Ist es möglich, bis zum Jahr 2050 etwa zehn Milliarden Menschen auf der Erde gesund zu ernähren, ohne den Planeten zu zerstören? Ja, sagt ein Bericht von Wissenschaftler:innen aus 16 Ländern der Erde. Der sogenannte EAT-Lancet-Report hat ausgerechnet, wie wir unsere Ernährung anpassen sollten, damit es für alle reicht. Pflanzliche Nahrung verdoppeln, Fleischkonsum halbieren – auf diese Formel könnte man den Bericht zusammenfassen. Denn auch wenn vor allem unsere Vorliebe für Fleisch und Milchprodukte dem Klima und der Artenvielfalt schadet, müssen wir nicht alle vegan werden.

Gesund für uns und die Natur

Der Atlantische Regenwald © Sonja Ritter / WWF
Weniger Fleisch bedeutet auch Regenwaldschutz © Sonja Ritter / WWF

Flexitarisch heißt die Ernährungsform, bei der Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte die Hauptrolle spielen, aber Fleisch und Fisch nicht ganz weggelassen werden. Wer flexitarisch, also flexibel vegetarisch, isst, reduziert die Treibhausgasemissionen immerhin um 27 Prozent und den Flächenverbrauch um 18 Prozent.

Wir können also den Schutz von Klima und Artenvielfalt mit der Wahl unserer Mahlzeiten beeinflussen. Und wir leben gesünder! Wer nur hin und wieder Fleisch isst, reduziert nachweislich das Risiko für Krankheiten wie Darmkrebs, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, chronische Entzündungen und Rheuma.

Wie funktioniert die flexitarische Ernährung?

Damit die Grenzen des Planeten eingehalten werden, muss der Konsum von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen ungefähr verdoppelt werden, der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten dagegen halbiert. Im Alltag bedeutet das, beim Einkaufen von Lebensmitteln ein paar einfache Regeln zu beachten.

Fleisch © Marian Vejcik / Getty Images
Fleisch © Marian Vejcik / Getty Images

Als Faustregel gilt: Maximal zwei Mahlzeiten pro Woche dürfen Fleisch enthalten, am besten Geflügel. Ein Rindersteak sollte höchstens alle zwei Wochen auf den Tisch kommen, da es eine sehr viel schlechtere Klimabilanz hat. 300 Gramm Fleisch pro Woche gelten als akzeptabel für Klima und Umwelt.

Sie lieben Eier? Zelebrieren Sie das Ei nur zum Sonntagsfrühstück und bleiben Sie unter der Woche beim Müsli oder Marmeladentoast.

Fisch hat eine relativ geringe CO2-Bilanz, problematisch ist hier aber die Überfischung der Meere, die zum Aussterben ganzer Fischarten führen kann. Genießen Sie Fisch oder andere Meeresfrüchte deshalb am besten nicht mehr als einmal pro Woche und achten Sie dabei unbedingt auf das MSC-Siegel für nachhaltig gefangenen Fisch.

Regional schmeckt besser und spart CO2

Kaufen Sie Obst und Gemüse, aber auch Fisch und Fleisch möglichst aus der Region, um lange Transportwege zu vermeiden. Bioprodukte verzichten auf den Einsatz chemischer Düngemittel und chemisch synthetischer Pestizide, lassen Stalltieren mehr Platz und geben ihnen Antibiotika nur zu medizinischen Zwecken. Das schmeckt auch uns besser.

Auch für die Produktion von Käse und Butter werden viele Treibhausgase ausgestoßen, bei Butter zum Beispiel ungefähr doppelt so viel wie bei Hähnchenfleisch. Allerdings isst man Butter im Allgemeinen in geringeren Mengen.

Tierische Produkte ersetzen

Versuchen Sie dennoch, tierische Produkte insgesamt zurückhaltender zu konsumieren, indem Sie zum Beispiel Hackfleisch in der Bolognese durch Linsen ersetzen, Butter beim Backen durch Margarine oder Vollmilch im Kaffee durch Hafermilch.

Und wie wäre es einmal mit einer echten Herausforderung? Von Aschermittwoch bis Ostern beim „Fleischfasten“ einige Wochen ganz auf Fleisch verzichten oder sich mal einen Monat lang vegan ernähren? Solche Challenges können Spaß machen und die langfristige Umstellung der eigenen Ernährungsgewohnheiten erleichtern.

Sich flexitarisch zu ernähren bedeutet in erster Linie, Lebensmittel ganz bewusst zu konsumieren und mit einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Ernährung Verantwortung für Klima, Natur und Umweltschutz zu übernehmen.

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