Es ist heißer geworden auf unserem Planeten. Und trockener. Wo früher Flüsse verliefen, trifft man oft nur noch auf trocken gefallene Flussbetten. Böden sind von Trockenrissen zerfurcht. Felder verdorren, bevor sie geerntet werden können. Millionenstädte leiden unter Wasserknappheit. Waldbrände halten ganze Regionen in Schach, Tiere und Menschen flüchten vor den Feuern – viele schaffen es oft nicht. Dem von Trockenheit geschwächten Wald setzen Schädlinge zusätzlich zu.

Dürren sind kein Szenario der fernen Zukunft. Sie gehören schon jetzt zu den spürbarsten und folgenreichsten Auswirkungen der Klimakrise für Mensch und Natur. Auch bei uns in Europa. Und die Art, wie wir gerade auch hier bei uns in Deutschland die Landschaften verändert haben und weiterhin verändern, verschärft die Auswirkungen von Dürren nur noch mehr. 
Lesen Sie in unserem Dossier alles zum Thema Dürre und ihre Auswirkungen auf unsere Wälder, Flüsse und Seen, unsere Städte, Landwirtschaft und die Tierwelt.

Aktuell:

  • Blick auf einem ausgetrockneten Maisfeld nach Wochen ohne Regen © GettyImages 10 Punkte gegen die Dürre

    Der WWF hat einen 10-Punkte-Dürre-Aktionsplan für ein zukunftsfähiges Dürremanagement erarbeitet. Klar ist: Industrie, Wasser-, Forst- und Landwirtschaft müssen viel enger mit dem Naturschutz kooperieren. Weiterlesen...

  • Blume trotzt der Dürre © Ion Barbu iStock Getty Images Plus WWF-Podcast: ÜberLeben

    Sommer-Sonne-Hitzefrei. Es könnte so schön sein, doch etwas fehlt: Regen. Der Sommer 2020 ist erneut eher eine trockene Angelegenheit. Philipp Wagnitz über den Umgang mit dem kostbaren Nass. Podcast hören...

Hintergrundartikel:

  • Bewässerungsanlage in Brasilien © Peter Caton / WWF UK Durstige Pflanzen – Wasserschlucker Landwirtschaft

    In der Landwirtschaft werden weltweit 70 Prozent unserer Trinkwasservorräte verbraucht. Meist ist die Bewässerungstechnik veraltet oder den Bedingungen nicht angepasst. Weiterlesen...

  • Menschen zapfen Wasser in Flaschen während einer Trockenheit in Kapstadt © James Suter / Black Bean Productions / WWF-US Dürre in Deutschland: Wasserspar-Mythen im Check

    Trockenheit in Deutschland: Was bedeutet das jetzt für unseren Wasserverbrauch? Wir haben im WWF Blog einige Wasserspar-Mythen zusammengetragen und klären diese in Bezug auf die aktuelle Lage. Zum WWF Blog...

  • Dürreperiode © Adriano Gambarini / WWF-Brasilien Auf dem Trockenen

    Mit der Klimakrise kommt die Dürrekrise. Davor warnt der WWF Deutschland in einem neuen Report, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach hat die Dürrekrise weltweit Fahrt aufgenommen. Zur Pressemitteilung...

  • Das Reichstagsgebäude in Berlin © Tomas Sereda / Thinkstock Wasserkrise: Wenn Millionenstädte auf dem Trockenen sitzen

    Ein Bericht des World Resources Institute warnte wieder einmal vor der eskalierenden Wasserkrise. 17 Länder stehen demnach unter extremem „Wasserstress“. Damit hat ein Viertel der Weltbevölkerung zu wenig Wasser Zum WWF Blog...

  • Wasserkrise am Mittelmeer

    Zahlreiche Küstenregionen des Mittelmeers, die etwa 30 Prozent der internationalen Urlauberströme bündeln, haben bereits ein ernsthaftes Süßwasserproblem. Weiterlesen...

  • Trockenheit in einem Wald bei Wildenbruch © Alexander Paul Brandes / WWF Dürre: Unser Wald verdurstet

    In den Wäldern zeichnet sich eine Fortsetzung des Trockenstresses der letzten Sommer ab. Die Folge: Baumsterben und anhaltende Borkenkäfer-Massenvermehrungen in Fichtenwäldern. Zum WWF Blog...

  • Afrikanischer Elefant mit Jungem © Martin Harvey / WWF Die Folgen der Erderwärmung für wildlebende Arten

    Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in den weltweit bedeutendsten Naturregionen werden mittelfristig dem Klimawandel zum Opfer fallen. Das ist das Ergebnis einer Studie des WWF und der Universität East Anglia in Großbritannien. Weiterlesen...

  • Vertikaler Schnitt in die Erde © Clay Bolt / WWF USA Der Boden der Lebensvielfalt

    Würde intakter Boden geschädigt, brächen Ökosysteme zusammen und würden wahrscheinlich zu Heideland, Halbwüsten oder Geröllhalden Weiterlesen...

Was ist Dürre?

Ein paar Tage ohne Regen sind noch keine Dürre, doch ab wann wird eigentlich aus normaler Trockenheit eine Dürre?

Nach der Definition des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) spricht man von einer "Dürre" immer dann, wenn der Boden zu einem bestimmten Zeitpunkt im Vergleich zu anderen Jahren besonders trocken war. Der Begriff "Dürre" bezeichnet also einen Vergleichswert. Das UFZ hat dafür Daten der Jahre 1952 bis 2015 ausgewertet, die die Bodenfeuchtigkeit in unterschiedlichen Tiefen abbilden. Jeder Monat jeden Jahres wird mit allen anderen Jahren aus dem Referenzzeitraum 1952 - 2015 verglichen. Wenn der Boden zum Beispiel im Juni 2019 trockener war als in 80 Prozent der Junimonate in diesem Referenzzeitraum, dann spricht man von Dürre. Auch ein feuchter Boden kann von Dürre betroffen sein, wenn er im Vergleich zum Referenzzeitraum sehr viel trockener ist. Je seltener ein Dürreereignis im Referenzzeitraum vorkam, umso dunkler wird das Rot auf der Landkarte des Dürremonitors.

Wer den Dürremonitor genau liest, wird auch feststellen: Kaum eine Region in Deutschland war in den Sommern 2018, 2019 und 2020 nicht wenigstens von der geringsten Kategorie "ungewöhnliche Trockenheit" betroffen. Nicht nur die roten, auch die gelben und orangefarbenen Flecken breiten sich aus.

Auf eine meteorologische Dürre, also das Ausbleiben von Regen über einen längeren Zeitraum, folgt die landwirtschaftliche Dürre - der Mangel von Wasser, der zu Bodentrockenheit führt und das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Sinkt schließlich der Grundwasserspiegel ab und sind die Wasserspeicher aufgebraucht, spricht man von hydrologischer Dürre.