Der Luchs lebt zum Großteil sehr zurückgezogen in den Tiefen der Wälder. Dies erklärt, warum er auch als „heimlicher Waldbewohner“ bezeichnet wird. Ihn jemals als Mensch zu Gesicht zu bekommen, ist also sehr unwahrscheinlich. Aus diesem Grund können Sie ihn und seine markanten Merkmale hier etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Die einzelnen Merkmale und Hotspots im Detail

Bewegungsfeature kurz erklärt

Anders als Wölfe, die ihre Beute über weite Strecken verfolgen können, lässt der Luchs es etwas ruhiger angehen. Er ist ein Lauer- und Pirschjäger. Das bedeutet, er wartet oft stundenlang auf seine Beute, und tötet sie mit einem großen Sprung an die Kehle.

Die Hinterläufe des Luchses sind länger und kräftiger ausgebildet als die Vorderbeine, dadurch kann der Luchs bis zu sieben Meter weit springen. Zum Vergleich: Den aktuellen Weitsprung-Weltrekord beim Menschen hält seit 1991 der US-Amerikaner Mike Powell mit 8,95 Meter.

Der Luchs, ein Einzelgänger

Waldbewohner Luchs © Julius Kramer
Waldbewohner Luchs © Julius Kramer

Der Luchs lebt nicht nur sehr zurückgezogen in den Wäldern, er ist auch der absolute Einzelgänger.

Männchen und Weibchen haben sich normalerweise nichts zu sagen. Lediglich zur Paarungszeit treffen sie sich. Die Weibchen ziehen zwar ihre Jungen groß, aber sobald diese alt genug sind, verlassen auch sie ihre Mutter auf der Suche nach einem eigenen Revier.

Luchse sind nicht scheu, sie sind heimlich.

Markus Schwaiger, Luchs-Experte im Bayerischen Wald

Verbreitung in Deutschland

Nachdem Luchse in Deutschland und Westeuropa nahezu verschwunden waren, nehmen sie nun allmählich, aber stetig ihre einstigen Lebensräume wieder in Besitz. Die Hauptvorkommen von Luchsen in Deutschland liegen im Harz und im Bayerischen Wald. Beide sind durch aktive Wiederansiedlung entstanden. Mit einem Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzerwald wird auch dort seit 2016 versucht, eine Luchspopulation zu begründen.

Gefährdungsstatus

Obwohl diese Tiere heute streng geschützt sind und in Deutschland zwar dem Jagdrecht unterliegen, aber unter einer ganzjährigen Schonzeit stehen, werden immer wieder Luchse illegal geschossen oder vergiftet.

Auch im Straßenverkehr kommen Luchse häufig zu Tode. Krankheiten oder andere natürliche Verluste spielen eine eher untergeordnete Rolle. Lebensraumzerstörung und Zerschneidung durch Verkehrswege erschweren ein weiteres Ausbreiten.

So helfen Sie den Luchsen

  • Luchs Weibchen mit Nachwuchs © Staffan Widstrand / WWF Luchse

    Bis zum Beginn des 1920. Jahrhunderts war der Luchs aus weiten Teilen Mittel- und Südeuropas verschwunden. Heute gibt es in Deutschland einige Waldgebiete, in denen der Luchs wieder angesiedelt wurde. Weiterlesen ...