Jahr für Jahr gelangen Millionen von Tonnen Plastik in die Umwelt – in unsere Böden, unsere Gewässer und Meere. Kleinste Mikroplastikpartikel können sowohl in Flaschenwasser als auch in unserer Nahrung nachgewiesen werden. Die Eintragsquellen des Plastiks in die Umwelt sind viel-fältig: Sie reichen von unachtsam weggeworfenem oder mangelhaft deponiertem Verpackungsmüll über den Reifenabrieb auf unseren Straßen bis hin zu Fasern aus unserer Polyesterkleidung, die sich beim Waschen lösen und Kläranlagen ungehindert passieren.

Unser Ziel: den Eintrag von Plastik in die Umwelt zu beenden

Eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe © WWF
Eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe © WWF

Die Herausforderung ist komplex und global, das Ziel jedoch eindeutig. Kunststoff muss als das genutzt und behandelt werden, was es ist: als Hochleistungsmaterial, das nicht in die Natur gelangen darf! Der WWF setzt sich daher zum Ziel, den Plastikeintrag in die Umwelt bis zum Jahr 2030 zu beenden.

Benötigt werden zukunftsfähige Konzepte und Lösungen, um den primären Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen insgesamt zu reduzieren. Es braucht systemische Veränderungen, welche nur gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft formuliert und umgesetzt werden können.   

Wie in der Graphik dargestellt, sollte der Einsatz von Primärmaterial reduziert werden. Um das zu erreichen, sollten unnötige Einwegartikel und Verpackungen vermieden, Mehrwegsysteme ausgeweitet und die Recyclingfähigkeit von Kunststoffprodukten und -verpackungen gesteigert werden. Dies beinhaltet die einheitliche Gestaltung von Verpackungstypen und den Verzicht auf Inhaltsstoffe, die umwelt- bzw. gesundheitsschädlich sind und damit das Recycling stören.

Weiterhin sollten Materialverluste langfristig durch verantwortungsvoll gewonnene nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Die Kreislauffähigkeit der Produkte muss dabei gewährleistet bleiben. Im Projekt TextileMission, an dem der WWF beteiligt ist, werden beispielsweise Alternativen untersucht, den Eintrag von Mikroplastik aus Kunstfasertextilien zu reduzieren.

Unsere Forderungen

  • Ein internationales politisches Abkommen auf UN-Ebene mit klarem Bekenntnis der Nationalstaaten, den Eintrag von Plastikmüll in die Umwelt und Meere zu stoppen.
  • Entwicklung von Konzepten zur Abfallvermeidung mit konkreten Zielen, Maßnahmen und Zeitvorgaben auf politischer Ebene
  • Aktive Unterstützung von Mehrweglösungen durch Politik und Unternehmen
  • Design for Recycling: Material muss so lange wie möglich in hochwertigen Kreisläufen geführt werden. Kein Produkt darf nur für die einmalige Nutzung konzipiert werden, Wiedernutzung und Recycling müssen von Anfang an mitgedacht werden.
  • Kein Einsatz von Materialien, Bestandteilen und Substanzen, die potenziell gesundheitlich bedenklich oder umweltgefährdend sind und in der Folgenutzung stören.
  • Beteiligung von Unternehmen, die Plastikprodukte und Plastikverpackungen herstellen oder diese in Verkehr bringen, an den Entsorgungskosten im Sinne einer „erweiterten Produzentenverantwortung“. Während dieser Ansatz in vielen europäischen Ländern bereits etabliert ist, fehlt er noch in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern. Dies muss gefördert und finanziell unterstützt werden.
  • Das freiwillige Engagement von Unternehmen, die sich zum Beispiel der Initiative zur Förderung der Kreislaufwirtschaft der Ellen Mc Arthur Foundation angeschlossen haben, wird begrüßt. 

Kontakt

Sprechen Sie uns an, wenn Sie sich für unsere Arbeit interessieren und wir Sie zum Thema Plastik und Verpackungen beraten dürfen.

Laura Griestop

Project Manager Sustainable Business & Markets