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Stand: 05.05.2020

Risikogruppen gemeinsam schützen

Die Corona-Pandemie ist eine weltweite Bedrohung. In kurzer Zeit hat sie unser Leben auf den Kopf gestellt. Doch eine Welle der Solidarität bietet einen Lichtblick in der Krise. Plötzlich ist uns bewusst geworden, dass wir gemeinsam so viel stärker sind als allein. Dass wir gemeinsam die Kraft haben, jene zu schützen, die dem Virus und seinen Folgen andernfalls schutzlos ausgeliefert wären.

Der Schutz von besonders gefährdeten Risikogruppen ist derzeit unsere gemeinsame Mission. Doch viele Risikogruppen haben wir gar nicht richtig auf dem Schirm. Sie heißen nicht nur Oma und Opa, sondern z.B. auch Gorilla, Löwe und Elefant. Sie sind zu weit weg, um bis in unsere Aufmerksamkeit vorzudringen. Dabei sind sie genauso von den Folgen des Virus betroffen.

Bedrohte Tierarten haben es jetzt oft besonders schwer. Wir befinden uns mitten in einem großen Artensterben und der Niedergang der biologischen Vielfalt auf diesem Planeten geht auch in Krisenzeiten weiter. Die Auswirkungen der Corona-Krise können die hart erkämpften Naturschutz-Erfolge der letzten Jahre zunichte machen und die Existenz vieler Arten noch weiter bedrohen. Es ist an uns, jetzt auch für jene Hilfe zu leisten, die nicht im Mittelpunkt der medialen Berichterstattung stehen.

Mit einer Spende können Sie jetzt helfen, die etwas anderen Risikogruppen sicher durch die Krise zu bringen.

Vielen Dank!

Gorilla im Dzanga-Sangha Schutzgebiet @ naturepl.com / Anup Shah / WF
Gorilla im Dzanga-Sangha Schutzgebiet @ naturepl.com / Anup Shah / WF

Die Westlichen Flachlandgorillas im Dzanga-Sangha-Schutzgebiet leben eng mit den Menschen zusammen. Wer die habituierten Gorillafamilien besuchen will, musste schon vor dem Coronavirus Schutzmaßnahmen ergreifen, um keine Krankheitserreger auf die Menschenaffen zu übertragen. Die Gene der Gorillas sind denen des Menschen sehr ähnlich, was bedeutet, dass ein Virus wie Corona auch für sie fatale Folgen haben könnte. Während die Forscher einen Teil ihrer Arbeit auch von Zuhause aus erledigen können, ist der gesamte Tourismus in Dzanga-Sangha zum Erliegen gekommen. Es fehlt an wichtigen Einnahmen für das Schutzgebiet, die Tiere und die Lokalbevölkerung. Die ohnehin schon bedrohten Gorillas sind deshalb eine Risikogruppe.

Ganz ähnlich sieht es für die Löwen in Namibia und Botswana aus. Die Löwen auf der Suche nach neuen Revieren und Nahrung bewegen sich in den Korridoren, bestehend aus Gemeindeschutzgebieten (Conservancies) zwischen den Nationalparks. In den Conservancies garantieren die Gemeindewildhüter den Schutz der Tiere.
Doch ohne die üblichen Einkünfte aus dem Tourismus können viele Gemeindeschutzgebiete bald keine Wildhüter mehr bezahlen. Ohne ihren Schutz sind die Löwen Wilderern ausgeliefert. Auch sie sind deshalb eine Risikogruppe.

Löwe @ Michael Poliza / WWF
Löwe @ Michael Poliza / WWF
Elefanten in Namibia @ Tania Curry / WWF-US
Elefanten in Namibia @ Tania Curry / WWF-US

In Kenia sind derzeit besonders die Elefanten bedroht. Schutzgebiete wie Mara-Serengeti sind von den Einnahmen aus dem Ökotourismus abhängig, sowohl Menschen als auch Tiere zählen auf Unterstützung. Durch die Corona-Krise steht auch die lokale Bevölkerung in den vom WWF unterstützten Gemeindeschutzgebieten ohne Einkünfte da, neben dem Artenschutz leidet auch die Gesundheitsversorgung in den Dörfern. Die Region ist besonders für Elefantenkühe wichtig: Viele von ihnen gebären in der Region und sind auf Nahrung und Schutz angewiesen, die ohne finanzielle Hilfe nicht länger gesichert werden können. Sie bilden ebenfalls eine Risikogruppe.