Darunter leiden auch wir Menschen, die wir die Erderhitzung verursachen. Doch trotz dieser verheerenden Folgen und eindeutiger Faktenlage scheint der Handlungsdruck noch nicht groß genug, damit wir die selbst herbeigeführte Gefahr mit all unseren Kräften einzudämmen versuchen.

Deshalb sind wir mit der Serie „Stimmen zur Klimakrise“ in der ZEIT einen neuen Weg gegangen. Seit vergangenem Sommer haben Künstlerinnen und Künstler darin ihren besonderen Blick auf die Klimakrise mit uns geteilt. Durch ihre Beiträge – von Gedichten über Karikaturen hin zu Fotografien – ist ein neuer Diskussionsraum entstanden. Über ihn hoffen wir, dass die Bereitschaft zu handeln wächst. Dazu fordern wir nun am Ende der Serie auch mit unserem eigenen Beitrag auf. Denn wir sehen noch nicht schwarz.

Ich habe die "Vier Jahreszeiten" von Vivaldi schon immer geliebt und gerne gespielt. Ich will sie aber auch weiterhin in der Natur erleben.

Stimmen zur Klimakrise © Anne-Sophie Mutter

Anne-Sophie Mutter

Anne-Sophie Mutter © Bartek Barczyk / DG
Anne-Sophie Mutter © Bartek Barczyk / DG

Anne-Sophie Mutter griff als Fünfjährige das erste Mal zur Geige. Heute zählt sie zu den weltweit bedeutendsten Musikerinnen. Davon zeugen zahlreiche Preise, vom Echo bis zum Grammy. Den Blick für die folgenden Generationen hat sie dabei immer behalten: Mit ihrer Stiftung fördert sie seit über 20 Jahre musikalischen Spitzennachwuchs.

Interview mit Anne-Sophie Mutter

Ein besonders schönes Naturerlebnis, an das Sie immer wieder gerne denken?
Jeder Sonnenaufgang, das Singen eines Vogels, das Summen der Bienen, der Reichtum an Schönheit in der Natur sind ein täglich aufs Neue erquickender Augenblick.

Eine Umweltzerstörung, die Sie besonders aufregt?
Das gnadenlose Abholzen des Regenwaldes und damit das Ausrotten von unendlich vielen Spezies. Wir nehmen die Verstümmelung / Zerstörung der Lunge unseres blauen Planeten sehenden Auges in Kauf.

Ihre persönliche Motivation bei dieser Aktion mitzumachen?
Dem Wahnsinn der Zerstörung einen Dämpfer zu versetzen.

Was geht Ihnen bei “Klimakrise” als erstes durch den Kopf?
Der massive Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme an Wetterextremen zerstören weitere Lebensräume und Spezies. Eine unerträgliche Zukunftsperspektive.

Was gibt Ihnen Hoffnung?
Ich habe keine Hoffnung und stelle mich doch dem Wahnsinn entgegen.