Das Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) wurde 1992 auf der UN-Weltkonferenz in Rio de Janeiro verabschiedet. Es ist das erste internationale Regelwerk, das den Schutz aller Elemente der belebten Umwelt umfasst und diesen mit der nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen durch den Menschen verbindet. Die CBD geht inhaltlich weit über andere, spezifischere Artenschutzabkommen wie das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) oder die Konvention über wandernde Tierarten (CMS) hinaus.

Seit 1992 sind dem Übereinkommen 196 Staaten inklusive der Europäische Union beigetreten. Für die Bundesrepublik Deutschland trat das Übereinkommen am 29. Dezember 1993 völkerrechtlich in Kraft. Alle Unterzeichnerstaaten verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, die Bestimmungen der Konvention in nationales Recht zu übertragen und nationale Biodiversitätsstrategien zu erarbeiten. Im November 2007 legte die Bundesregierung ihre Nationale Strategie vor. Damit kam sie erst 14 Jahre nach Unterzeichnung des Übereinkommens ihrer Pflicht der nationalen Umsetzung nach.

Mit der Convention on Biological Diversity - CBD steht ein völkerrechtlich verbindliches Übereinkommen zur Verfügung, das drei Hauptziele verfolgt:

  1. Den Erhalt der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, Lebensräumen und aller Gene.
  2. Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Darunter versteht man, Wälder, Flüsse, Meere, wildlebende Tiere und Pflanzen so zu nutzen, dass sie in ihrer Nutzungsfähigkeit nicht abnehmen und somit auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben.
  3. Die gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung genetischer  Ressourcen ergebenden Gewinne und Vorteile, z.B. bei der Gewinnung und Vermarktung von Naturmedizin aus wildlebenden Arzneipflanzen.

Die Konvention regelt somit die umfassende Berücksichtigung der biologischen Vielfalt in allen Lebens-, Wirtschafts- und Nutzungsbereichen des Menschen im Sinne der Nachhaltigkeit. Politik, Wirtschaftsunternehmen und Verbraucher sind aufgefordert, ihren Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt und der Funktionsfähigkeit von Ökosystemen als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage aller Menschen zu leisten.

Das Sekretariat der CBD ist in Montreal/Kanada angesiedelt. Weitergehende Informationen über die CBD sind auf der Webseite www.cbd.int erhältlich.

15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15)

Voraussichtlich im Oktober 2021 findet auf Einladung der chinesischen Regierung in Kunming die 15. Vertragsstaatenkonferenz statt. Die COP15 gilt als großer Meilenstein. Warum? In Kunming wird nach den 2020 auslaufenden Aichi-Biodiversitätszielen des Strategischen Plans 2011-2020 eine neue 10-Jahresstrategie verhandelt. Die Mitgliedstaaten wollen sich neue Ziele bis 2030 setzen sowie die Umsetzung und Überprüfung der Ziele wesentlich verbessern.

Vor der COP15 hat inzwischen der UN-Biodiversitäts-Gipfel in New York im September 2020 stattgefunden. Staats- und Regierungschefs haben sich dort für die weltweite Bedeutung des Biodiversitätsschutzes für uns Menschen und den dazu dringend nötigen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft ausgesprochen - auch um zukünftige Virus-Pandemien vorzubeugen (United Nations Summit on Biodiversity | General Assembly of the United Nations).

Der WWF hat sich intensiv für den sog. Leaders Pledge for Nature eingesetzt, der von mehr als 80 Staats- und Regierungschefs unterstützt wird, die sich für ambitionierte Aktionen zum Schutz der Natur und der menschlichen Gesundheit von zukünftigen Pandemien einsetzen wollen.

Die 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) wird die neue 10-Jahresstrategie (post-2020 Global Biodiversity Framework) beschließen. Sie gibt den politischen Rahmen vor, in dem die Staaten bis 2030 ihre nationalen Umsetzungsstrategien (National Biodiversity Strategy and Action Plans) verfolgen werden. Der WWF setzt sich für ein fortschrittliches Rahmenwerk ein. Neben ambitionierten Zielen sind vor allem ausreichend finanzielle Mittel für die Umsetzung sowie klare Verantwortlichkeiten und effektive Überprüfungsmechanismen wichtig, so dass die Mitgliedsstaaten nicht erneut hinter die eigenen Ziele zurückfallen.

Kunming 2021

  • Geldscheine verschiedener Währungen © Shutterstock / Tilo G / WWF WWF-Barometer zur Finanzierung der CBD

    Das WWF-Barometer bewertet, ob alle Geberländer ihre internationalen Finanzzusagen für Entwicklungsländer bis 2015 verdoppelt haben. Weiterlesen [ENGLISCH]...

  • Weizenfeld © Nastco / iStock / Getty Images Plus 13. Vertragsstaatenkonferenz (COP13)

    Die 13. Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) beginnt am 2. Dezember 2016 mit einer ungewöhnlichen Ministerrunde. Weiterlesen ...

  • Korallenriff vor Fidschi © Cat Holloway / WWF 11. Vertragsstaatenkonferenz (COP11)

    UN-Gipfel zur biologischen Vielfalt: Der WWF fordert die Festlegung konkreter Finanzierungsziele und den Schutz ökologisch bedeutender Meeresgebiete. Weiterlesen ...

  • "Earth out of Balance" COP9 in Bonn © Christoph Kniel / WWF Deutschland 10. Vertragsstaatenkonferenz (COP10)

    WWF-Fazit: Der Beschluss des Nagoya-Protokolls zum gerechten Vorteilsausgleich muss als historisches Ergebnis der COP 10 gewertet werden. Weiterlesen ...