Woher stammt eigentlich unser Essen? Viele von uns wissen gar nicht, wie unsere Lebensmittel produziert werden und wie die Arbeit von Bäuerinnen und Bauern aussieht. So reichen die Vorstellungen vom Alltag in der deutschen Landwirtschaft vom Alm-Idyll bis hin zur Agrar-Fabrik.

Zu Besuch auf Gut Temmen

Den Auftakt der WWF-Hofbesuche macht das Gut Temmen. Am 21. Juli 2021 um 14.00 Uhr  haben wir den familiengeführten Hof besucht, der nicht nur ein Vorzeige-Hof für biologische Landwirtschaft ist, sondern auch Teil des Projektes „Landwirtschaft für Artenvielfalt“. Hier wird Landwirtschaft und Umweltschutz zusammengedacht und auch gelebt.

Mit dem WWF auf dem Bauernhof

Bundesministerin für Landwirtschaft Julia Klöckner besucht Gut Temmen © Julia Thiemann / WWF
Bundesministerin für Landwirtschaft Julia Klöckner besucht Gut Temmen © Julia Thiemann / WWF

Wie funktioniert eigentlich Landwirtschaft? Wer sind die Leute, die unsere Lebensmittel erzeugen? Und was hat die Landwirtschaft mit Artenvielfalt zu tun? Jeder von uns hat eine gewisse Vorstellung, was Landwirtschaft ist.

Klar, es werden Lebensmittel erzeugt, Kühe stehen auf der Wiese und Schweine werden in engen Ställen gehalten. Aus Weizen wird das Brot und aus Milch wird Käse. Das ist schon mal nicht ganz falsch, aber wie so häufig im Leben ist die Realität noch etwas komplexer. In Deutschland gibt es etwa noch 260.000 landwirtschaftliche Betriebe. Das sind nur noch halb so viele wie vor 40 Jahren, Tendenz sinkend.

10 Prozent davon wirtschaften nach den Richtlinien des Ökolandbaus, Tendenz steigend. Die Betriebsgrößen variieren dabei sehr stark, von kleinen Flächen bis hin zu Betrieben, die mehrere Quadratkilometer bewirtschaften. Auch die Ausrichtung der Bertriebe ist sehr unterschiedlich, vom Gemüsebauer, über den Milchbauern, Schweinemastbetrieb, zum klassischen Ackerbaubetrieb bis hin zum Weinbauern.

Jeder dieser 260.000 Höfe ist geprägt von individuellen Entscheidungen und Ideen. Und auch die Bedingungen, das heißt die Böden und das lokale Klima, können sehr unterschiedlich sein. Dabei hat die Landwirtschaft enormen Einfluss auf die Umwelt, Artenvielfalt und auf das Klima.

Fast die Hälfte der Deutschen Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Hinzu kommt, dass vieles, was wir in Deutschland essen, im Ausland produziert wurde und auch dort Auswirkungen auf die lokale Umwelt hat. So steht die Landwirtschaft häufig in Konkurrenz zu Flächen, die Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen. Andererseits kann die Landwirtschaft auch einen positiven Effekt auf die Landschaft, die Ökosysteme und sogar auf das Klima haben.

Es macht also einen großen Unterschied, wie und wo unsere Lebensmittel erzeugt werden und wie wir uns ernähren. Um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, einmal hinter die Kulissen der Landwirtschaft zu schauen, lädt der WWF zu virtuellen Besichtigungen echter Höfe ein. Dabei wollen wir, gemeinsam mit den Landwirt:innen, auf die genannten Fragen eingehen.

Zuschauer:innen können live dabei sein und erhalten spannende Einblicke in den Alltag der Landwirte. Bäuerinnen und Bauern führen durch ihren Betrieb und zeigen uns, wie sie heute arbeiten und was ihre Sorgen und Herausforderungen sind. Zugleich wollen wir zeigen, wie Umweltschutz und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können. Über unsere sozialen Netzwerke und über unseren Infoservice gibt es die Gelegenheit, Fragen vorab zu stellen, die wir dann an die Landwirte weitergeben und die in Echtzeit im Livestream beantwortet werden.

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