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Stand: 17.09.2018

Nachhaltige Fischerei

Die Fischerei kann dauerhaft nur bestehen, wenn der Zustand der Umwelt zu ihrem Kernthema wird. Nur eine nachhaltige Fischerei kann unsere Meere gesund und die Ressource Fisch langfristig erhalten. Der WWF mit seinem gesamten europäischen Netzwerk hat sich der Umsetzung dieses Ziels verschrieben. 

© Meridith Kohut / WWF-US
© Meridith Kohut / WWF-US

Unter nachhaltigem Fischfang versteht man, dass die eingesetzten Fangmethoden und ihre Anwendung die Fischbestände auf bestanderhaltendem Niveau halten und diese nicht in ihrer Reproduktionsfähigkeit eingeschränkt wird. Weiterhin zielt nachhaltige Fischerei darauf ab, die Auswirkungen auf die Meeresökologie sowie ungewünschte Beifänge weitestgehend zu minimieren. All diese Ziele sind in der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU (GFP) festgeschrieben, werden jedoch von den EU-Mitgliedsstaaten nur langsam und unzureichend umgesetzt. 

Kriterien einer zukunftsfähigen europäischen Fischerei aus WWF-Sicht:

  • Die Überfischung wird gestoppt. Fangmengen werden nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt, sodass nur so viel gefischt wird, wie nachwachsen kann.
  • Das Rückwurf-Verbot wird konsequent umgesetzt. Rückwürfe werden bereits beim Fang durch den Einsatz selektiver Fangmethoden vermieden. Gezielt wird dabei die Innovation in der Fischereitechnik zur praktischen Umsetzung des Rückwurf-Verbotes gefördert. Durch bessere Planung, wann und wo gefischt wird, werden Gebiete gezielt gemieden, in denen sich z.B. viel Jungfisch aufhält. Die Umsetzung des Rückwurf-Verbotes wird konsequent und umfassend kontrolliert, z.B. durch den Einsatz von Kameras an Bord. Regelverstöße werden in einem abschreckenden Maß geahndet.
  • Schutzgebiete im Meer werden vor dem Einfluss schädlicher Fischereimethoden geschützt, so dass sich dort die Fischbestände erholen können, die dann außerhalb der Gebiete nachhaltige und bessere Erträge liefern.
  • Langfristige Mehrjahres-Pläne für jede Fischerei in der EU werden von Vertretern aus Fischerei, Umweltschutz, Wissenschaft und Politik gemeinsam maßgeschneidert erstellt. Im Rahmen dieser Pläne werden das Prinzip des „höchstmöglichen Dauerertrages“ zur nachhaltigen Befischung und ein Ökosystem-Ansatz des Fischereimanagements fest verankert. Ein schnelles Umdenken im Fischereimanagement ist lange überfällig. Unsere gemeinsamen Ressourcen müssen wir nachhaltig nutzen und verantwortungsvoller mit ihnen umgehen, egal wo wir fischen. Gemeinsam das Richtige tun – jetzt. 

Mehr Druck auf die Fischereien durch Handel und Verbraucher

Meeresschutzgebiet in Belize © Antonio Busiello / WWF-US
Meeresschutzgebiet in Belize © Antonio Busiello / WWF-US

Nachhaltige Fischprodukte aus Wildfang stammen sowohl aus der See- als auch der Binnenfischerei und sind entsprechend erkennbar auf der Verpackung gelabelt. Der Bereich der Aquakultur ist mit 50% heutzutage nicht mehr wegzudenken und auch hier gibt es Produkte aus Nachhaltiger Zucht, die entsprechend gekennzeichnet sind.

 

Immer mehr Verbraucher wollen einen Beitrag gegen die Ausbeutung der Ozeane leisten und fragen Fisch und Meeresfrüchte aus umweltverträglichen Fischereien nach. Der Handel hat das Problem ebenfalls erkannt und bietet vermehrt Produkte aus verantwortungsvollem Fang an. Tatsächlich gibt es nirgends auf der Welt mehr Produkte mit dem MSC-Siegel zu kaufen als in Deutschland.

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