Das weltweite Artensterben schreitet rasant voran. Die Roten Listen verzeichnen immer neue Höchststände der Anzahl bedrohter Arten. Ökosysteme verändern sich immer schneller. Der WWF arbeitet rund um den Globus in mehr als 1.300 Projekten daran, intakte Lebensräume und wildlebende Arten zu bewahren, denn gesunde Ökosysteme und biologische Vielfalt sind unabdingbar für das Überleben der Menschheit.

Was ist Artenschutz?

Wisente im Nationalpark Shadag in der Kaukasus-Region © Emil Khalilov / WWF
Wisente im Nationalpark Shadag in der Kaukasus-Region © Emil Khalilov / WWF

Unter Artenschutz versteht man ganz allgemein den Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten und ihren Lebensräumen mit dem Ziel, die Biodiversität unseres Planeten zu bewahren. Ein weites Feld mit vielen verschiedenen Ansatzpunkten.

Artenschutz vor Ort bedeutet in erster Linie der Erhalt oder die Wiederherstellung von Lebensräumen und das Aufrechterhalten gesunder Ökosysteme. Umgesetzt wird das zum Beispiel in Form von Schutzgebieten. Wenn es nicht nur an passendem Lebensraum mangelt, sondern Tiere und Pflanzen beispielsweise durch Wilderei und Übernutzung oder invasive Arten unter Druck stehen, müssen diese Bedrohungsfaktoren gemindert werden. Zum Artenschutz gehört aber auch die Arbeit mit den Tieren direkt, wie beispielsweise bei Wiederansiedelungsprogrammen, bei der Arbeit in Auffangstationen oder bei der medizinischen Versorgung von Wildtieren.

Artenschutz heißt auch Forschung - und Politik

Löwenrudel an einer Wasserstelle © BrettDurrant / iStock / Getty Images
Löwenrudel an einer Wasserstelle © BrettDurrant / iStock / Getty Images

Besonders wichtig bei allen Anstrengungen zum Artenschutz: Die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Denn nur  bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Interessen kann Artenschutz und ein friedliches Zusammenleben von Menschen und Wildtieren funktionieren. Und so sind auch so grundlegende Dinge wie der Schutz von Dörfern, Feldern und des Viehs der Menschen – gerade in Ländern mit großen Wildtieren wie Löwen, Tigern oder Elefanten – wichtig für den Artenschutz.

Artenschutz „auf Distanz“ bedeutet aber auch Forschung,  Artenschutzprogramme in menschlicher Obhut, zum Beispiel durch Zoos und Botanische Gärten. Vor allem braucht Artenschutz aber auch beharrliche politische Arbeit. Nur so kamen Fortschritte wie das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES, das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt CBD oder das Abkommen zum Schutz der Hohen See zustande. Mit Politikarbeit müssen wir aber auch weitere Rückschritte im Natur- und Artenschutz verhindern.

Essentiell für den Artenschutz ist es, im Blick zu behalten wie es den Arten auf der Welt geht. International führt die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN mehr als 170.000 verschiedene Arten und bewertet den Grad ihrer Gefährdung. Hierzulande übernehmen diese Aufgabe die nationalen Roten Listen zu Tieren, Pflanzen und Pilzen Deutschlands. Grundvoraussetzung dafür ist umfangreiche Forschung zu den einzelnen Arten, um beispielsweise im Rahmen des Biomonitorings Bestandsabschätzungen und Verbreitungen der Tiere, Pflanzen und Pilze zu erfahren.

3. März - Tag des Artenschutzes

In gerade mal 50 Jahren wurden die untersuchten Wirbeltierbestände weltweit durchschnittlich um fast Dreiviertel dezimiert. In Europa sind über 80 Prozent der natürlichen Lebensräume in schlechtem Zustand.

Aktuell macht die europäische Union im Natur- und Artenschutz aber sogar Rückschritte statt der dringenden notwendigen Fortschritte. Die EU-Kommission schwächt auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze, die für den Artenschutz und die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidend sind. Die Prozesse und Verhandlungen dazu finden weitestgehend unbemerkt statt. (Es ist alles öffentlich, aber niemand kriegt's mit)

Die EU-Kommission hat für die erste Jahreshälfte eine Überarbeitung der Wasserrahmenrichtline und der Waldschutzverordnung angekündigt. Sie will auch die EU-FFH-Richtlinie und die EU-Vogelschutz-Richtlinie überprüfen – was im aktuellen politischen Klima auf weitere Abschwächungen schließen lässt.

„Gesunde und artenreiche Ökosysteme, Wälder, Meere und Flüsse sind unsere Lebensgrundlage. Von ihnen hängt auch eine stabile Wirtschaft ab. Wir müssen also Natur und Arten schützen, statt sie zu zerstören und auszurotten“, sagt Ska Keller, Programmleitung Europa-Politik beim WWF Deutschland, anlässlich des Tags des Artenschutzes 2026.

Dagegen können wir, dagegen müssen wir etwas tun. Das europaweite Bündnis #HandsOffNature hat eine europaweite Petition gestartet, mit der auf die aktuellen Attacken auf den europäischen Umwelt- und Naturschutz aufmerksam gemacht wird. Schon mehr als 200.000 Unterstützer:innen haben schon unterzeichnet. Helfen auch Sie uns, der Natur und dem Artenschutz!

WWF-Arbeit zum Artenschutz

Schildkröte gefangen im Netz © naturepl.com / Jordi Chias / WWF
Schildkröte gefangen im Netz © naturepl.com / Jordi Chias / WWF

Der WWF engagiert sich seit mehr als 60 Jahren für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Der WWF bereitet die Ausweisung neuer Schutzgebiete vor, hilft bei der Verwaltung von Schutzgebieten, trägt durch Wanderkorridore oder den Abbau von Zäunen zur Wiedervernetzung zerstückelter Lebensräume bei, unterstützt bei der Ausbildung und Ausrüstung von Ranger:innen, erforscht und überwacht Arten und Lebensräume mit Hilfe von Biomonitoring, schafft nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung, verbessert in vielen Regionen die Lebensbedingungen der Menschen und hilft, Maßnahmen für eine friedliche Koexistenz von Menschen und Wildtieren umzusetzen. Essentiell für den Artenschutz ist auch der Kampf gegen Wilderei und illegalen Artenhandel, zu dem der WWF einen maßgeblichen Beitrag leistet. Unser Einsatz gegen die Verschmutzung der Meere sowie die Überfischung und die Vermeidung von Beifang trägt zum Arterhalt der marinen Vielfalt bei.

Die Mission des WWF: Wir wollen die weltweite Zerstörung der Natur und Umwelt stoppen und eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur in Einklang miteinander leben.

So können Sie den WWF beim Artenschutz unterstützen:

Weitere Informationen

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