Schau dich draußen vor deiner Haustür einmal ganz genau um. Ganz egal, ob du in der Nähe eines Waldes, an der Küste, in den Bergen, in einer Großstadt oder ganz woanders lebst – in Deutschland findest du in jeder Umgebung Natur und wilde Tiere. Hast du Lust, einige von ihnen zu entdecken? Los geht’s!

Wildes Wasser

Unter Wasser schwimmen Fische, Krebse und Kaulquappen. Eisvögel, Fledermäuse und Libellen flitzen über die Wasseroberfläche und jagen Beute. Gänse rupfen Gras am Ufer, Frösche quaken und Enten brüten im Schilf. Am und im Wasser gibt so viel zu entdecken!

In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Gewässer Flüsse, Bäche, Seen, Teiche und Tümpel. Welches Gewässer gibt es in deiner Nähe?

WWF Junior Panda

Schon gewusst?

Ein Gewässer wird als See bezeichnet, wenn es stehend ist, mindestens einen Hektar groß und von Festland umgeben ist. Die meisten Seen sind natürlich entstanden und über zwei Meter tief. Ein Teich hingegen wird von Menschen angelegt und ist meist nicht besonders tief.

Süßwasserkrokodile am Wasser
Süßwasserkrokodile am Wasser © chameleonseye / iStock / GettyImages

Wildes Wasser in Australien

In Australien leben Süßwasserkrokodile in Flüssen, Bächen, Sümpfen und Seen. Sie sind sehr scheu. Auf ihrer Speisekarte stehen Fische, Krebse und kleine Vögel. Menschen sollten Abstand zu den Tieren halten, auch wenn Krokodile nur angreifen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Wilde Berge

In Deutschland gibt es mehrere Gebirgszüge, darunter die über 2.000 Meter hohen Alpen. Die Winter im Gebirge sind besonders lang, kalt und schneereich. In den Sommermonaten wird es selten richtig heiß. Neben verschneiten Gipfeln und steilen Felswänden gibt es in niedrigen Gebieten dichte Bergwälder und grüne Wiesen. Die Pflanzen und Tiere in den Bergen sind bestens an das Leben dort angepasst.

Roter Panda frisst Bambus © Ola Jennersten
Roter Panda frisst Bambus © Ola Jennersten

Wilde Berge in Asien

Der Himalaja ist das höchste Gebirge der Welt. Dort ist auch der Rote Panda zu Hause. Der kleine Katzenbär mit dem buschigen Schwanz lebt in dichten Bergwäldern. Obwohl Rote Pandas fast nur Bambus fressen, gehören sie zu den Raubtieren. Ihre nächsten Verwandten sind Waschbären, Marder und Stinktiere.

Wilde Stadt

Großstadt in Deutschland und Europa – das bedeutet: Hundertausende oder gar Millionen Menschen, Autos, asphaltierte Straßen und Wege, hohe Häuser, Lärm und Licht. In Städten gibt es aber auch Parks, Gärten und Friedhöfe, uralte Bäume, blühende Blumen, grüne Balkone, leerstehende Gebäude, alte Kirchtürme und Nistkästen. Viele wilde Tiere finden deshalb auch in Städten genug Nahrung und Unterschlupf.

WWF Junior Panda

Schon gewusst?

In blütenreichen Gärten, Parks und Friedhöfen der Stadt fühlen sich vor allem Bienen und Hummeln wohl. Oft finden sie dort sogar mehr Nahrung und Nistplätze als auf dem Land.

Leopard nutzt Unterführung © WWF Indien
Leopard nutzt Unterführung © WWF Indien

Wilde Stadt in Indien

Leoparden kommen jede Nacht in die ostindische Großstadt Mumbai. Sie erbeuten vor allem Straßenhunde, aber auch kleinere Säugetiere und Vögel. Die Großkatzen kommen in die Städte, weil ihr ursprünglicher Lebensraum zerstört wurde oder es zu wenig Beutetiere gibt, weil diese, oft illegal, gejagt werden.

Wildnis in Not

Maisfeld
Maisfeld © ThinkstockPhotos

Große Gebiete, in denen sich die Natur ohne Einfluss des Menschen entwickeln kann, werden als Wildnis bezeichnet. Schon seit Jahrhunderten schrumpft die Wildnis auf der ganzen Welt. Uralte Wälder werden abgeholzt, wilde Flüsse begradigt, Feuchtgebiete und Moore entwässert. Es wird Platz gemacht für Städte, Siedlungen, Straßen, Industrie und Landwirtschaft. Die Wildnis verschwindet – und mit ihr viele Tierarten.

Mehr als die Hälfte der Bodenfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt, wie im Bild für den Maisanbau. Siedlungen, Industrie und Wirtschaftswälder nehmen ebenfalls viel Platz ein. Da bleibt kaum Platz für echte Wildnis.

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Schon gewusst?

Echte Wildnis ist in Deutschland sehr selten. Wilde Tiere hingegen gibt es fast überall. Einige Arten fühlen sich auch in Landschaften wohl, die Menschen geschaffen haben. Andere wie der Feldhamster sterben allerdings aus, wenn wir ihnen nicht helfen, weil durch die Veränderung der Landschaften wichtige Lebensräume verloren gehen.

Wir wollen wieder Wildnis

 See in der Zerweliner Heide (brandenburgische Uckermark) © Albert Wotke / WWF
See in der Zerweliner Heide (brandenburgische Uckermark) © Albert Wotke / WWF

2016 hat der WWF Deutschland die „Zerweliner Heide“ im Nordosten Brandenburgs übernommen. Seither setzen wir uns dort für eine nachhaltige Entwicklung ein, ein sogenanntes Rewilding. Das bedeutet: Die Wildnis darf sich hier wieder ausbreiten – auf einer Fläche so groß wie 1.100 Fußballfelder!

Hier befinden sich uralte Wälder, unberührte Seen und wertvolle Moore. Seltene Arten wie Rotmilan, Kranich, Fischotter und Mopsfledermaus bewohnen die Heide.

Der WWF setzt sich auf der ganzen Welt für mehr Wildnis ein.

Mach mit: Dein Einsatz für die wilden Tiere

Auch du kannst etwas dafür tun, dass es in Deutschland wieder wilder wird. Sorge dafür, dass die wilden Tiere in deiner Umgebung Unterschlupf und Nahrung finden. Das kannst du zum Beispiel tun:

  • Laub liegen lassen: Laubhaufen im Garten sind für Igel und Insekten ein guter Schutz vor Kälte, Nässe und Fressfeinden.
  • Ein Insektenhotel basteln: Wildbienen, Käfer und andere Insekten brauchen Nistplätze für ihren Nachwuchs. Aus Holz, Bambus, Ton und Steinen kannst du ganz verschiedene Unterkünfte bauen. Hier gibt’s zwei Vorschläge für dein Projekt.
  • Wassertränke aufstellen Vor allem im Sommer sind viele Tiere auf der Suche nach etwas zu trinken, aber auch sonst im Jahr. Stelle eine flache Schale mit Wasser auf. Dort können Vögel, Igel und Insekten ihren Durst stillen. Ist der Rand der Schale sehr hoch, kannst du ein paar Steine in die Schale legen. Dann können Insekten darauf landen und aus der Schale trinken.
  • Einen Vogelnistkasten bauen: Viele heimische Singvögel bauen ihre Nester in Baumhöhlen und Mauerritzen. Aber auch in Nistkästen ziehen Vögel ein. Mit der Hilfe eines Erwachsenen kannst du selbst einen Kasten bauen und in deiner Nähe aufhängen. Beobachte, wer einzieht.
  • Für Nahrungspflanzen sorgen: Gestalte deinen Garten oder Balkon so, dass es dort zu jeder Jahreszeit Nahrung für viele verschiedene Tiere gibt. Das ist gar nicht so schwierig. Hier gibt’s ein paar Tipps von uns.

Der WWF im Einsatz

Am Wasser gibt es viel zu entdecken
Am Wasser gibt es viel zu entdecken © Dimedrol68 / iStock / GettyImages

Seit über 60 Jahren setzt sich der WWF weltweit für eine Zukunft ein, in der Mensch und Natur in Einklang leben. Das wird immer wichtiger, denn es gibt viele Probleme auf der Welt: Die Erderwärmung, zu viel Plastik, zu viele Autos, Wälder werden abgeholzt und viele Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht.

In der Kampagne WWF Zukunft wollen wir wissen, wie eine Zukunft aussehen kann, in der alles gut wird. Dafür sammeln wir Ideen. Aus Ideen können Pläne werden, die die Welt besser machen. Janette aus dem WWF Junior Team hat für euch Christian aus der Kampagne WWF Zukunft befragt.

Janette: Was wäre das Schönste, was du dir für die Zukunft vorstellen könntest?

Christian: Wenn die Zukunft für die Menschen mehr Freude und Sicherheit bringen würde. Wenn alle gesünder und freundlicher mit anderen Menschen und der Natur zusammenleben könnten.

Janette: Glaubst du, das ist möglich?

Christian: Ich glaube nicht nur daran, ich bin sogar fest davon überzeugt.

Janette: Werden wir in Zukunft noch genauso wohnen wie heute? Was meinst du?

Christian: Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, dass wir in Zukunft die Natur mehr schonen und sie mehr mit unserem Lebensraum verbinden – in der Stadt und auf dem Land. Dann könnte auch wieder viel mehr echte Wildnis entstehen. Wäre das nicht cool? Richtige Wildnis vor der Haustür?

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