Im Winter geprägt von Dunkelheit und Temperaturen bis zu minus 70 Grad Celsius, verwandelt sie sich im kurzen Sommer in ein wildes, nahrungsreiches Paradies für seltene Tiere und Pflanzen. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Arktis noch etwa 22.000 bis 31.000 Eisbären leben. Der Klimawandel macht ihnen schwer zu schaffen. Das Ökosystem der Eisbären verändert sich derart schnell, dass den Tieren kaum Zeit bleibt, sich anzupassen.

In der Arktis leben seit Jahrtausenden auch indigene Bevölkerungsgruppen. Die etwa 400.000 indigenen Einwohner:innen, die nördlich des Polarkreises leben, gehören zu mehr als 30 Völkern. Für die Mehrheit von ihnen sind traditionelle Nutzungen wie Jagd, Fischerei und Rentierzucht wichtiger Teil ihrer sozialen und kulturellen Identität und ihres Lebensunterhaltes.

Doch schwindendes Meereis, tauender Permafrostboden und immer neue Temperaturrekorde sprechen eine deutliche Sprache: Der Klimawandel ist hier längst Realität.

Einzigartig und unberührt

Die Arktis gehört immer noch zu den am wenigsten vom Menschen erschlossenen Gebieten auf der Erde - geprägt von einem hochempfindlichen Ökosystem.

Lage: Die Arktis umfasst das Nordpolarmeer – auch Arktischer Ozean genannt – und die nördlichen Landesteile der Kontinente Nordamerika (Alaska und Kanada), Europa (Skandinavien und Grönland) und Asien (Russland).

Fläche: Die Arktis ist in ihren Grenzen nicht einheitlich definiert. Verwendet man zur Definition die nördliche Baumgrenze d.h. die Gebiete, in denen keine hochwachsenden Pflanzen mehr vorkommen, wäre die Arktis etwa 20 Millionen Quadratkilometer groß.

Lebensraum: Baumlose Tundra, große Flüsse, Feuchtgebiete und Gebirge, die im Winter von Eis und Schnee bedeckt sind, prägen den Lebensraum.

Arten im Fokus des WWF

Die größte Bedrohung für die Arktis ist der Klimawandel. Nirgendwo sonst erwärmt sich die Erde schneller als hier: Innerhalb der letzten 100 Jahre ist die Jahresdurchschnittstemperatur hier um fünf Grad Celsius gestiegen. Das Meereis schwindet. Permafrostböden tauen auf und setzen dabei das besonders klimaschädliche Methangas frei. Die zunehmende Schiffbarkeit erleichtert den Abbau von Bodenschätzen durch neue marine Transportwege, was Brutgebiete von Zugvögeln, Kinderstuben von Eisbären und jahrhundertealte Wanderwege der Rentierherden zusätzlich gefährdet. Das hochempfindliche Ökosystem, in dem die Blütezeiten der Pflanzen und der Lebenszyklus von Insekten genau aufeinander abgestimmt sind, gerät aus dem Gleichgewicht. Die langfristigen Folgen des Klimawandels in der Arktis sind noch gar nicht abzusehen.

Das macht der WWF in der Arktis

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