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Stand: 17.09.2018

Ungewollter Beifang

Millionen Tonnen Meereslebewesen pro Jahr landen aufgrund umweltgefährdender Fangmethoden unbeabsichtigt in den Netzen als so genannter Beifang. Etwa 300.000 Wale, Delfine und Tümmler ertrinken jährlich ungewollt in den Netzen der Fischerei. Damit sterben durch Beifang mehr Wale pro Jahr als zur Blütezeit des Walfangs im vergangenen Jahrhundert. Auch zigtausende Haie, Seevögel und Meeresschildkröten kommen unnötig um.

Schwertfisch, der sich in einem Netz der Blauflossenthun-Fischerei verfangen hat. © Brian J. Skerry / National Geogr. Stock / WWF
Schwertfisch, der sich in einem Netz der Blauflossenthun-Fischerei verfangen hat. © Brian J. Skerry / National Geogr. Stock / WWF

Eine tödliche Verschwendung

Schätzungen zufolge könnten dem Ökosystem weltweit fast 38 Millionen Tonnen Meerestiere oder etwa 40 Prozent des jährlichen Weltfischfangs auf diese Weise verloren gehen. Während in manchen Fischereien kaum Beifang anfällt, landen bei anderen pro Kilogramm Zielart wie beispielsweise Shrimps bis zu 20 Kilogramm Meerestiere mit im Netz.

 

Unterm Strich heißt das: Beifang ist eine gigantische Verschwendung. Sie bringt Arten an den Rand des Aussterbens, bedroht die Basis der Fischerei und zerstört den empfindlichen Lebensraum Meer– ganz abgesehen davon, ob wir es ethisch vertreten können, dass Lebewesen wie Müll behandelt werden. 

Ohne Rücksicht auf Verluste

Schuld sind vor allem zerstörerische Fangmethoden, mit denen noch immer die Mehrheit der Schiffe auf Beutezug gehen. Dazu gehören die Baumkurren-Schleppnetze, die in der Fischerei auf Scholle, Seezunge und Krabben zum Einsatz kommen.

Der sollte gar nicht im Netz landen. © Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF
Der sollte gar nicht im Netz landen. © Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF

Die so genannten Scheuchketten der Baumkurren graben sich durch den Meeresboden und in den Netzen landen unzählige Krebse, Seesterne, Muscheln und Jungfische, die der Fischer anschließend „entsorgen“ muss. In anderen Meeresgebieten verfangen sich Seevögel, Meeresschildkröten und Meeressäuger in den Fischernetzen oder an den Haken von Langleinen, an die eigentlich Tunfische beißen sollen.

 

In den meisten Fällen gelingt es diesen Tieren nicht, sich aus eigener Kraft zu befreien und sie ertrinken. Wale sind zwar oft kräftig genug, um sich loszureißen. Allerdings können sich Netzreste um Flossen, Fluke und Kopf wickeln und tiefe Verletzungen verursachen. 

Beifang kann verhindert werden

Schildkröte in Netz verfangen. © naturepl.com / Jordi Chias / WWF
Schildkröte in Netz verfangen. © naturepl.com / Jordi Chias / WWF

Der sinnlose Beifang-Tod unzähliger Meerestiere müsste nicht sein, denn die Lösungen liegen schon bereit: Allein durch den Einsatz von so genannten „Schlauen Netzen“, anders geformten Haken oder Fluchtfenstern in den Netzen kann der Beifang erheblich verringert werden.

 

Die Fischerei sollte nicht länger fackeln, sondern schnell auf solche Techniken umrüsten und die Politik sollte sie ausdrücklich dazu verpflichten und bei der Umrüstung unterstützen. Dann gäbe es wieder Hoffnung für die Meeresbewohner.  

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