo © oneplanet
Oneplanet Logo © oneplanet

Die Projekte tragen zu den nationalen Minderungs- und Anpassungs-Plänen einzelner Länder sowie zur Umsetzung von SDG 12 bei, indem sie die Einführung von Nachhaltigkeit für den Agrar- und Ernährungssektor fördern. Für die Umsetzung von SDG 12 wurde von den Vereinten Nationen ein 10-Jahres Rahmenprogram zu SCP aufgestellt (UN One Planet Network). Das Projekt ist  hier vor allem mit dem Sustainable Food Systems Programm und dem Consumer Information Programm verbunden und möchte die eigenen Erfahrungen und entwickelten Lösungen als Teil einer allgemeinen politischen Diskussion zu SCP in internationalen Foren platzieren.

Das "SCP" Projekt

BMU Logo © BMU
BMU Logo © BMU

Die Projekte werden gefördert durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundeministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Mehr Informationen zum Projekt auf unserer Projektwebsite (auf Englisch) https://www.wwf-scp.org/

  • Bio Obst und Gemüse © Global Warming Images / WWF Ernährung & Konsum

    Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, hat erhebliche Auswirkungen auf den Ressourcenverbrauch. Weiterlesen ...