WWF Deutschland

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Stand: 05.07.2018

Lösungsansätze für das Zusammenleben von Menschen und Wildtieren

Der WWF setzt sich weltweit für bedrohte Arten ein – in Asien, Afrika und Lateinamerika, aber auch vor der eigenen Haustür. Geschützte Arten wie Wolf und Luchs sollen als natürlicher Teil des Ökosystems ihre alten Lebensräume in Deutschland und Europa wieder besiedeln können. Wie bei Raubtieren in anderen Teilen der Welt bringt ihre Anwesenheit jedoch auch Konflikte mit sich: Vielfach müssen die Menschen erst wieder lernen, ihren Lebensraum und die von ihnen geschaffenen Kulturlandschaften mit den großen Jägern zu teilen.

Europäischer Wolf beobachtet grasende Schafe © Staffan Widstrand / WWF
Europäischer Wolf beobachtet grasende Schafe © Staffan Widstrand / WWF

Durch internationalen Austausch zu lokalen Lösungen

Die verschiedenen Herausforderungen lassen sich nur lokal lösen und erfordern einen konstruktiven Dialog mit den betroffenen Viehaltern, Landwirten, Jägern, Förstern und Gemeinden. Gleichzeitig braucht es den Blick über Ländergrenzen hinweg. Dort wo die Tiere schon länger unterwegs sind, haben die Menschen vielfach bereits funktionierende Lösungen gefunden, um Konflikte zu vermeiden oder mit ihnen umzugehen. Zudem bewegen sich die Tiere über sehr weite Strecken, um neue Reviere zu erschließen und in Austausch mit ihren Artgenossen zu treten. So bringt es beispielsweise wenig, wenn der Wolf auf der einen Seite der Grenze zum Abschuss freigegeben wird und auf der anderen Seite Maßnahmen für seine Wiederansiedlung stattfinden. Nur wenn die Länder zusammenarbeiten und sich über praxistaugliche Strategien zum Schutz von Wildtieren austauschen, kann ein friedliches Zusammenleben dauerhaft gelingen.

LIFE EuroLargeCarnivores – das Zusammenleben gemeinsam gestalten

EuroLargeCarnivores und Life Logo

2017 initiierte der WWF Deutschland gemeinsam mit Partnern in 16 Ländern das von der EU geförderte Projekt LIFE EuroLargeCarnivores. Es soll einen europaweiten Austausch ermöglichen und bestehende Lösungen bekannter machen. Dafür suchen die im Projekt beteiligten WWF-Büros sowie Partner aus Wissenschaft und Naturschutz den Dialog mit Viehhaltern, Jägern, Förstern, Wissenschaftlern und vielen anderen Interessengruppen. Ziel ist es, ein europäisches Netzwerk zu schaffen, das vorhandene Wissen zu bündeln und international weiterzugeben.

Mögliche Konflikte mit großen Beutegreifern

Das Projekt im Überblick

Laufzeit: 2017 bis 2022

Budget: 6 Millionen Euro (davon 3,6 Euro EU-Förderung)


Beteiligte Länder:
Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ukraine, Ungarn


Zusammenarbeit mit:
Viehaltern, Förstern, Jägern, Bauern, lokale Bevölkerung


Tierarten:
Bär, Luchs, Wolf und Vielfraß


www.eurolargecarnivores.eu

Vom Nordkap bis nach Gibraltar

Damit große Beutegreifer wie Wolf, Luchs, Bär und Vielfraß überall in Europa wieder heimisch werden, braucht es die Akzeptanz der Menschen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren. Das Wissen um traditionellen Herdenschutz kann dabei ebenso zielführend sein wie innovative Methoden und Techniken. Deshalb bringen die Partner Tierhalter aus unterschiedlichen Regionen zusammen, um sich über wirkungsvollen Herdenschutz auszutauschen. Darüber hinaus sammeln sie die verschiedenen Erfahrungen im Umgang mit großen Beutegreifern, informieren über Fördermöglichkeiten und vermitteln zu Ansprechpartnern. Zudem fördern sie eine pragmatische und faktenbasierte Kommunikation, um die Menschen vor Ort auf das Leben mit den Tieren vorzubereiten und den Dialog über die unterschiedlichen Interessen konstruktiv zu führen. Das Projekt fokussiert sich dabei auf verschiedene Regionen, in denen sich Populationen über Grenzen hinweg ausbreiten (werden). Dazu gehören Skandinavien, die Iberische Halbinsel, die Karpaten sowie das nördliche Zentraleuropa und der Alpenraum.

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