WWF Deutschland

https://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 14.08.2019

18. Artenschutzkonferenz CITES in Genf: Elfenbein, Nashornhorn, Schuppentiere und Tigerteile

Am 17. August 2019 beginnt die CITES-Artenschutzkonferenz in Genf. Das Hauptaugenmerk des WWF wird dabei unter anderem auf dem Handel mit Elfenbein, Nashornhorn, Schuppentieren und Tigerteilen liegen. Die Erwartungen sind groß, denn nach wie vor gehören Wilderei und Übernutzung zu den größten Bedrohungen für die Artenvielfalt.

Elfenbein © Mike Goldwater / WWF
Elfenbein © Mike Goldwater / WWF

In den Tagen bis zum 28. August sollen wichtige Beschlüsse und Resolutionen zur Aktualisierung der internationalen Handelsbestimmungen für bedrohte Arten und zur Stärkung des Management dieses Handels verabschiedet werden. Wir werden im Anschluss an die Konferenz die wichtigsten Beschlüsse und Entwicklungen vorstellen.

Die kommende Weltartenschutz-Konferenz ist die größte aller Zeiten, 183 Unterzeichner-Länder und rekordverdächtige 160 Tagesordnungspunkte und Dokumente werden diskutiert; darunter allein 56 Anträge zu Arten, die bereits auf den CITES-Anhängen stehen und deren Schutzniveau verändert werden soll.

"Das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES legt die Regeln für den internationalen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen fest. Es ist ein wirksames Instrument, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten und auf den raschen Verlust der biologischen Vielfalt zu reagieren, indem es den Rückgang der Wildbestände verhindert und umkehrt. Die diesjährige Konferenz wird sich darauf konzentrieren, die bestehenden Regeln und Normen zu stärken und gleichzeitig die CITES-Regelung auf weitere Pflanzen und Tiere auszudehnen, die von menschlichem Handeln bedroht sind", sagte CITES-Generalsekretärin Ivonne Higuero.

Tigerfarmen nach wie vor ein Problem

Tigerfarm in Thailand © Adam Oswell / WWF
Tigerfarm in Thailand © Adam Oswell / WWF

Für den WWF besonders spannend: Die Rolle Vietnams im internationalen Artenhandel. Das Land ist nicht nur ein Hauptabnehmer von Elfenbeinprodukten, auch der Handel mit Tigerteilen, Edelhölzern und Schuppentieren ist dort ein massives Problem. So gibt es in Vietnam – aber auch in den Nachbarländern Thailand, Laos und China – nach wie vor Tigerfarmen, in denen die Tiere gezüchtet werden, um deren Teile illegal zu verkaufen.

Bereits 2007 wurde bei der CITES-Konferenz verabschiedet, dass Tiger nicht für den Handel mit ihren Teilen gezüchtet werden dürfen. Dieser Beschluss hat bislang allerdings wenig dazu beigetragen, dass Tigerfarmen geschlossen wurden. "Mehr als 12 Jahre später haben wir mehr Tiger, mehr Tigerfarmen, mehr Länder und mehr gefangene Tiger, ihre Teile und Produkte, die in den illegalen Handel gelangen. Es ist höchste Zeit, dass die Regierungen der Welt zu ihren Verpflichtungen gegenüber den Tigern stehen und die säumigen Länder zur Verantwortung ziehen.", sagt Heather Sohl, Expertin für Tiger-Handel beim WWF UK.


Konkret will der WWF erreichen, dass CITES sicherstellt, dass Vietnam sich dieses Problems annimmt oder sonst das Risiko eingeht, mit CITES-Sanktionen belegt zu werden. Auch die anderen Regierungen der Region müssen endlich ihrer Selbstverpflichtung zu Tigern nachkommen und diejenigen, die das nicht tun, in die Verantwortung gezogen werden.

Viele weitere ikonische Arten auf der Agenda

Diese CITES-Vertragsstaatenkonferenz wird die bisher größte sein - mit einer Rekordzahl von Vorschlägen, um den Handel mit anderen ikonischen Arten wie Saiga-Antilope, Löwen, Nashorn und Jaguar sowie seltsamer und wunderbarer Kreaturen, wie der Spinnenschwanzviper, zu diskutieren. Ihr Schicksal wird stark von den Ergebnissen der Handelsgespräche beeinflusst, die im Laufe der kommenden zwei Wochen stattfinden werden.

Sehen Sie sich in der Bildergalerie einige der wichtigen, anstehenden Entscheidungen an:

  • Facebook
  • Twitter
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF