Im Winter geprägt von Dunkelheit und Temperaturen bis zu minus 70 Grad Celsius, verwandelt sie sich im kurzen Sommer in ein wildes, nahrungsreiches Paradies für seltene Tiere und Pflanzen. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Arktis Russlands ein Viertel der weltweiten Eisbär-Population lebt. In traditionellen Gemeinschaften leben Menschen wie die indigenen Nenzen, Dolganen oder Tschuktschen hier schon seit Jahrhunderten von Jagd, Rentierzucht und Fischfang. Doch schwindendes Meereis, tauender Permafrostboden und immer neue Temperaturrekorde sprechen eine deutliche Sprache: Der Klimawandel ist hier längst Realität.

Einzigartig und unberührt

Die russische Arktis gehört zu den am wenigsten vom Menschen erschlossenen Gebieten auf der Erde - geprägt von einem hochempfindlichen Ökosystem.

Lage: Der Norden Russlands, nördlich der Baumgrenze, sowie nahezu die gesamte nördliche Küstenlinie.

Fläche: Das Gebiet macht fast die Hälfte der globalen arktischen Landfläche aus.

Lebensraum: Baumlose Tundra, Feuchtgebiete und Gebirge im Sommer, Schnee und Eis im Winter prägen den Lebensraum.

Arten im Fokus des WWF

Die größte Bedrohung für die Arktis ist der Klimawandel. Nirgendwo sonst erwärmt sich die Erde schneller als hier: Innerhalb der letzten 100 Jahre ist die Jahresdurchschnittstemperatur hier um fünf Grad Celsius gestiegen. Das Meereis schwindet. Permafrostböden tauen auf und setzen dabei das besonders klimaschädliche Methangas frei. Wildnisgebiete werden nun auch für den Abbau von Bodenschätzen erschließbar, was Brutgebiete von Zugvögeln, Kinderstuben von Eisbären und jahrhundertealte Wanderwege der Rentierherden zusätzlich gefährdet. Das hochempfindliche Ökosystem, in dem die Blütezeiten der Pflanzen und der Lebenszyklus von Insekten genau aufeinander abgestimmt sind, gerät aus dem Gleichgewicht. Die langfristigen Folgen des Klimawandels in der Arktis sind noch gar nicht abzusehen.

Das macht der WWF in der Arktis Russlands

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