Im Amazonas-Regenwald leben so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten wie an keinem anderen Ort der Welt.
Der Amazonas-Regenwald
Der Amazonas-Regenwald ist der größte zusammenhängende Regenwald, den es auf der Erde noch gibt. Es erstreckt sich über die Länder Brasilien, Bolivien, Ecuador, Französisch Guayana, Guyana, Kolumbien, Peru, Suriname und Venezuela.
Die Stockwerke des Amazonas-Regenwalds
Der Regenwald lässt sich mit einem Hochhaus vergleichen, in dem Tiere und Pflanzen auf unterschiedlichen Etagen zusammenleben.
Baumriesen - 40m
Die Baumriesen ragen einzeln aus den dichten Regenwald heraus. Damit ihre Blätter in der Sonne nicht austrocknen, sind sie häufig mit einer wachsartigen Schicht überzogen. Zu diesen sogenannten Überstehern gehören zum Beispiel der Mahagoni- und der Paranussbaum.
Kronendach - 30m
Im Kronendach sind die meisten Tierarten zu Hause. Um die verzweigten Äste der Bäume ranken sich Lianen.
Unterwuchs - 10m
Einzelne kleinere Bäume, Büsche und Sträucher bilden den Unterwuchs. Hier ist es schattig und nicht so heiß. Viele dieser Bäume tragen ihre Blüten und Früchte am Stamm. Hier fallen sie gut auf und sind für Tiere aus den darunter und darüber liegenden Stockwerken gut zu erreichen.
Kraut- und Bodenschicht
Nur wenige Pflanzen wie zum Beispiel Farne und Kräuter können im morastigen und schattigen „Erdgeschoss“ des Regenwaldes leben. Neben Säugetieren gibt es in der Kraut- und Bodenschicht vor allem Insekten und Pilze.
Schon gewusst?
Wenn es anfängt zu regnen, braucht es bis zu zehn Minuten, bis die Tropfen den Waldboden erreichen.
Wilde Vielfalt im Amazonas
Schon gewusst?
Kolibris sind die einzigen Vögel, die rückwärts fliegen können.
Amazonas-Regenwald in Not
Viele Menschen, Pflanzen- und Tierarten brauchen den Regenwald, um zu überleben. Wo kein Wald mehr ist, verschwinden auch sie. Aber was bedroht den Regenwald?
Abholzung
Riesige Flächen des Amazonas-Regenwaldes werden abgeholzt, um Platz zu machen für Sojaplantagen, Rinderweiden, Straßen, Siedlungen, Industrie, Wasserkraftwerke und Bergbau. Die Bäume werden auch abgeholzt, um daraus Möbel, Papier und Baumaterialien zu produzieren.
Waldbrände
Viele Brände werden absichtlich gelegt, um zum Beispiel Land für Landwirtschaft oder Viehzucht zu gewinnen. Und auch durch die Klimakrise kommt es in der Region immer öfter zu Waldbränden. Sie verursacht Dürren und der Boden trocknet aus. Dadurch geraten die Waldbrände immer weiter außer Kontrolle und große Gebiete Brennen ab. Das bedroht nicht nur die Tiere und Pflanzen, sondern auch die indigenen Völker, die im Amazonas- Regenwald leben.
Versperrte Wege
Staudämme, die zum Beispiel zur Stromerzeugung errichtet werden, zerschneiden die Lebensräume von vielen Tieren, wie vom Amazonas-Flussdelfin. Dadurch werden die Tiere voneinander getrennt und finden zur Paarung nicht mehr zueinander.
Goldsuche
Im Amazonas und seinen Nebenflüssen wird Gold abgebaut. Dabei setzen die Arbeiterinnen und Arbeiter Quecksilber ein, um das Gold aus dem Boden zu lösen. Das Quecksilber ist sehr giftig und gefährlich für alle Tiere und Pflanzen, die in und an den Flüssen leben. Auch Menschen, die Fische aus dem Fluss essen oder das Flusswasser trinken, können durch das Quecksilber krank werden.
Flussverschmutzung
In der industriellen Land- und Viehwirtschaft kommen chemische Dünger und Insektengifte zum Einsatz. Mit dem Regen gelangen sie in Fluss- und Bachläufe und vergiften so die Gewässer, in und an denen viele Tiere leben.
WWF im Einsatz
Unser Plan: Wir wollen, dass der Amazonas-Regenwald als Heimat von vielen Menschen, Tieren und Pflanzen noch lange erhalten bleibt. In unserem Projekt in Brasilien kämpfen wir gemeinsam mit Indigenen für ihre Rechte, Traditionen, Gesundheit und darum, dass sie und alle anderen Bewohner des Regenwaldes ihr Zuhause nicht verlieren.
Hüter des Regenwaldes
Im Amazonas-Regenwald leben verstreut und fernab von anderen Menschen Ureinwohnerinnen und Ureinwohner mit einer ganz eigenen Kultur, im Einklang mit der Natur. Die Gebiete, in denen diese Indigenen leben, werden „Territorien“ genannt. 70 Prozent der indigenen Völker der Welt, die keinen Kontakt mit der Außenwelt haben wollen, nennen den Amazonas ihre Heimat! Indigene Völker spielen eine entscheidende Rolle beim Schutz des Regenwaldes, denn sie kämpfen gegen die Zerstörung.
Grüne Inseln
Die indigenen Territorien sind einer der wichtigsten Schutzschilde Gegen die Abholzung. Sie sind grüne Inseln, in denen viele gefährdete Tierarten leben, auch Jaguare und Faultiere kommen hier vor. Die Territorien gelten als geschützt. Es werden viel weniger Bäume gefällt und oft sind Bergbau und Staudämme verboten. Je nach Land ist dies leicht unterschiedlich.
Schutz vor illegalen Eindringlingen
Wir fördern die Ausbildung von Indigenen zu Rangerinnen und Rangern. Diese überwachen ihre Territorien, um illegale Eindringlinge fernzuhalten. Dafür stellen wir ihnen Kamerafallen und Drohnen zur Verfügung. Außerdem helfen wir ihnen, die Aufnahmen an Behörden zu schicken. Auf diese Weise können Straftaten wie illegale Abholzung, verfolgt werden.
Gesundheit
Das Leben der indigenen Gemeinschaften dreht sich um Flüsse, Bäche und Fische. Doch diese sind durch den Goldabbau oft mit Quecksilber vergiftet. Menschen, die regelmäßig vergiftetetes Flusswasser trinken oder vergifteten Fisch essen, bekommen die Minamata-Krankheit. Wir untersuchen Mütter und Neugeborene auf die Krankheit, um eine Behandlung zu ermöglichen.
-
Mehr zu Regenwälder und wie du sie schützen kannst
Weitere Junior-Themen
-
Klammerfrösche basteln | WWF Junior -
Amazonien: Mit Flussdelfinen tauchen | WWF Junior -
Lebensräume | WWF Junior