Auswilderungen und Wiederansiedlungen verfolgen stets mehrere Ziele. Es geht immer um mehr als „nur“ um Luchs, Wisent, Waldrapp oder Stör. Die Rückkehr einer lokal ausgestorbenen Art wirkt sich auf die biologische Vielfalt aus und bringt Ökosysteme wieder in ihr Gleichgewicht.
Jede Tierart spielt in den komplexen Netzwerken der Natur eine Rolle. Wenn Arten verschwinden, verarmen Ökosysteme. Große Pflanzenfresser wie Wisente fördern natürliche Dynamiken in Wäldern und schaffen etwa durch ihr Weideverhalten ökologische Nischen, von denen wiederum andere Arten profitieren.
Die Wisente sind ein Beispiel für erfolgreiche Wiederansiedlungen einer Art, die durch Lebensraumzerstörung und Verfolgung Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausgestorben war. Nachdem 1927 das letzte frei lebende Tier im Kaukasus erlegt worden war, überlebten nur rund 50 Tiere in Zoos und Tierparks. Trotz dieses genetischen Flaschenhalses leben heute wieder mehrere Tausend Wisente in freier Natur.