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Stand: 30.08.2019

Abschlussbilanz zu CITES Artenschutzkonferenz

Vom 17. bis 28. August fand in Genf die 18. CITES-Artenschutzkonferenz statt. Mit rekordverdächtigen 160 Tagesordnungspunkten und Agendadokumenten war sie eine der größten Weltartenschutz-Konferenzen aller Zeiten.

Elfenbein © Mike Goldwater / WWF
Elfenbein © Mike Goldwater / WWF

Das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES legt die Regeln für den internationalen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen fest. Es dient dazu, auf den Verlust der biologischen Vielfalt zu reagieren und dem Rückgang der Wildbestände, die von übermäßigem Handel betroffen sind, entgegenzuwirken. Bei der diesjährigen Konferenz lag der Fokus darauf, die Handelsregulierungen oder -verbote auf weitere bedrohte Arten auszudehnen und die Umsetzung bereits bestehender Regelungen zu stärken. Speziell lag das Augenmerk des WWF auf dem Handel mit Elfenbein, Nashornhorn, Schuppentieren und Tigerteilen.

Der Makohai steht nun unter besonderen Schutz © © Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF
Der Makohai steht nun unter besonderen Schutz © © Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF

Nach dem Ende der Konferenz fällt das Fazit des WWF gemischt aus. Positiv zu vermerken ist die Ausweitung des Schutzes vor Übernutzung auf viele weitere bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Darunter sind auch weniger charismatische bzw. unbekanntere Arten, die für die Ökosysteme aber genauso wichtig sein können wie ikonische Arten. So helfen zum Beispiel die nun stärker geschützten Seegurken, die durch den Klimawandel bedingte Versauerung der Meere aufzuhalten. Auch der Fang von Makohaien und Geigenrochen wird dank CITES nun schärfer kontrolliert, was nicht nur den Arten selbst, sondern einem ganzen Ökosystem zu Gute kommt. Ebenso profitieren eine Reihe von Reptilienarten, die häufig als exotische Haustiere gehandelt werden, von stärkeren Regularien.

Beim Thema Tigerschutz hatte der WWF von CITES gefordert, Länder wie Vietnam verstärkt zur Verantwortung zu ziehen, in denen Tigerfarmen die Nachfrage nach Tigerteilen und -produkten ankurbeln. Tatsächlich wurden Entscheidungen getroffen, um etwa die Strafverfolgung zu verbessern und die Nachfrage nach Tigerteilen und -produkten einzudämmen. Dennoch sieht der WWF Leerstellen auf dem Weg zu einer endgültigen Schließung von Tiger-Zuchtanlagen im asiatischen Raum

Luft nach oben gibt es nach Ansicht des WWF auch bei der Umsetzung der Handelsverbote für Elfenbein und Nashornhorn. Zwar sollen die bereits existierenden internationalen kommerziellen Handelsverbote unverändert gelten, dem Prozess der Nationalen Elfenbeinaktionspläne (NIAPs), der den illegalen Elfenbeinhandel bekämpfen soll, fehle es aber insgesamt an Transparenz, um Schlupflöcher zu schließen. Auch die Entscheidungen zur Bekämpfung des illegalen Rhinohorn-Handels fielen zu lasch aus. Der WWF hatte beispielsweise schärfere Maßnahmen bis hin zu Sanktionen durch CITES für Vietnam gefordert, einem der Drehkreuze im internationalen illegalen Artenhandel. Vietnam ist nicht nur ein Hauptabnehmer von Elfenbeinprodukten, auch der Handel mit Tigerteilen, Edelhölzern und Schuppentieren ist dort ein massives Problem. Handelsbeschränkungen oder -verbote alleine reichen nicht aus, wenn es an der Umsetzung durch die beteiligten Staaten hapert.

Neben ikonischen und weniger bekannten Tierarten standen auch bedrohte Pflanzenarten auf der Agenda, die von nicht nachhaltiger und illegaler Nutzung betroffen sind. Doch die neuen Regularien kommen mitunter zu spät, wenn sie – wie es etwa auf eine Baumart aus Malawi zutrifft – für Arten gelten, die wohl in der Natur bereits fast ausgestorben sind. Von der Mulanje-Zypresse gibt es aktuell wohl keine erwachsene Bäume mehr in der Wildnis.

 

Die nächste CITES-Artenschutzkonferenz wird 2022 in Costa Rica stattfinden.

 

 

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