Das Luchsweibchen Wangari verlässt das Auswilderungsgehege bei der Auswilderung im Thüringer Walds.

Luchse in Thüringen

Stand: 14.08.2026

In einem breiten Bündnis aus zehn Partnern werden wir im Rahmen des Projekts „Luchs Thüringen  – Europas Luchse vernetzen“ bis 2027 bis zu 20 Luchse im Thüringer Wald auswildern und damit eine nachhaltige Perspektive für den Luchs in Thüringen und Mitteldeutschland schaffen.

Bislang kommt der Luchs in Deutschland nur in drei voneinander isolierten Verbreitungsgebieten vor: im Pfälzerwald, im Harz und in Ostbayern. Im Thüringer Wald und im Schwarzwald entwickeln sich Populationen gerade – auch durch unsere Arbeit. Für den Luchs und seine langfristige Überlebensfähigkeit in Deutschland sind räumliche Isolation und die damit verbundene Inzucht beziehungsweise genetische Verarmung eine der Hauptgefahren.

Aufgrund seiner zentralen Lage kommt dem Freistaat Thüringen eine Schlüsselrolle bei der Vernetzung der unterschiedlichen Luchsvorkommen zu. Insbesondere der Thüringer Wald bietet aufgrund seiner geografischen Lage und des geeigneten Lebensraums gute Voraussetzungen für den Luchs und somit die Verbindung der Harzer Luchspopulation mit der Population in Ostbayern. Wie ein Trittsein, der es ermöglicht von der einen Seite eines Baches auf die andere zu gelangen, würde eine stabile Luchspopulation im Thüringer Wald eine Verbindung der einzelnen Luchsvorkommen in Mitteldeutschland und darüber hinaus ermöglichen.

Welche Perspektiven bieten sich dem Luchs in Thüringen?

Luchs im Wald © Julius Kramer
Luchs im Wald © Julius Kramer

Auch wenn sich im Nordwesten Thüringens im Eichsfeld und Südharz Luchse der Harzer Population wieder natürlich angesiedelt haben, ist nicht davon auszugehen, dass – ohne aktive Unterstützung – in absehbarer Zeit eine Vernetzung zwischen den Populationen im Harz und Bayern stattfinden wird.

Das Projekt im Thüringer Wald hat daher zum Ziel, durch Auswilderungen von Luchsen dem Bestand gezielt auf die Sprünge zu helfen. Denn nicht nur die naturräumlichen Bedingungen sind günstig, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz bei der Bevölkerung und wichtigen Interessensgruppen ist gegeben. In einer von uns in Auftrag gegebenen repräsentativen forsa-Umfrage fand sich mit 87 Prozent eine breite Mehrheit für eine Wiederansiedlung von Luchsen in Thüringen. Im Thüringer Wald waren die Menschen im Mittel sogar noch positiver gegenüber dem Luchs eingestellt als der Thüringer Durchschnitt.

Der Thüringer Wald ist weit mehr als ein Lebensraum für einzelne Luchse. Hier entsteht ein neuer Populationskern, der langfristig dazu beitragen kann, bislang getrennte Luchsvorkommen wieder zu verbinden. Das stärkt den genetischen Austausch und leistet einen entscheidenden Beitrag zum langfristigen Überleben der Art in Deutschland und Europa.

Max Boxleitner, Projektleiter Luchs Thüringen beim WWF Deutschland

August 2026 | Willkommen in Thüringen, Wangari und Lana

Das Luchsweibchen Wangari verlässt das Auswilderungsgehege bei der Auswilderung im Thüringer Walds.
Luchsweibchen Wangari © Max Kesberger / Luchs Thüringen

Mit Wangari und Lana sind zwei weitere Luchse im Thüringer Wald unterwegs. Die beiden Weibchen wurden am 13. August 2026 nahe Oberhof ausgewildert. Die Türen des Auswilderungsgeheges öffneten Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW) zusammen mit der Vorständin Naturschutz des WWF Deutschland, Kathrin Samson.

Für den Aufbau einer stabilen Population haben Weibchen eine entscheidende Rolle. Sie besetzen die Reviere, ziehen den Nachwuchs auf und tragen so dazu bei, dass sich die Raubkatzen langfristig in der Region ansiedeln.

Die beiden heute ausgewilderten Luchsweibchen sind gut ein Jahr alt und stammen aus Nachzuchten des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbandes (EAZA). Sie kamen im Tierpark Han-sur-Lesse (Belgien) und im Wildnispark Zürich (Schweiz) zur Welt. Die letzten Monate vor ihrer Auswilderung verbrachten sie im sogenannten Koordinationsgehege im Wildkatzendorf Hütscheroda. Dort werden Luchse aus zoologischen Einrichtungen auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet. Dazu gehören unter anderem eine tierärztliche Untersuchung und ein Verhaltenstest, in dem geprüft wird, dass die Tiere scheu sind und den Menschen meiden.

Damit haben bereits neun Luchse im Thüringer Wald eine neue Heimat gefunden. 

Ein Jahr lang werden die Tiere mithilfe von GPS-Sendern beobachtet, die Einblicke in ihr Verhalten erlauben. Anschließend fallen die Halsbänder automatisch ab.

Der Projektverlauf im Überblick

Das macht der WWF zum Schutz der Luchse

  • Eurasischer Luchs © Ralph Frank / WWF
    In Rheinland-Pfalz
    Der Pfälzerwald bietet gute Voraussetzungen für Luchse, sich dauerhaft anzusiedeln.
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  • Luchs in Deutschland © Robert Günther / WWF
    In Bayern
    Zwischen 2019 und 2020 wurden 70 selbständige Luchse sowie 27 Jungtiere nachgewiesen.
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  • Eurasischer Luchs © Ralph Frank / WWF
    In Baden-Württemberg
    Der WWF unterstützt in Baden-Württemberg die Umweltbildungsarbeit zum Luchs.
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  • Eurasischer Luchs © Robert Günther / WWF
    In Europa
    In den Wäldern des Dreiländerecks Bayern, Tschechien & Österreich leben derzeit 50 Luchse.
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  • Luchs im Wald © Julius Kramer
    Internationaler Tag des Luchses
    Der Luchs kehrt in unsere Wälder zurück. Was macht die heimische Katze so faszinierend?
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Gemeinsam für den Luchs

Zusammen mit dem BUND Thüringen und den unterschiedlichsten Akteuren aus Forst, Jagd und Naturschutz bündeln wir unsere Erfahrungen und Kompetenzen in diesem gemeinsamen Projekt, das dem Luchs eine Rückkehr in den Thüringer Wald ermöglichen soll.

Das Thüringer Umweltministerium fördert das Projekt über das Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ (ENL) mit 2.827.917,40 Euro. 

Mehr Informationen über das Projekt finden Sie auch auf unserer offiziellen Projekt-Website.

Projektpartner und Geldgeber von „Trittstein Thüringer Wald – Die Rückkehr des Luchses nach Mitteldeutschland“

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

So helfen Sie den Luchsen

Weitere Informationen

  • Luchs Weibchen mit Nachwuchs © Staffan Widstrand / WWF Luchse mit dem WWF schützen

    Der Luchs wurde wegen seines begehrten Fells, als Räuber von Nutztieren und als Konkurrent für Jäger gnadenlos bejagt. Weiterlesen...

  • Naturschutzgebiet Thüringer Wald © Thomas Stephan / WWF Thüringen

    Was bedeutet eigentlich Wildnis? Wozu brauchen wir Urwälder? Und: Was krabbelt und kriecht da eigentlich unter meinen Füßen? Solche Fragen beantwortet der Thüringer Urwaldpfad. Weiterlesen...