Die internationale Staatengemeinschaft hat 2015 ihre Agenda für die wichtigsten gemeinsam zu lösenden Probleme auf dem Weg zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung aufgestellt - die nachhaltigen Entwicklungsziele oder Sustainable Development Goals (SDGs). Die 17 SDGs spiegeln die Bandbreite an international drängenden Themen und Herangehensweisen an die wichtigsten Problemherde unseres Planeten wider.

Entwicklung und Nachhaltigkeit – unvereinbar oder nicht?

SDG 12 hat das Potential, die verschiedenen Entwicklungsziele auszubalancieren © Tanja Plötz / WWF Deutschland
SDG 12 hat das Potential, die verschiedenen Entwicklungsziele auszubalancieren © Tanja Plötz / WWF Deutschland

Gemäß der Maxime des Begriffs „Nachhaltigkeit“ erstrecken sich die SDGs über drei Dimensionen – nämlich die soziale, die ökonomische und die ökologische. Wie aber sind diese drei Dimensionen in Einklang zu bringen? Geht das überhaupt? Da stehen Ziele zur Beendigung des Hungers und der Armut, zum Wirtschaftswachstum und zur Infrastrukturentwicklung den Zielen zur Bewahrung des Lebens auf dem Land und im Wasser, zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Bekämpfung der Klimawandels gegenüber – in scheinbar unversöhnlichem Widerspruch.

Vielleicht ist diese Unvereinbarkeit aber doch nicht ganz so unverrückbar. Es gibt schließlich das SDG 12. Dieses zielt auf verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsweisen ab, und als Mittel zur Umsetzung auf der höchsten internationalen politischen Bühne der Vereinten Nationen (UN) wurde ein 10-Jahres-Rahmenprogramm aufgesetzt, das jetzt One Planet Network heißt.

Dieses hat sechs Unterprogramme: öffentliche Beschaffung, nachhaltiger Tourismus, Konsumenten-Information, nachhaltiges Bauen & Gebäude, nachhaltige Ernährungssysteme sowie nachhaltige Lebensstile & Bildung.

In den Programmen kommen die verschiedensten Akteure zusammen: Unternehmen, Regierungen, Wissenschaftler, NGOs… sie alle wollen zusammen dazu beitragen, Produktion und Konsum nachhaltiger zu gestalten und so die Ressourcen unseres Planeten zu schonen.

SCP ist eine international gängige Abkürzung, die für Sustainable Consumption and Production – also nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion steht. SCP ist die Basis für SDG 12 und das UN One Planet Network.

Was heißt "SCP"?

Das tut der WWF

Der WWF ist auch im UN One Planet Network aktiv: Gemeinsam mit den Regierungen der Schweiz und Costa Ricas leiten wir das Programm zu nachhaltigen Ernährungssystemen. Bei diesem Programm geht es darum, möglichst viele Interessengruppen entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungsketten zu vereinen, um gemeinsam Ideen und Ansätze für nachhaltige Lebensmittelsysteme zu entwickeln.

Die komplexe Problematik erfordert einen systembasierten Ansatz, der die Bandbreite und Vielschichtigkeit der Wechselwirkungen bei der Produktion und dem Konsum von Lebensmitteln berücksichtigt. Der WWF bringt sich aktiv in diese Diskussion mit ein, und ist bemüht, durch sein Wirken die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren von Lebensmittelsystemen mit dem Ziel der Nachhaltigkeit zu verbessern. In Verbund mit diesen Bemühungen geht es dem WWF vor allem um Sensibilisierung – der Produzenten, aber auch der Konsumenten – für die Umsetzung von SCP in Lebensmittelsystemen.

Es gilt, mehr Transparenz entlang der Wertschöpfungskette zu etablieren und Konsumenten so dazu zu befähigen, informierte und bewusste Konsumentscheidungen treffen zu können. Aus diesem Grund ist der WWF innerhalb des One Planet Networks auch im Programm zu Konsumenteninformation engagiert, und zwar als Mitglied des Multi-Stakeholder Komitees.

Lebensmittel werden heute zumeist im Supermarkt gekauft © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK
Lebensmittel werden heute zumeist im Supermarkt gekauft © Brent Stirton / Getty Images / WWF-UK

Neben dieser politischen Arbeit setzt der WWF auch ganz praktisch Projekte um, z. B. eines zur Etablierung klimafreundlicher Konsum- und Produktionsweisen – ein Süd-Süd-Transfer. Darin adressieren wir konsumstarke Projektländer mit einer wachsenden Mittelschicht und steigendem Konsum in Asien und Südamerika und regen den Austausch der Länder des Südens an. Zusammen erarbeiten wir Konzepte für den Agrar- bzw. Ernährungssektor der Länder, ermutigen die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle und stärken das Konsumentenbewusstsein für nachhaltigen Konsum.

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