Persischer Leopard

UN-Weltnaturkonferenz COP 17 in Armenien

Stand: 04.11.2026

Die Weltnaturkonferenz COP 17 in Jerewan hat positive Ergebnisse geliefert - allerdings mit vielen Kompromissen und Abschwächungen. Es bleibt viel zu tun, um die selbstgesetzten Ziele bis 2030 zu erreichen.

Im Zentrum der zwei Verhandlungswochen von Jerewan stand die Zwischenbilanz des vor vier Jahren in Montreal beschlossenen Weltnaturabkommens. Es umfasst 23 Ziele bis 2030 – darunter den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Verringerung von Umweltverschmutzung, den Abbau biodiversitätsschädlicher Subventionen und die Mobilisierung von Geldern. Das Ergebnis: Keines der 23 Ziele des Abkommens ist bisher auf Kurs. Die Verhandler:innen aus 182 Ländern haben sich bei der COP 17 auf einen Aktionsplan geeinigt, mit dem die Umsetzung des Abkommens beschleunigt werden soll. Der neu ausgehandelte „Yerevan Pathway“ soll dafür sorgen, dass die Umsetzung beschleunigt wird, mehr Finanzmittel in den Naturschutz fließen und 500 Milliarden Dollar (ca. 450 Milliarden Euro) an schädlichen Subventionen abgebaut werden.

Bei der Biodiversitätsfinanzierung erreichten die Staaten einen Kompromiss, der für die Lösung zentraler Fragen bis 2030 als Grundlage dienen wird. Insgesamt fehlt aber immer noch sehr viel Geld.

Finanzierung bleibt ein Problem

Tiefe Meinungsverschiedenheiten gab es zwischen den Staaten, wer international für den Erhalt der Lebensgrundlagen bezahlen soll und wie die Finanzierung institutionell aufgebaut sein soll. Es gab aber kleine, wichtige Schritte für die zukünftige Finanzstruktur der Konvention und für eine freiwillige Erweiterung der Geberbasis für die Biodiversitätsfinanzierung. Eine der größten Enttäuschungen ist weiterhin die Frage der gerechten globalen Verteilung der Profite aus der Nutzung genetischer Ressourcen aus der Natur. Der auf der letzten COP in Kolumbien ins Leben gerufene „Cali Fund“ ist so gut wie leer. Wichtige Entscheidungen zur grundlegenden Arbeitsweise des Fonds blieben aus.

„Die Entscheidungen hauchen dem Weltnaturabkommen neues Leben ein. Die Parteien haben sich zusammengeschlossen, um die Natur gemeinsam besser zu schützen. Darauf können sie stolz sein. Zurücklehnen können sich die Staaten aber noch lange nicht. Sie müssen ihre Anstrengungen deutlich verstärken.“

Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft beim WWF Deutschland

Die fünf Forderungen des WWF:

  1. Wir fordern konkrete Beschlüsse und politische Verpflichtungen, um die Lücken bei der Umsetzung des Weltnaturabkommens zu schließen.
  2. Biodiversität ist Aufgabe aller: Natur- und Artenschutz sollen nicht nur Umweltpolitik sein, sondern stärker in Landwirtschaft, Finanzen, Infrastruktur, Gesundheit und Wirtschaft verankert werden.
  3. Verlässliche Finanzierung: Zusagen für den Biodiversitätsschutz müssen eingehalten werden. Ohne ausreichende Finanzierung drohen ein Scheitern der Umsetzung und ein Verlust des multilateralen Konsens.
  4. Wirtschaft und Politik naturverträglich umbauen: Ernährungssysteme, Finanzmärkte und staatliche Steuerung sollen so ausgerichtet werden, dass sie Ökosysteme erhalten, statt sie zu zerstören.
  5. Mehr Transparenz und Beteiligung: Staaten sollen ihre Fortschritte besser dokumentieren und überprüfen lassen. Gleichzeitig müssen die Rechte und die Beteiligung indigener Völker, lokaler Gemeinschaften, Frauen und junger Menschen gestärkt werden.

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