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Stand: 15.06.2020

Soja – die Nachfrage steigt

Tofu, Sojamilch und Sojasoße – das sind Produkte, die Verbrauchern beim Stichwort Soja einfallen. Nicht mit auf der Liste ist Fleisch. Dabei werden 80 Prozent der begehrten Bohne zu Schrot verarbeitet, das anschließend als Futtermittel in Tiertrögen landet. Schließlich wächst weltweit der Hunger auf Fleisch, und das lässt sich mit den relativ günstigen Soja-Futtermitteln gut produzieren. Das gefragte Soja hinterlässt allerdings auf unserem Planeten deutliche Spuren.

Sojabohnen werden schon seit tausenden von Jahren in Asien angebaut, aber im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts wurde die Soja-Produktion drastisch ausgedehnt. In den letzten fünfzig Jahren wurde die Produktion von 27 Millionen Tonnen auf 269 Millionen Tonnen um das Zehnfache gesteigert. 80 Prozent der Sojabohnen weltweit kommen aus USA, Brasilien oder Argentinien. Für die Ausweitung der Ackerfläche wurden und werden immer noch riesige Wald- und Savannenflächen umgewandelt. Von 2000 bis 2010 wurden 24 Millionen Hektar Land in Südamerika zu Ackerflächen. So gehen einzigartige Lebensräume für Pflanzen und Tiere verloren, fruchtbarer Boden wird zerstört und Wasser verseucht.

Sojaproduktion bedroht brasilianischen Savannenwald

Deutsche Lebensmittelhändler fordern Entwaldungsstopp

Der Cerrado ist ein Savannenwald und fast sechsmal so groß wie Deutschland. Er beherbergt etwa 5 Prozent der biologischen Vielfalt der Erde, ist einer der wichtigsten Süßwasserlieferanten Südamerikas und bindet enorme Mengen an Kohlenstoff. Sein Erhalt ist auch für den weltweiten Klimaschutz bedeutsam. Im Laufe der letzten 40 Jahre wurde etwa die Hälfte der natürlichen Vegetation in Acker- und Weideflächen umgewandelt, weitere 30 Prozent sind stark beeinträchtigt. Rinderhaltung und Sojaanbau gehören zu den Haupttreibern dieser bedrohlichen Entwicklung.

Eine gemeinsame Lösung soll die fortschreitende Abholzung der Savanne stoppen. Das haben sich Ende vergangenen Jahres mehr als 150 Unternehmen und Investoren zum Ziel gesetzt und eine Absichtserklärung unterzeichnet . Doch die großen brasilianischen Sojaverbände ABIOVE und ANEC sind vor der finalen Unterzeichnung abgesprungen.

Im Juni 2020 rufen die deutschen Lebensmittelhändler sie zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf, damit diese Vereinbarung für eine entwaldungsfreie Sojaproduktion möglichst zeitnah in Kraft treten kann und weitere Abholzung verhindert wird. Aus anderen europäischen Ländern wie Norwegen, Frankreich und Dänemark kommen aktuell gleichlautende Apelle. In einer gemeinsamen Deklaration fordern Aldi-Nord, Aldi-Süd, EDEKA-Verbund, Kaufland, Lidl, Metro und Rewe die brasilianischen Sojahändler auf, die Entwaldung für die Sojaproduktion zu beenden.  Die Unterzeichner nehmen damit ihre Verantwortung wahr, um den artenreichsten Savannenwald der Erde zu schützen.

Baseler Kriterien

Was sind die „Baseler Kriterien“?

Mit den Baseler Kriterien versuchte der WWF, Einfluss auf die Anbaubedingungen von Soja zu nehmen. Der WWF Schweiz hat die Basler Kriterien 2004 gemeinsam mit dem Einzelhändler Coop Schweiz auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Produktion in eine nachhaltigere Richtung zu lenken und wertvolle Naturflächen zu erhalten. Das Grundprinzip dabei: die Soja ist absolut gentechnikfrei.

 

Soja, garantiert ohne Gentechnik

Auf Grundlage der  ökologischen und sozialen Prinzipien der Basler Kriterien wurde von der Zertifizierungsorganisation Cert-ID der ProTerra Standard entwickelt, erkennbar am „ProTerra CERT-ID“-Zeichen der Zertifizierungsstelle Cert-ID Europe. Soja , das nach den  Pro Terra Kriterien  zertifiziert wurde, ist garantiert gentechnikfrei. Beim Anbau wurden zudem soziale und ökologische Standards eingehalten. Dazu gehören:

  • Wälder und Flächen mit hohem Schutzwert dürfen seit 2004 nicht in Soja-Land umgewandelt werden;
  • Kinder- und Zwangsarbeit sind verboten;
  • existenzsichernde Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen sind Bedingung
  • Landrechte müssen geklärt werden;
  • Unabhängige Kontrollen stellen die Einhaltung der Kriterien sicher.
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