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Die Saalach

Flüsse wollen wir wild!

Stand: 23.04.2025

Durch Deutschland ziehen sich unzählige Flüsse. Manche fließen gemächlich dahin, andere strömen schneller, als du laufen kannst. Doch nicht jedes fließende Gewässer heißt Fluss: Schmale und flache Gewässer nennen wir Bach. Die Grenze ist flexibel. Das heißt, es gibt keine genauen Zahlen, ab welcher Tiefe und Breite ein Bach zum Fluss wird.

Von oben nach unten

Isar | Fotoprojekt „verdammt.wild“ © Karl Seidl
Isar | Fotoprojekt „verdammt.wild“ © Karl Seidl

Ein Fluss hat verschiedene Bereiche. Der Abschnitt nahe der Quelle ist der Oberlauf, danach folgt der Mittellauf. Der dritte Abschnitt, kurz bevor der Fluss in einen See, einen anderen Fluss oder ins Meer mündet, wird Unterlauf genannt. Vom Ober- zum Unterlauf wird das Wasser wärmer und es enthält immer weniger Sauerstoff. Auch die Pflanzen und Tiere am und im Fluss verändern sich dadurch. In den verschiedenen Abschnitten leben unterschiedliche Arten.

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Schon gewusst?

Flüsse fließen in einer Art Rinne, dem Flussbett. Auf ihrem Weg zum Meer bringen Flüsse viel Sand mit. Der lagert sich bei der Mündung, kurz vor dem Meer, ab. Dadurch teilt sich der Fluss in mehrere Arme. Das nennt man ein Flussdelta.

Aus klein wird groß

Bach im Schwarzwald
Bach im Schwarzwald © alexemanuel / Getty Images / iStockphoto / WWF

Flüsse beginnen an einer Quelle, wo Wasser aus dem Boden sprudelt. So entsteht ein Bach, der im Gebirge schnell, im Flachland langsam fließt. Auf seinem Weg nimmt er unzählige Zuflüsse auf. Er wird breiter, tiefer und zu einem richtigen Fluss. Der fließt immer bergab, bis er in einen anderen Fluss oder ins Meer mündet. Manche Flüsse strömen in einen See und von dem fließt wieder ein Fluss oder Bach ab. Zu den längsten Flüssen Deutschlands gehören Rhein, Donau, Elbe, Weser und Ems.

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Schon gewusst?

Der Rhein ist rund 1.233 Kilometer lang! Auf 865 Kilometern fließt er durch Deutschland. Damit ist er der längste unserer heimischen Flüsse.

Was sind eigentlich … Auen?

Auen heißen Landschaften an Flüssen, die regelmäßig überflutet werden. Sie funktionieren ein bisschen wie ein Schwamm: Bei niedrigem Wasserstand sind sie trocken, bei Hochwasser nehmen sie viel Wasser aus dem Fluss auf und halten es fest. In Auen gibt es sehr vielfältige Lebensräume. Deshalb leben dort viele verschiedene Tiere. In Auen wachsen auch jede Menge Pflanzen und Bäume bilden sogenannte Auenwälder.

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Schon gewusst?

Menschen legen selbst Fließgewässer an: Durch Kanäle fahren Schiffe. Und Gräben entwässern zum Beispiel Felder. Das bedeutet, bei starkem Regen fließt das Wasser vom Feld in den Graben.

Flüsse in Not

Flüsse gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Welt. Viele Tier- und Pflanzenarten leben am Ufer, auf und im Wasser. Und Menschen nutzen Flüsse. Schiffe transportieren Waren übers Wasser und viele Menschen leben vom Fischfang. Aber wenn die Gewässer so wichtig sind, warum ist der Lebensraum Fluss dann in Gewässer so wichtig sind, warum ist der Lebensraum Fluss dann in Gefahr?

Rhein bei Dürre: Es ist fast kein Wasser mehr im Flussbett
Rhein bei Dürre: Es ist fast kein Wasser mehr im Flussbett © AL-Travelpicture / iStock / Getty Images

Klimakrise

Auf der Erde wird es immer wärmer und das Wetter ändert sich: Mal regnet es zu stark, dann so wenig, dass in Flüssen zu wenig Wasser fließt. Trocknen Flüsse fast aus, können darin lebende Fische und andere Tiere sterben. Und zu warmes Wasser bedeutet weniger Sauerstoff, was dem Lebensraum Fluss ebenso schadet.

Bebauung der Auen

Immer mehr Auen müssen für Acker, Straßen und Gebäude weichen. Darum gehören sie zu den am meisten gefährdeten Lebensräumen in Mitteleuropa, also auch bei uns in Deutschland. Doch ohne Auen verlieren Landschaften einen wichtigen Puffer bei Hochwasser und viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum.

Begradigter Fluss
Begradigter Fluss © Jupiterimages / GettyImages

Begradigung und Uferbefestigung

Weil Menschen Flüsse mit Schiffen befahren, werden die Gewässer oft begradigt. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Kurven beseitigt werden. So wird der Weg kürzer und Schiffe kommen schneller an ihr Ziel. Außerdem wird der Boden vertieft. Doch durch das tiefere Flussbett können Seitenarme der Flüsse und Auen austrocknen. Und nicht jedes Tier und jede Pflanzenart kommen im rasant fließenden Wasser zurecht und sie verschwinden dann aus dem Fluss. Auch Uferbefestigungen und Stufen im Wasser schaden dem Ökosystem Fluss. Zum Beispiel hindern Stufen Fische daran, zu ihren Laichplätzen zu schwimmen.

Verschmutzung

Regelmäßig landet Abwasser aus Kläranlagen und Fabriken in Flüssen. Und von Feldern werden oft Düngemittel in die Gewässer geschwemmt. So gelangen Phosphor und Stickstoff ins Wasser. Dadurch können zu viele Algen wachsen, was das Ökosystem Fluss durcheinanderbringt. Auch Mikroplastik und Pestizide finden sich oft in Flüssen. Beides verschlechtert die Wasserqualität, was manche Tiere und Pflanzen nicht überleben.

Der WWF im Einsatz: Auenrettung an der Mittleren Elbe

Deichrückverlegung an der Mittleren Elbe
Deichrückverlegung an der Mittleren Elbe © Ralph Frank / WWF

Früher floss die Elbe frei und ungehindert durch Deutschland bis in die Nordsee. Doch im Lauf der Zeit wurden viele Flussbereiche begradigt und Auen mussten weichen. Das wollte der WWF mit dem Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe rückgängig machen. Die Bundesrepublik Deutschland und das Bundesland Sachsen-Anhalt unterstützten dieses Projekt.

Unser Plan

Wir wollen den größten zusammenhängenden Auenwald an der Elbe im Bundesland Sachsen-Anhalt erhalten, weitere Auen schaffen und verbinden.

Das WWF-Team …

  • hat Altarme der Elbe, die trockengelegt waren, wieder mit dem Fluss verbunden.
  • pflanzte heimische Bäume, damit neue Auenwälder entstehen.
  • wandelte Ackerland in Auenwiesen um.
  • sät auf großen Auenflächen heimische Blütenpflanzen für mehr Insekten aus – zum Beispiel Brenndolde, Labkraut oder Wilde Möhre.
  • verlegte einen Deich zurück, um der Elbe wieder mehr Platz zum freien Fließen zu geben – damit sie wieder mehr von ihrer Aue überschwemmen kann.

Was ist eigentlich … Renaturierung?

Bei der Renaturierung unterstützen wir die Natur dabei, wieder den Zustand zu erreichen, den sie vor ihrer Zerstörung hatte.

Die Natur kehrte zurück!

Elbebiber im hohen Grass
Elbebiber © Ralph Frank / WWF

Nun leben an der Mittleren Elbe wieder:

  • 135 Vogelarten unter anderem der Schwarzstorch, Fisch- und Seeadler
  • 1.000 verschiedene Pflanzenarten
  • 40 Säugetierarten wie der Elbebiber und die Wasserfledermaus,
  • 50 Libellenarten
  • 200 verschiedene Wildbienenarten

Wie geht es den Flüssen in den Alpen?

Uns liegt nicht nur die Mittlere Elbe, sondern auch die wilden Flüsse in den Alpen am Herzen. Gemeinsam mit 18 verschiedenen Organisationen und Vereinen arbeiten wir daran, dass Flüsse auch dort wieder wilder werden.

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