Wir leben in einer Zeit und in einem Land, in dem wir selbst bestimmen, was wir essen. Die Auswahl an Lebensmitteln ist riesig. Dennoch sollte die nächste Mahlzeit nicht rein nach Lust ausgewählt werden. Unsere Ernährung hat nämlich direkte Auswirkungen auf Um- und Tierwelt. Wir sollten also gut überlegen, was wir essen und wie viel davon. Die Menge spielt besonders beim Fleischkonsum in Deutschland eine große Rolle, denn die Deutschen essen viel Fleisch. Das belegen auch die folgenden Zahlen.

Geflügel in Zahlen

Weltweit werden ca. 33 Milliarden Geflügeltiere gehalten. Das ist eine Zunahme von über 100 Prozent in den letzten 20 Jahren - Tendenz steigend. Auch in Deutschland wird Geflügelfleisch immer beliebter. Es ist vergleichsweise günstig, fettarm und einfach zuzubereiten. Pro Jahr werden hierzulande ca. 620 Millionen Masthühner und 38 Millionen Puten geschlachtet. Mit 20 Prozent des verzehrten Fleisches liegt Geflügel auf Platz 2 hinter Schweinefleisch (60 Prozent) und damit noch vor Rindfleisch. 

Futterbedarf und dessen Folgen für Natur und Umwelt

Sojaanbau in Brasilien © Peter Caton / WWF UK
Sojaanbau in Brasilien © Peter Caton / WWF UK

Um gutes Fleisch zu liefern, braucht Geflügel, insbesondere Masthühner und Puten, gute Haltungsbedingungen und hochwertiges Futter. Bei der konventionellen Nutztierhaltung besteht der Großteil des Eiweißfutters aus Sojaschrot (pro Masthuhn ca. 700 bis 800 Gramm). Wichtigste Anbauregion für Soja ist Südamerika. Dort werden aber, um Platz für den Anbau von Soja zu schaffen, immer mehr Wälder abgeholzt und Savannen zerstört.

Alternative Futtermittel und ökologische Tierhaltung

Wer Geflügel nachhaltig füttern will, verwendet statt Sojaschrot etwa Rapsschrot und heimische Hülsenfrüchte wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen. Die ökologische Tierhaltung setzt schon länger auf Futter aus eigenem Anbau oder zumindest aus der Region.

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Weniger Geflügel und dann am besten aus ökologischer Tierhaltung genießen

Hühnerfutter © Arnold Morascher / WWF
Hühnerfutter © Arnold Morascher / WWF

Der Fleischkonsum sollte 300 Gramm pro Woche nicht überschreiten – am besten biologisch erzeugtes Fleisch. Denn bezogen auf das Tierwohl geht es dem Geflügel besser als unter konventionellen Bedingungen. So haben Bio-Masthühner Auslauf und im Stall etwa doppelt so viel Platz wie konventionelle Masthühner. Außerdem haben die Tiere etwa doppelt so viel Zeit zu wachsen, nämlich ca. 70 bis 90 Tage statt 32 bis 41 Tage und bekommen ökologisch erzeugtes Futter aus möglichst eigenem Anbau.

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