WWF Deutschland

https://www.wwf.de/


Content Section

UN-Übereinkommen zur biologischen Vielfalt

Das Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) wurde 1992 auf der UN-Weltkonferenz in Rio de Janeiro verabschiedet. Es ist das erste internationale Regelwerk, das den Schutz aller Elemente der belebten Umwelt umfasst und diesen mit der nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen durch den Menschen verbindet. Die CBD geht inhaltlich weit über andere, spezifischere Artenschutzabkommen wie das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) oder die Konvention über wandernde Tierarten (CMS) hinaus.

Gelbbrustara. © naturepl.com / Stephen Dalton / WWF
© naturepl.com / Stephen Dalton / WWF

Seit 1992 sind dem Übereinkommen 196 Staaten inklusive der Europäische Union beigetreten. Für die Bundesrepublik Deutschland trat das Übereinkommen am 29. Dezember 1993 völkerrechtlich in Kraft. Alle Unterzeichnerstaaten verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, die Bestimmungen der Konvention in nationales Recht zu übertragen und nationale Biodiversitätsstrategien zu erarbeiten. Im November 2007 legte die Bundesregierung ihre Nationale Strategie vor. Damit kam sie erst 14 Jahre nach Unterzeichnung des Übereinkommens ihrer Pflicht der nationalen Umsetzung nach.

 

Mit der Convention on Biological Diversity - CBD steht ein völkerrechtlich verbindliches Übereinkommen zur Verfügung, das drei Hauptziele verfolgt:

  1. Den Erhalt der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, Lebensräumen und aller Gene.
  2. Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Darunter versteht man, Wälder, Flüsse, Meere, wildlebende Tiere und Pflanzen so zu nutzen, dass sie in ihrer Nutzungsfähigkeit nicht abnehmen und somit auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben.
  3. Die gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung genetischer  Ressourcen ergebenden Gewinne und Vorteile, z.B. bei der Gewinnung und Vermarktung von Naturmedizin aus wildlebenden Arzneipflanzen.

Die Konvention regelt somit die umfassende Berücksichtigung der biologischen Vielfalt in allen Lebens-, Wirtschafts- und Nutzungsbereichen des Menschen im Sinne der Nachhaltigkeit. Politik, Wirtschaftsunternehmen und Verbraucher sind aufgefordert, ihren Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt und der Funktionsfähigkeit von Ökosystemen als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage aller Menschen zu leisten.

15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15)

Im Oktober 2020 findet im chinesischen Kunming die 15. Vertragsstaatenkonferenz statt. Die COP15 gilt als großer Meilenstein. Warum? In Kunming wird nach den 2020 auslaufenden Aichi-Zielen des Strategischen Plans eine neue 10-Jahresstrategie verhandelt. Die Mitgliedstaaten werden sich neue Zielen bis 2030 setzen.

Vor der COP15 wird außerdem ein UN-Biodiversitäts-Gipfel erwartet. Dieser könnte ein Vorbote erfolgreicher Verhandlungen sein. Staats- und Regierungschefs sollten sich dort für die höchste Bedeutung des Biodiversitätsschutzes und den dazu dringend nötigen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft aussprechen. 

Deutschland wird im zweiten Halbjahr 2020 den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft innehaben. Die Bundesregierung hat als Repräsentant der 28 EU-Mitgliedsstaaten während der COP15 somit eine besondere Verantwortung für den Erfolg der Verhandlungen.

Die 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) wird absehbar die neue 10-Jahresstrategie (post-2020 Global Biodiversity Framework) beschließen. Sie gibt den politischen Rahmen vor, in dem die Staaten nach 2020 ihre nationalen Umsetzungsstrategien (NBSAPs) verfolgen werden.

 

Der WWF setzt sich für ein ambitioniertes Rahmenwerk ein. Neben ambitionierten Zielen sind vor allem ausreichend finanzielle Mittel für die Umsetzung sowie eine robuste Verantwortungsstruktur mit klaren Überprüfungsmechanismen wichtig, so dass die Mitgliedsstaaten nicht erneut hinter die eigenen Ziele zurückfallen.

  • Facebook
  • Twitter
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF