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Stand: 17.09.2018

Überfischung: Bald drohen uns leere Meere

Die Fischerei plündert die Weltmeere. Deren Reichtum schien lange Zeit unerschöpflich – eine Illusion, denn Fisch ist nicht in unbegrenzten Mengen vorhanden. Die weltweite Überfischung gilt heute als eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere und das Überleben seiner Bewohner. Schon heute sollten wir vier Fünftel aller Fischbestände eher schonen anstatt sie weiter intensiv und an der Grenze ihrer Belastbarkeit zu befischen.

Grafik: Überfischung der Meere – Zahlen und Fakten vom WWF
Grafik: Überfischung der Meere – Zahlen und Fakten vom WWFLupe

Weltweit gelten 33 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt und 60 Prozent als maximal genutzt (Stand: Juli 2018). In den europäischen Gewässern ist die Situation besonders schlimm: Im Mittelmeer und im Schwarzen Meer werden sogar 62,2% Prozent der Bestände als überfischt klassifiziert. Doch für viele Fischbestände fehlen Daten – letztlich kann die Wissenschaft nur für 35 Prozent der untersuchten Bestände eine Zustandsbeschreibung machen. 

Die Fischerei verändert das Ökosystem

Im Meer spielen Fische eine zentrale Rolle im Nahrungsnetz anderer Fische und Meeressäugetiere. Die Fischerei entnimmt häufig bestimmte Arten in zu großen Mengen und verändert dadurch die natürliche Zusammensetzung und die Dynamik des Nahrungsnetzes. Besonders begehrt sind in der Regel die großen Fischarten, welche durch die Fischerei stark dezimiert werden. Wenn sich ihr Fang schließlich nicht mehr lohnt, werden andere Fische angepeilt – zum Beispiel jene Arten, die vorher noch die Beute für die großen Fische waren. Dieses Phänomen wird als „Fishing down the food web“ (Das Nahrungsnetz von groß nach klein abfischen) beschrieben: Die Größe der Zielfische nimmt stetig ab. Die übermäßige Fischerei kann die Nahrungsnetze und somit das bestehende Gleichgewicht im Ökosystem verändern. 

Wissenschaftliche Empfehlungen werden missachtet

Die technisch hoch gerüsteten und auf schnellen Profit bedachten großen Fangflotten leeren die Meere. In den europäischen Gewässern bestimmt die Europäische Union (EU) im Rahmen ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP), wie viel Fisch in einem Jahr aus ihren Gewässern entnommen werden darf. Dabei wird sie eigentlich vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) beraten. Doch häufig sind die am Ende festgelegten Fangmengen deutlich höher: Die politisch festgesetzten Fangquoten überschritten in den letzten Jahre sehr oft die  wissenschaftlichen Empfehlungen. Das ist dann zwar legal, aber bei weitem nicht mehr nachhaltig. Und das ist nur ein Ergebnis einer kurzsichtigen und nicht nachhaltigen Politik.

Faire Bedingungen für Fische und Fischer nötig

Traditionelle kleinhandwerkliche Fischerei in Vietnam © SAKDAWUT14 GettyImages
Traditionelle kleinhandwerkliche Fischerei in Vietnam © SAKDAWUT14 GettyImages

Sowohl die Fische als auch die Fischer verdienen beide eine langfristige Perspektive. Diese sollte für einzelne Fischbestände innerhalb des Fischereimanagements in Europa in so genannten Mehrjahres-Plänen umgesetzt werden. Der WWF fordert zudem, dass das gesamte Ökosystem in Betracht gezogen und den Empfehlungen der Wissenschaftler gefolgt wird.

 

Was für Europa gilt, muss erst recht für die Aktivitäten der EU in anderen Ländern gelten. Vor allem Menschen in Entwicklungsländern sind darauf angewiesen, auch in Zukunft noch ausreichend Fisch fangen zu können. Faire Fischereiabkommen mit Drittstaaten müssen eine umweltverträgliche und nachhaltige Fischerei fördern und die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Fischer schützen.  

Als Verbraucher etwas gegen Überfischung tun

Ein gutes Management lässt sich auch durchsetzen, wenn Verbraucher und Händler die Weichen richtig stellen: Wer Fisch aus nachhaltigem Angebot bevorzugt, lenkt den Markt ein Stück weiter hin zur naturverträglichen Fischerei, damit auch in vielen Jahren noch Fische und Meeresfrüchte im Angebot sind. Der WWF-Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte zeigt Ihnen, welche Fischprodukte Sie unbedenklich essen können und von welchen man derzeit lieber die Finger lassen sollte. 

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