Liebe ist … nicht dafür die Natur zu zerstören! Am 14. Februar ist Valentinstag. Ein Tag, den die Floristik- und Süßwarenindustrie erfunden hat? In jedem Fall zumeist ein Tag des Konsums. Oft auf Kosten der Umwelt. Doch es geht auch anders. Wir haben für Sie Tipps zusammengestellt, wie Sie die Liebe nachhaltig feiern können.

Valentinstag: Wer beschenkt wen?

Traditionell sind Valentinsgeschenke keine einseitige Aufgabe. Bereits vor 500 Jahren schickten sich Valentinspaare in England gegenseitig kleine Geschenke –  und besonders Gedichte. Denn wer seine Liebe am Valentinstag feiern möchte, muss das nicht mit materiellen Geschenken tun. Bedeuten nicht kleine Aufmerksamkeiten viel mehr? Vielleicht genügt bereits ein intensiver Kuss –  länger als sechs Sekunden raten übrigens manche Paartherapeuten. Vielleicht bietet der Valentinstag einfach Anlass, sich seiner Liebe gemeinsam wieder ganz bewusst zu werden. Vielleicht einigt sich manches Paar auch darauf, dass für Liebende jeder Tag Valentinstag ist und lässt das Fest in gegenseitigem Einvernehmen ausfallen. Und wenn man doch etwas Süßes überreichen möchte? Dann bitte das Richtige!

Was Süßes?

Kakaofrucht am Baum © Alejandro Janeta / WWF Ecuador
Kakaofrucht am Baum © Alejandro Janeta / WWF Ecuador

Pralinen zum Valentinstag sind ökologisch nicht unbedingt eine gute Idee. Denn der Anbau von Kakao für Schokolade benötigt heute große Flächen und verschlingt Unmengen an Wasser. Das geht auf Kosten der Urwälder in Westafrika, Indonesien und Lateinamerika.

Wer auf Schokolade nicht verzichten möchte, sollte unbedingt zu nachhaltigen Sorten aus verantwortungsvoller Produktion greifen. Diese findet man im Biomarkt, gekennzeichnet durch Siegel wie Demeter, Bio, Fairtrade oder GEPA.

Schmuck zum Valentinstag?

Bei Schmuck denken die wenigsten Menschen über Nachhaltigkeit nach. Wussten Sie, dass sich Gold vollständig wiederverwerten lässt, auch um Schmuckstücke zu fertigen? Je häufiger ein Stück Gold wiederverwertet wird, desto geringer ist sein ökologischer Fußabdruck. Denn für Recycling-Gold muss nicht erneut Bergbau betrieben werden. Für die Goldgewinnung werden großflächig Regenwälder in karge Minenlandschaften verwandelt, Straßen in die Wälder gebaut, Böden und Gewässer vergiftet. Zum Goldabbau braucht man Quecksilber oder Zyanit und jede Menge Wasser. Eine Lösung sind Juwelierläden, die nachhaltiges, recyceltes Gold anbieten – oder eigene alte Schmuckstücke zu neuen einschmelzen oder umarbeiten. Fragen Sie beim nächsten Juwelierbesuch daher bewusst nach Recycling-Gold.

Wie viele Rosen soll ich schenken?

Lieber nicht: Rose verschenken © WWF / Simon Rawles
Lieber nicht: Rose verschenken © WWF / Simon Rawles

Am besten gar keine! Unsere Schnittblumen kommen gerade zu dieser Jahreszeit oft aus Anbaugebieten in Kenia, wo die Blumenindustrie die Natur in höchstem Maße schädigt und sich inzwischen längst sogar selbst das Wasser abgräbt. Anschließend werden die Blumen in gekühlten Frachtfliegern tausende Kilometer transportiert.

Eine schöne Alternative zum Valentinstag sind heimische Frühblüher im Topf. Und wenn es unbedingt Rosen sein müssen, sollte es wenigstens die Fairtrade-Variante sein.

Alternativen zum Candle Light Dinner in Paris

Zum Valentinstag mit dem Billigflieger nach Paris oder gemeinsam an den Strand jetten? Das ist in Corona-Zeiten nicht möglich, aber im Sinne der Umwelt sowieso keine gute Idee.

Romantische Ausflüge führen umweltbewusst und gerade heute am besten direkt vor die eigene Haustüre. Vielleicht gibt es eine Wiese mit den ersten Frühlingsboten in der Nähe? Vielleicht einen Hochsitz mit Aussicht, wärmenden Decken und mitgebrachtem Picknick? Vielleicht hat man vorrausschauend ein Herz aus Schneeglöckchen gepflanzt – oder merkt sich diese Idee fürs nächste Jahr. Oder man entführt seine oder seinen Liebsten zu einer romantischen Schnitzeljagd. In der Stadt kann diese zu verborgen hübschen Innenhöfen führen, zu Kunstwerken und Streetart. Kleine Überraschungen wie eine versteckte, wärmende Thermoskanne mit Fairtrade-Kaffee nicht ausgeschlossen. Ein Ausflug in die winterliche Natur kann auch sehr romantisch sein und steigert das Wohlbefinden.

Lecker und nachhaltig essen

Gemüse kochen © Elizabeth Dalziel / WWF
Es muss nicht immer Fleisch sein! © Elizabeth Dalziel / WWF

Der Valentinstag ist ein guter Anlass, sich gemeinsam oder als Überraschung Mühe mit einem romantischen und nachhaltigen Menü zu machen. Zum Beispiel mit Grillgemüse aus der Region oder einer leckeren Quiche.

Die weltweite Nahrungsmittelproduktion ist Hauptgrund für die Abholzung der Wälder unserer Erde und unsere Ernährung beeinflusst das Klima, die Artenvielfalt und unsere Wasserressourcen. Doch es geht auch ganz bewusst – durch frische, regionale Lebensmittel der Saison und weniger Verschwendung. Auch bei Fleisch und Fisch schenken Sie der Umwelt Liebe, wenn Sie darauf achten, woher Rinder-Steak oder Thunfisch kommen.

Liebe für Mensch und Natur

Ihr Liebster oder Ihre Liebste hat ein Lieblingstier? Wie wäre es mit einer Patenschaft? Damit machen Sie doppelte Freude: Sie schenken einer Art die Chance, zu überleben und dem beschenkten Menschen eine dauerhafte Bindung mit regelmäßigen, spannenden Berichten aus den WWF-Projektregionen. Eine schön gestaltete Urkunde zum Schutz der Ozeane, Regenwälder unserer Erde oder des Lieblingstieres, gibt es sogar in letzter Minute zum Selbstausdrucken.