Content Section

Stand: 08.05.2019

Europawahl 2019: Diesmal geht´s um alles

Die Herausforderungen, vor denen Europa steht, sind vielfältig und komplex: Brexit, internationale Konflikte, die Folgen von Finanz- und Wirtschaftskrisen, der Rückzug der USA aus multilateralen Vereinbarungen, anhaltender Migrationsdruck und das Erstarken EU-feindlicher Kräfte werfen grundsätzliche Fragen zur Sicherheit, wirtschaftlichen Ausrichtung und Struktur der Europäischen Union auf. Fragen, auf die die Europäischen Mitgliedsländer nur gemeinsam Antworten finden können und die mit der zunehmenden ökologischen Krise verbunden sind.

Am 26.05.2019 findet die Europawahl in Deutschland statt © Tzogia Kappatou / iStock / Getty Images
Am 26.05.2019 findet die Europawahl in Deutschland statt © Tzogia Kappatou / iStock / Getty Images

Die Europäische Union (EU) kann aus der aktuellen politischen Krise gestärkt hervorgehen, wenn sie gerechter und nachhaltiger wird. Eine freiheitliche und solidarische Gesellschaft, eine nachhaltige und innovative Wirtschaft und eine lebenswerte, intakte Umwelt haben das Potenzial, das verbindende Element für ein zukunftsfähiges und starkes Europa zu werden.

Warum ist die Europawahl wichtig für den Naturschutz

Die Natur kennt keine Nationalstaaten. Zugvögel oder große Beutegreifer wie etwa der Wolf machen an Ländergrenzen ebenso wenig halt wie das Wasser von Donau und Oder. Daher braucht effektiver Natur- und Umweltschutz internationale Zusammenarbeit und überstaatliche Problemlösungsforen wie die Europäische Union.

 

So war es zum Beispiel das Europäische Umweltschutzrecht, das den Hambacher Wald oder den polnischen Nationalpark in Bialowieza vor einer Abholzung im Auftrag oder mit Billigung der dortigen Regierung bewahrt hat. Genauso macht sich das Europäische Parlament seit Jahren für einen reduzierten Einsatz von Pestiziden oder das Verbot von Einwegplastik stark.

WWF-Forderungen zur Europawahl

Angesicht der globalen Herausforderungen muss die Europäische Union in den kommenden fünf Jahren all ihre Kraft in die Verwirklichung eines sozialen und ökologisch-nachhaltigen Europas investieren. Nur auf diese Weise wird die EU in Zeiten von globalem Wettbewerb und distributiven Veränderungen ihre soziale Stabilität und Sicherheit dauerhaft aufrechterhalten können. Dabei ist Umwelt- und Naturschutz kein Luxusthema, wie jüngst von einigen politischen Kräften behauptet, sondern zutiefst mit den Themen soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit verbunden

 

Die Europäische Union benötigt:

  • eine Innovations- und Investitionsoffensive in nachhaltige Wirtschaftsformen, um den ökologischen Fußabdruck der EU zu verringern
  • eine konsequente Dekarbonisierung des Verkehrs und der Industrie
  • eine ökologisch und soziale Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik
  • eine kohärente Umsetzung der EU-Natur- und Artenschutzgesetze
  • institutionelle Reformen, um den Stellenwert von Nachhaltigkeits- und Klimaschutzpolitik in der EU aufzuwerten.

 

Ziel ist es, deutlich weniger Energie, Ressourcen und Flächen zu verbrauchen und unsere natürlichen Lebensgrundlagen hier und weltweit zu erhalten.

Gemeinsame Europawahlkampagne #natürlichEuropa gestartet!

Vor fünf Jahren war die Beteiligung an der Wahl des Europäischen Parlamentes sehr schwach. Zum Urnengang am 26. Mai 2019 mobilisiert der WWF deshalb gemeinsam mit den anderen 89 Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen des Deutschen Naturschutz Rings e.V. (DNR) zur Stimmabgabe für ein nachhaltiges Europa unter dem Slogan #natürlichEuropa – denn gerade der Natur- und Umweltschutz braucht eine starke europäische Gesetzgebung.

 

Dabei haben eine freiheitliche und solidarische Gesellschaft, eine nachhaltige und innovative Wirtschaft und eine lebenswerte, intakte Umwelt das Potenzial, das verbindende Element für ein zukunftsfähiges und starkes Europa zu werden. Eine lebendige Natur und gesunde Umwelt sind Kollektivgüter, von denen nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern alle EuropäerInnen grenzüberschreitend profitieren.

 

Weitere Informationen gibt es auf der DNR-Kampagnen-Website www.natürlichEuropa.de

  • Facebook
  • Twitter
  • Pinterest
  • drucken