Wenn es heißt, Wasser ist die Grundlage jeden Lebens, so trifft das in der Landwirtschaft gleich mehrfach zu. So ist eine ausreichende Wasserversorgung essenziell, damit die Pflanzen auf dem Feld wachsen können und die Tiere genug zu trinken haben. Die Landwirtschaft wiederum produziert die Lebensmittel, die Grundlage unserer Ernährung sind. Und gleichzeitig können landwirtschaftlich genutzte Böden auch dafür sorgen, dass Regenwasser gefiltert wird, bevor es in das Grundwasser gerät.

Nitrat belastet unser Grundwasser

Schweine auf einem Bio-Hof in Dorset © Global Warming Images / WWF
Schweine auf einem Bio-Hof in Dorset © Global Warming Images / WWF

Nachhaltige, umweltfreundliche Landbewirtschaftung trägt zum Schutz unserer Wasserressourcen bei. Doch die Landwirtschaft stellt in weiten Teilen auch eine Bedrohung für Gewässer und Grundwasser dar.

So zeigte der Nitratbericht der Bunderegierung 2020, dass immer noch 17 Prozent der Grundwassermessstellen mit zu viel Nitrat belastet sind, unter landwirtschaftlich genutzten Flächen sind es sogar 27 Prozent. Nitrat ist ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen und wird entweder als Mineraldünger oder als organischer Dünger, also Gülle oder Mist, ausgebracht. Allerdings kommt in einigen Teilen der Landwirtschaft zu viel dieses Nährstoffs zum Einsatz. Insbesondere bei der intensiven Tierhaltung fällt über die Ausscheidungen der Tiere eine Menge Stickstoff an. Etwa 50 Prozent des ausgebrachten Stickstoffdüngers werden derzeit von den Pflanzen nicht aufgenommen und belasten so die Umwelt.

Auch die europäische „Farm to Fork“-Strategie sieht bis 2030 eine Reduzierung der Stickstoffüberschüsse um 50 Prozent vor. Derzeit stehen wir immer noch bei einem rechnerischen Gesamtbilanzüberschuss von über 90 Kilogramm Stickstoff pro Hektar.

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Verfügbarkeit von Wasser

Menschen zapfen Wasser in Flaschen während einer Trockenheit in Kapstadt © James Suter / Black Bean Productions / WWF-US
Menschen zapfen Wasser in Flaschen während einer Trockenheit in Kapstadt © James Suter / Black Bean Productions / WWF-US

Aber auch die Verfügbarkeit von Wasser spielt zunehmend eine Rolle. Noch vor wenigen Jahren war zu wenig Wasser, Dürre, oder Trockenheit kein Thema in Deutschland. Wasser war immer und überall in ausreichender Menge verfügbar. Doch die letzten Jahre haben uns deutlich gezeigt, dass der Klimawandel auch in unseren Breiten Wasser zu einer wertvollen Ressource werden lässt. Kaum eine Region in Deutschland war in den Sommern 2018, 2019 und 2020 nicht wenigstens von der geringsten Kategorie „ungewöhnliche Trockenheit“ betroffen. Nicht nur die roten, auch die gelben und orangefarbenen Flecken breiten sich aus.

Auf eine meteorologische Dürre, also das Ausbleiben von Regen über einen längeren Zeitraum, folgt die landwirtschaftliche Dürre – der Mangel von Wasser, der zu Bodentrockenheit führt und das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Sinkt schließlich der Grundwasserspiegel ab, und sind die Wasserspeicher aufgebraucht, spricht man von hydrologischer Dürre.

Maßnahmen zum Wasserschutz

Um unsere Lebensgrundlage Wasser besser zu schützen, stehen der Landwirtschaft eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung:

  • Um Stickstoffüberschüsse zu reduzieren, sollten nur so viele Tiere gehalten werden, wie die Böden auch imstande sind, aufzunehmen. Dazu müssen in viehstarken Regionen in den roten Gebieten Nutztierbestände deutlich abgestockt werden.
  • Um in trockenen Phasen Wasser besser in Böden halten zu können, braucht es intelligente Anbausysteme mit breiteren Fruchtfolgen, Mischkulturen und Untersaaten.
  • Eine weitere, sehr vielversprechende Art der Landbewirtschaftung sind sogenannten Agroforst-Systeme. Darunter versteht man eine Kombination aus Landwirtschaft und der Nutzung von Bäumen oder anderen Gehölzen. Dieses Zusammenspiel bringt viele Vorteile mit sich. So schützen zum Beispiel die Hecken und Bäume den Boden vor Austrocknung und Erosionen, indem sie im Sommer Schatten spenden und starke Winde abpuffern können.
  • Wassersparende Bewirtschaftung zum Beispiel durch Mulchsaat, Direktsaat und Bodenbedeckung im Winter
  • Einsatz von wassersparender, effizienter Bewässerungstechnik wie zum Beispiel Tröpfchenbewässerung
  • Wasserrückhalt zum Beispiel in Regenrückhaltebecken