Was kommt in der Weihnachtszeit bei Ihnen auf den Tisch? Kartoffelsalat mit Bio-Würstchen, Gans oder feiern Sie vegetarisch? Backen Sie Ihre Plätzchen selbst oder bevorzugen Sie Lebkuchen und Marzipan aus dem Supermarkt? Für alle, die Weihnachten nachhaltiger feiern wollen, haben wir tolle Ernährungstipps rund ums Weihnachtsfest zusammengestellt. Machen Sie Ihren Liebsten und der Natur eine Freude. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Umsetzen!

Keule, Brust und Braten – wie gut ist unser Festessen zu Weihnachten?

Gänsekeule oder ein saftiger Truthahnbraten sind etwas Besonderes und kommen häufig als Festessen auf den Tisch. Falls es Fleisch zum Fest sein soll, können Sie darauf achten, dass Sie hochwertiges Bio-Fleisch aus tiergerechter Haltung kaufen. Tiere aus Bio-Haltungen leben im Schnitt mehr als doppelt so lang wie ihre Artgenossen aus konventioneller Mast. Rinder, Schweine und Geflügel aus konventioneller Mast werden zudem meist mit gentechnisch-verändertem Soja aus Monokulturen gefüttert. Bio-Bauern achten auf eine tiergerechte Haltung und berücksichtigen die Bedürfnisse der Tiere. Auch die ökologischen Auswirkungen sind geringer. Denn durch den Verzicht auf Soja-Futter werden Waldflächen in Südamerika geschont. Nutzen Sie unseren Einkaufsratgeber Fleisch und Wurst für den bewussten Fleischkonsum.

Welchen Fisch zum Weihnachtsfest?

Fisch auf Eis © krblokhin / iStock GettyImages
Fisch auf Eis © krblokhin / iStock GettyImages

Wer auch der Meeresumwelt ein Geschenk machen möchte, achtet beim Kauf von Fischprodukten auf Bio- und Umweltsiegel. Für Fisch aus Zuchten sind dies die Siegel von Bioland und Naturland sowie vom ASC (Aquaculture Stewardship Council) bei Verwendung gentechnikfreier Futtermittel. Bei Wildfisch bietet das MSC-Siegel derzeit noch die beste Orientierung, trotz Reform-Forderungen seitens des WWF.

Bei vielen „Edelfischen“ rät der WWF vom Verzehr ab: Schwertfisch und Roter Snapper stehen unter hohem Fischereidruck, außerdem enden beim Fang oft auch Meeresschildkröten und Delfine als Beifang an Langleinen und Treibnetzen. Ähnliche Probleme prägen die Fischerei auf Gelbflossenthunfisch, hier bieten jedoch Herkunft und Fangmethode eine gute Orientierung: Angelrute und Handleine sind traditionelle umweltverträgliche Fangarten, mit denen Fische einzeln gefangen werden und andere Meerestiere, wie Meeresschildkröten und Haie, verschont bleiben. Bei dem an Weihnachten besonders beliebten Lachs gilt: bitte aus Bio-Zucht.

Einen Überblick bringt Ihnen der WWF-Ratgeber Fische & Meeresfrüchte - auch als kostenfreie App für den schnellen Check im Supermarkt.

Leckeres aus der Weihnachtsbackstube

Weihnachtsgewürze © Stefanie Willhelm
Weihnachtsgewürze © Stefanie Willhelm

Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit. Achten Sie beim Einkaufen der Zutaten auf Bio-Produkte aus ökologischer Landwirtschaft oder bevorzugen Sie regionale Produkte. Dafür werden Transportwege gespart und so deutlich weniger Treibhausgase ausgestoßen.

Beim Kauf der Eier ist das Bio-Label oder die Ziffer 0 ausschlaggebend. Diese Eier stehen für eine ökologische Erzeugung und müssen EU-weit ganz besondere Anforderungen erfüllen. Die Tiere werden mit Futter gefüttert, das überwiegend aus ökologischem Anbau stammt. Die Hennen haben neben Auslauf auch Tageslicht in den Ställen und Hähne in ihren Gruppen. Hier erfahren Sie mehr über die Kennzeichnung von Eiern.

Süße Leckereien aus dem Supermarkt

Wer nicht selbst backt, der sollte vor allem bei Marzipan, aber auch bei klassischen Backwaren, Plätzchen und Adventskalendern einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Beim Kakao können Siegel bei der Entscheidung helfen. Oftmals findet sich in den Süßwaren auch das ökologisch kritische Palmöl. Angebaut wird die Ölpalme heute hauptsächlich in Südostasien. Seit 1990 hat sich die Fläche für Ölpalmen weltweit verdoppelt, in Indonesien sogar verzehnfacht. Palmölplantagen bedecken weltweit inzwischen 19 Millionen Hektar Fläche. Das entspricht etwa einem Drittel der Fläche der Bundesrepublik Deutschland. Die riesigen Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt und durch die Umweltzerstörung wird der Klimawandel befeuert.

Die Palmöl-Produktion muss daher anders werden, als sie heute größtenteils ist – nämlich ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich. Einen Mindeststandard bietet der Runde Tisch für Palmöl (RSPO) und dessen Siegel sich auch auf den entsprechenden Produkten findet. Eine bessere Wahl stellt ebenfalls Palmöl aus ökologischer Produktion dar, das in der Regel bei Bio-Ware verwendet wird. Weitere Informationen zu Palmöl finden Sie hier.