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Artenschutz ist Klimaschutz - Jaguar und Flussdelfin in Gefahr

Der eine schwimmt durch das Flusslabyrinth des Amazonas, der andere streift durch die Tiefen seiner Wälder. Ihre Lebensweise ist so geheimnisvoll, dass man kaum etwas über sie weiß. Die Rede ist von zwei Tierarten, um die sich seit Jahrhunderten fantastische Mythen ranken: der Jaguar und der Amazonas-Flussdelfin, auch Boto genannt.

Doch das natürliche Gleichgewicht der Flüsse und Wälder des Amazonas ist durch den jahrzehntelangen Raubbau des Menschen in großer Gefahr. Der Lebensraum beider Tierarten wird von Jahr zu Jahr kleiner.

Jaguar und Flussdelfin sind sogenannte Indikator-Arten, die anzeigen, wie es um den Zustand und die Artenvielfalt ihres Lebensraumes bestellt ist. Verschwinden diese Tierarten, ist das ein Zeichen dafür, dass das ganze Ökosystem Regenwald aus dem Gleichgewicht geraten ist. Den Regenwald aber brauchen wir alle, weil er riesige Mengen des Treibhausgases CO2 speichern und so die Erderwärmung bremsen kann. Wenn wir den Jaguar und den Flussdelfin schützen, bewahren wir also zugleich den Regenwald und mindern das Fortschreiten der globalen Erwärmung.

Ohne den Amazonas-Regenwald ist der Klimawandel nicht aufzuhalten! Helfen Sie jetzt! Jede Spende zählt:

Werden Sie Amazonas-Pate © Richard Barret/ WWF

Schützen Sie den Lebensraum des Jaguars und anderer seltener Tierarten schon ab 15 €.

Eine Fördermitgliedschaft den Lebensraum des Jaguar zu retten © Adriano Gambarini

Ohne den Wald käme der Jaguar in Bedrängnis. Helfen Sie ab 48 € pro Jahr.

Schützen Sie den Jaguar © Staffan Widstrand / WWF

Mit Ihrer Spende ab 5 € leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Jaguarschutz.

Verdrängt und verjagt

Jaguare stehen in ihrem Lebensraum an der Spitze der Nahrungspyramide. Sind die Jaguar-Bestände gesund, gilt das auch für die Wälder und unzählige weitere Arten im gleichen Lebensraum. Doch durch die Zerschneidung ihrer Lebensräume werden die Jaguare isoliert. Kleine Populationen leiden unter Inzucht, was zu einer Verarmung des Genpools führt. Dadurch sinkt die Anpassungsfähigkeit an eine sich verändernde Umwelt und das Krankheitsrisiko steigt. Dies kann kleine Bestände gefährlich schwächen.


Es leben vielleicht noch 62.000 Jaguare im Amazonas-Gebiet. Wie beim Flussdelfin, von dem es noch rund 20.000 Exemplare geben soll, schwanken die Schätzungen stark. Dass wir so wenig über diese Tiere wissen, macht ihren Schutz umso schwieriger. Nur mit einer guten Datenlage können Schutzmaßnahmen entwickelt und Schutzgebiete bestimmt werden. Deshalb setzt sich der WWF dafür ein, die geheimnisvolle Lebensweise von Jaguar und Flussdelfin besser zu erforschen.    

Jeder Jaguar ist einzigartig

Da durch massive Abholzung nur noch knapp die Hälfte seines früheren Verbreitungsgebietes existieren, geht man davon aus, dass fast alle Bestände des Jaguars stark bis sehr stark bedroht sind. In der Region Madre de Dios an der Grenze zwischen Peru und Brasilien begann im Juni 2017 ein ambitioniertes Projekt: 72 Kamerafallen wurden aufgestellt, mit denen die Jaguare gezählt und ihre Wege nachvollzogen werden können.

 

Weil jeder Jaguar eine einzigartige Fellzeichnung besitzt, kann man sie anhand von Fotos sehr gut identifizieren. Auch in Ecuador, Kolumbien und Bolivien wird der WWF gemeinsam mit Kleinbauern, Indigenen und Rangern das Jaguarmonitoring rund um die Flüsse Putumayo und Caqueta, aber auch im Schutzgebiet Estrella Fluvial de Inidirda durch den Einsatz von Kamerafallen unterstützen. So werden wir in Zukunft hoffentlich genauere Zahlen zum Bestand des geheimnisvollen Jägers bekommen.

Botos - Wächter des natürlichen Gleichgewichts

2017 hat der WWF erstmals begonnen, Flussdelfine einzufangen, um sie zu untersuchen und zum Teil auch zu besendern. Was sich so einfach anhört, ist Schwerstarbeit - für Wissenschaftler und Delfine. Alleine das Einfangen der Delfine kann mehrere Stunden dauern, bevor sie aus dem Wasser gehoben werden und dann wieder in die Freiheit entlassen werden.

 

Die Untersuchung und Besenderung findet an Land statt - und muss schnell gehen, damit die Tiere so wenig wie möglich gestresst werden. Meist dauert es nur eine halbe Stunde, in der die Delfine auf Krankheiten und mögliche Verletzungen untersucht, Blutproben entnommen und sogar Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden. Denn es gibt einen traurigen Verdacht: Die inneren Organe der Flussdelfine könnten schwer mit Quecksilber belastet sein, das bei der - legalen oder auch illegalen Suche nach Gold in die Flüsse gelangt.

 

So stehen der anmutige Jaguar und der neugierige Flussdelfin als Sinnbild für die Geheimnisse, die der Amazonas-Regenwald immer noch vor uns verbirgt, aber auch als traurige Symbole unseres Raubbaus an den Wäldern. Schützen wir jetzt Jaguar und Flussdelfin - in unserem eigenen Interesse.

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