Es brennt: Ob im Mittelmeerraum, in Sibirien oder Kalifornien. Zahlreiche Wälder stehen in Flammen. Nicht immer sind die Feuer eine Katastrophe, feuerangepasste Ökosysteme brauchen sogar gelegentliche Feuer, um sich zu regenerieren.

Aber: Für weit über 90 Prozent der Brände ist der Mensch verantwortlich, sei es durch Brandstiftung oder Unachtsamkeit . Weltweit haben nur etwa vier Prozent aller Waldbrände natürliche Ursachen wie beispielsweise Blitzeinschlag. Immer dann, wenn Waldbrände zu heftig, am falschen Ort, zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt oder zu häufig auftreten, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass das Ökosystem durch menschliche Eingriffe aus den Fugen geraten ist. Der WWF ist auf fast allen Kontinenten gegen Waldbrände im Einsatz. Erfahren Sie in der aktualisierten Übersicht, wo Waldbrände auftreten und welche speziellen Anforderungen die Gebiete an unsere Arbeit setzen.

In Zeiten der Klimakrise werden Waldbrände häufiger und vor allem heftiger. Hitze, Trockenheit und Wind machen Brände zum Inferno.

Der Klimawandel verschärft das Waldbrandrisiko im Mittelmeerraum zusätzlich.

Mittelmeerraum

Verbrannte Bäume in der Türkei © Michel Gunther / WWF
Verbrannte Bäume in der Türkei © Michel Gunther / WWF

Kleinflächige Brände gibt es im Mittelmeerraum seit antiker Zeit. Doch in Zeiten der Klimakrise schlagen die Flammen immer heftiger zu: Trockenheit, Dürre und Wind fachen die Flammen an und kleine Feuer entwickeln sich in kürzester Zeit zu Großbränden.  

In den letzten Jahrzehnten haben Anzahl und Ausmaß der Brände besorgnis-erregend zugenommen. Jedes Jahr brennt es dort mindestens 50.000-mal. Die Waldbrände sind fast immer das Werk von Menschen. Immobilienspekulation und Baulandgewinnung, aber auch Jagd und Weidewirtschaft stehen in Zusammenhang mit vorsätzlich gelegten Waldbränden.

Dazu kommen extreme Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten und degradierte Wälder, in denen sich kleine Feuer rasend schnell verbreiten können. Allein in Italien verbrannte 2020 eine Fläche von fast 73.000 Hektar. In diesem Sommer lodern erneut gewaltige Brände. Italien ist kein Einzelfall: Im gesamten Mittelmeerraum werden oft eine Million Hektar Wald- und Buschland im Jahr ein Opfer der Flammen. Besonders hart getroffen werden in diesem Jahr auch die Türkei und Griechenland. Die Mittelmeerländer haben mit einem neuen Phänomen zu kämpfen, den sogenannten Mega-Waldbränden: Es entstehen wahre Feuerstürme, die nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden können. Sie enden erst, wenn sich die Wetterbedingungen ändern oder dem Feuer die Nahrung ausgeht.  

Der Klimawandel verschärft das Waldbrandrisiko im Mittelmeerraum zusätzlich. Längere Dürreperioden im Sommer sowie das Auftreten von Trockenheit während der anderen Jahreszeiten erwartet. Dadurch wird sich die Waldbrandsaison erheblich verlängern. Lange heiße Sommer fast ohne Regen sorgen für einen knochentrockenen Waldboden, so dass ein Funke genügt, um einen gewaltigen Flächenbrand zu entfachen. Starke, trockene Sommerwinde wie der Mistral in Frankreich oder der Levante in Spanien fachen die Feuer weiter an und verteilen die Funken.

Russland

Nach dem Brand © Global Warming Images / WWF
Nach dem Brand © Global Warming Images / WWF

In Russland sind besonders die Mitte und der Osten des Landes betroffen, wo gewaltige Waldbrände meist in abgelegenen Gegenden wüten. Obwohl dabei jedes Jahr mehrere Millionen Hektar Wald verbrennen, fanden diese Brände lange wenig Beachtung. Doch die Brände rücken immer näher auch an Dörfer und Städte wie Jakutsk, die Hauptstadt Jakutiens, einer eisigen Wildnis Sibiriens. Auch hier zeigen sich die Auswirkungen der Klimakrise überdeutlich. Der Permafrostboden taut und immer neue Rekordtemperaturen wie zuletzt im Juni 2020 begünstigen die Feuer. Auch in Russland wird der überwältigende Teil der Waldbrände vom Menschen verursacht. 72 Prozent der Waldbrände in Russland sind auf fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung zurückzuführen. Weitere 7 Prozent werden durch den Einsatz von Feuer in der Landwirtschaft verursacht. 14 Prozent haben andere Ursachen, wie zum Beispiel Funkenflug durch Eisenbahn oder Stromleitungen. Blitzschlag als natürliche Ursache war dagegen nur in 7 Prozent Auslöser der Waldbrände. Nur in den dünn besiedelten Gebieten im Norden Russlands lassen sich Waldbrände vielfach auf Blitzschläge zurückführen. Die Waldökosysteme Russlands sind in weiten Teilen an das periodische Auftreten von Bränden angepasst. Mittlerweile allerdings kommt es erheblich häufiger zu Waldbränden. Dies hat gravierende ökologische Folgen und führt in manchen Landesteilen zu einer Versteppung.

Nordamerika/Kalifornien

Waldbrand erreicht Wohnhäuser, Malibu, Kalifornien © David McNew / Stringer / Getty Images
Waldbrand erreicht Wohnhäuser, Malibu, Kalifornien © David McNew / Stringer / Getty Images

In Nordamerika sind Waldbrände natürliche Phänomene, die regelmäßig stattfinden. Die Wälder im Westen der USA und die borealen Wälder Kanadas sind von periodisch auftretenden Waldbränden abhängig, um sich verjüngen zu können. Im letzten Jahrhundert stieg allerdings die Intensität der Brände in vielen Gebieten der westlichen USA dramatisch an und bedroht nun Menschen und Wildtiere in der Region. 2015 ging als eines der schlimmsten Waldbrandjahre in der Geschichte der USA ein. 4,1 Mio. Hektar verbrannten – die größte Waldbrandfläche seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Mehrheit der Brände in den USA wird von Menschen verursacht. Zwischen 2001 und 2014 wurden im nationalen Durchschnitt 85 Prozent der Waldbrände von Menschen ausgelöst. 15 Prozent der Brände hatten Blitzschlag als natürliche Ursache – allerdings variiert dies je nach Region. In manchen Gebieten im Westen der USA sind Blitzeinschläge der hauptsächliche Auslöser von Waldbränden.

Der Klimawandel verschärft die Situation weiter und wird für den sprunghaften Anstieg der Waldbrände seit Mitte der 1980er-Jahre verantwortlich gemacht: Die Waldbrandsaison verlängert sich, häufige Dürreperioden schwächen die Wälder und machen sie anfälliger für Brände.

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