Bereits im August 2025 wurde das Soja-Moratorium auf den Prüfstand gestellt. Damals forderte die brasilianische Wettbewerbsbehörde (Cade), das Moratorium auf Eis zu legen. Doch die weitere Ausdehnung des Sojaanbaus und die damit verbundene Entwaldung im Amazonas sind mit nicht hinnehmbaren Risiken für Umwelt und Klima in Brasilien und weltweit verbunden.
Der Amazonas-Regenwald ist nicht nur eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für das Klima in ganz Südamerika. Über seine sogenannten fliegenden Flüsse – das sind Wolkenströme, die Wassermassen transportieren – verteilt er Feuchtigkeit in weite Teile des Landes und stabilisiert damit die Niederschläge, auf welche die Stromerzeugung aus Wasserkraft, die Trinkwasserversorgung der Städte und auch die landwirtschaftliche Produktion unmittelbar angewiesen sind.
Die Entwaldung im Amazonas-Regenwald verstärkt Klimaextreme wie langanhaltende Dürren und heftige Regenfälle und beeinflusst die landwirtschaftliche Produktivität und die Verfügbarkeit von Wasser selbst in weit entfernten Regionen wie dem Süden und Südosten Brasiliens.
Durch ein Ende des Soja-Moratoriums würden sich Sojafelder wieder vermehrt in den Regenwald ausdehnen, was langfristig sowohl wichtige Wirtschaftssektoren als auch die Lebensqualität der Bevölkerung gefährdet.