In Deutschland kommen natürlicherweise etwa 48.000 Tierarten vor, das sind immerhin vier Prozent der weltweit bekannten Fauna. Dazu kommen etwa 9.500 Pflanzen- und 14.400 Pilzarten.

Ein dramatischer Rückgang der biologischen Vielfalt auch bei uns

Elchsichtungen sind in Deutschland eine Seltenheit. © Michael Gandl
Elchsichtungen sind in Deutschland eine Seltenheit. © Michael Gandl

Deutschlands Natur hat über die Jahrhunderte hinweg schwere Verluste erlitten. Bereits im frühen Mittelalter verschwanden die letzten geschlossenen Urwälder und mit ihnen Teile der ehemals heimischen Großtierfauna: Auerochse, Wisent, Elch und Wildpferd, um nur einige Beispiele zu nennen. Bär, Wolf und Luchs zogen sich in der Neuzeit in abgelegene Gebiete zurück und wichen somit dem flächendeckenden Einfluss des Menschen aus.

Deutschland ist das zentrale Verbreitungsgebiet der Buchenwälder. Wo jedoch heute Wälder stehen, sind dies zumeist Nadelbaumforste. Flüsse gleichen eher Kanälen als jenen Lebensadern, die noch bis ins 19. Jahrhundert hinein weite Auenlandschaften mit großer Artenfülle formten.

Die Rote Liste zeigt für Deutschland den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt an:

  • 26 Prozent der rund 3.000 einheimischen Farn- und Blütenpflanzen sind  bestandsgefährdet, fast zwei Prozent ausgestorben oder verschollen;
  • 36 Prozent der einheimischen Tierarten sind bedroht, 3 Prozent ausgestorben oder verschollen;
  • Über 70 Prozent der Lebensräume werden als „gefährdet“ eingestuft.

Deutschland erreicht mit diesen Gefährdungsraten mit die höchsten Werte in Europa. Unsere Landschaften sind kulturell und technologisch extrem überformt. Sie bieten nur noch vereinzelt und auf kleinen Flächen ein reichhaltiges Naturerbe. Vom norddeutschen Wattenmeer bis hinauf in die Bergwelt der Alpen reihen sich in Deutschland 690 verschiedene Ökosysteme aneinander, darunter größere Waldgebiete, sandige Heidelandschaften und artenreiche Seen und Flussauen.

Das macht der WWF zur Bewahrung der Artenvielfalt in Deutschland

Der WWF beteiligt sich an der Verwirklichung des deutschen Aktionsplans und leistet in Schlüsselökosystemen einen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie der Einzigartigkeit und Schönheit von Naturgebieten. In Deutschland setzt sich der WWF besonders für den Schutz von Nord- und Ostsee, den Küstengebieten, den Flüssen, großen Feuchtgebieten und Wäldern ein. Wir wollen erreichen, dass noch naturnahe Lebensräume erhalten bleiben oder renaturiert werden und bedrohte Arten wie Wolf, Luchs, Bär, Fischotter, Seeadler und Stör ihre Lebensräume ungestört besiedeln können und als Bewohner unserer Kulturlandschaften geachtet werden.

WWF-Projektregionen in Deutschland

Flusslandschaft in der Uckermark © Peter Jelinek / WWF
Brandenburg
Der WWF hat schützwürdige Flächen erworben, um Lebensräume zu erhalten
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Containerschiffe in der Elbmündung © Karl-Ulrich Stocksieker / WWF
Tideelbe
Eine 145 Hektar große Fläche soll langfristig wieder der Natur überlassen werden.
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Tideems © Gerrit Denekas
Ems
In den letzten 25 Jahren wurde die Unterems erheblich ausgebaggert - mit fatalen Folgen.
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Ostseeküste bei Warnemünde © Ralph Frank / WWF
Ostsee
Bereits seit 1999 ist der WWF an der Ostsee aktiv, um vielfältige Labensräume zu erhalten.
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Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF
Schaalsee-Landschaft
Die 24 Seen bilden mit Mooren und urwüchsigen Landschaften das Zuhause einer reichen Natur
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Mittlere Elbe © WWF
Mittlere Elbe
Die naturnahe Flusslandschaft beherbergt eine beeindruckende Artenvielfalt.
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  • Braunbär im Wald © Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF Biodiversität in Europa

    Die Regierungen der Europäischen Union müssen die Natur mit ihren wertvollen Leistungen erhalten, wiederherstellen und endlich eine nachhaltige und ökologisch verträgliche Landnutzung umsetzen. Weiterlesen ...