Die besten Kakaopflanzen der Welt benötigen Schatten, um zu wachsen. Das macht den Regenwald im Amazonas zur perfekten Umgebung. Mithilfe des WWF entsteht so eine preisgekrönte Schokolade aus Ecuador.

Kakaofeld © Alejandro Janeta / WWF Ecuador
Kakaofeld © Alejandro Janeta / WWF Ecuador

Schokolade ist weltweit eine der beliebtesten Süßigkeiten - bekannt für ihre antioxidative Wirkung wurde sie von den Mayas als Geschenk Gottes angesehen und sogar als Währung genutzt. Bis heute ist die Popularität von Schokolade ungebrochen, und nicht nur das: Die weltweite Kakaoproduktion hat sich seit 1960 vervierfacht. Auf Kosten von Urwäldern in Westafrika, Indonesien und Lateinamerika.

In den letzten Jahren ist Entwaldung ein kritisches Thema in Bezug auf Kakaoproduktion geworden. Die Konsument:innen verlangen nach immer mehr billiger Schokolade und durch zu defensive Regierungen und schwache Verwaltungen von Naturschutzzonen sind die negativen Umwelteinflüsse von Kakao-Anbau gestiegen.

Das muss jedoch nicht sein, der Bedarf an Schokolade kann auch mit verantwortungsvoller Produktion, die Wälder schützt und wieder aufforstet, gedeckt werden.

Ecuador ist der drittgrößte Kakaoproduzent der Welt

Im ecuadorianischen Amazonas stehen Chonta-Palmen und Mahagoni-Bäume dicht an dicht. Ideale Voraussetzungen für die schattenliebende Kakaopflanze. Das Volk der Kichwa aus der Zancudo Cocha Region im Cuyabeno-Schutzgebiet macht sich diesen natürlichen Vorteil zunutze und ist in den Kakao-Anbau eingestiegen – um durch nachhaltige und verantwortungsvolle Kakao-Produktion langfristig ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Das Cuyabeno-Wildtierreservat ist eines der größten Schutzgebiete im Ecuadorianischen Amazonas. Es erstreckt sich über fast 600.000 Hektar und ist Heimat von Arten wie dem Flussdelfin, dem Jaguar und dem Riesenotter.

Kakao-Anbau für ein nachhaltiges Einkommen

Untersuchen der Kakaosamen © Alejandro Janeta / WWF Ecuador
Untersuchen der Kakaosamen © Alejandro Janeta / WWF Ecuador

Der WWF Ecuador hat im Rahmen der länderübergreifenden Strategie für den Nördlichen Amazonas für dieses Projekt technische Unterstützung zur Verfügung gestellt, um eine gewissenhafte Kakao-Produktion zu gewährleisten und die Bevölkerung zu befähigen, für sich ein nachhaltiges Einkommen zu generieren. Zudem unterstützt der WWF Ecuador die Kichwa beim Aufbau einer Handelsbeziehung mit Pacari, einem renommierten ecuadorianischen Schokoladenhersteller, der bereits zahlreiche internationale Preise für die Qualität und den Geschmack seiner Schokolade gewonnen hat.

Durch eine stabile Geschäftsbeziehung wird gewährleistet, dass die Menschen aus Zancudo Cocha den besten Preis für ihren Kakao erhalten und einen sicheren Abnehmer haben. Gleichzeitig bietet Pacari seinen Kund:innen die Gewissheit, dass bei der Herstellung der Produkte die höchsten sozialen und ökologischen Standards angewendet werden und zugleich ein Beitrag zum Schutz des Regenwaldes in Ecuador geleistet wird. Denn der nachhaltige Anbau von Kakao erhält den Regenwald – im Gegensatz zu zerstörerischen Formen der Landnutzung wie Viehzucht oder die Anlage von Palmölplantagen.

Deshalb unterstützt der WWF die Gemeinden dabei, ihr nachhaltiges Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und auf dem Markt gute Preise für ihre Ernten zu bekommen. Dafür benutzt er ein System, welches die Bodenerosion kontrolliert und den Verlust von Wasser und den Schwund von organischem Material und Nährstoffen aus dem Boden verringert.

Durch diese Methode wächst der Kakao im Schatten natürlicher Bäume, was keine Entwaldung nötig macht und Kakaobohnen mit einem außergewöhnlichen Aroma und Geschmack hervorbringt. Die Kombination aus einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit, die indigenen Familien ihren Lebensunterhalt sichert, und dem Schutz des bedrohten Regenwaldes ist es, die das Projekt für alle Beteiligten so sinnvoll macht.

Eine fruchtbare Zusammenarbeit

Der WWF will in Zukunft die Zusammenarbeit mit Pacari ausbauen und einen Verbund entwickeln, der durch die Verkäufe der Produkte mit dem Kakao von Zancudo Cocha durch Pacari Spenden generiert. Ein bestimmter Prozentsatz der Einnahmen wird dann direkt dem WWF und seinen Naturschutzmaßnahmen zugutekommen.

Das ist ein erster Schritt, um innovative Partnerschaften mit Firmen zu etablieren und Lösungen für die Herausforderungen im Naturschutz zu finden.

Wie alles begann

Der WWF Ecuador arbeitet gemeinsam mit dem WWF Deutschland bereits seit 2009 mit indigenen Gemeinschaften im Cuyabeno-Schutzgebiet zusammen. 2014 begann die Arbeit mit den Kichwa in Zancudo Cocha, um die Kakao-Produktion und die Vermarktung zu verbessern. Innerhalb der Gemeinde Zancudo Cocha produzieren 21 Kichwa-Familien qualitativ hochwertigen Kakao, indem sie traditionelle Anbaupraktiken mit nachhaltigen Methoden kombinieren.

Seit 2018 hat sich das Projekt vergrößert und drei weitere indigene Gemeinden in Cuyabeno nehmen daran teil.

Wie es weitergeht

Zurzeit arbeitet der WWF gemeinsam mit Partnern daran, weiteren Gemeinden zu helfen, Kakaobäume im Schatten des Urwaldes zu pflanzen und die Kakaobohnen zu vermarkten.

Schützen Sie den Amazonas

  • Regenwald am Amazonas © Luis Barreto / WWF-UK Der Amazonasregenwald: Der größte Regenwald der Erde

    Das Amazonas-Becken bedeckt mit seinem Regenwald eine Fläche mit einer Ausdehnung, die der Entfernung von Berlin nach Bagdad entspricht. Weiterlesen...

  • Brände in Amazonien © Araquem Alcantara / WWF Brasilien Der Amazonas vor dem Kollaps

    Die Regenwälder des Amazonas brennen wie lange nicht mehr. Dahinter stecken Kalkül und das ganz große Geld. Weiterlesen...