Im Kongobecken wachsen nach Amazonien die zweitgrößten zusammenhängenden Regenwälder der Erde. Sie erstrecken sich von den Küstenländern Kamerun, Gabun, Äquatorial-Guinea und Republik Kongo über die Zentralafrikanische Republik (ZAR), die Demokratische Republik Kongo bis nach Uganda, Ruanda und Tansania.

Berggorilla © Eric Rock

Die Artenvielfalt der Region ist einzigartig: Die Kongo-Regenwälder beheimaten über 400 Säugetierarten, mehr als 1.000 Vogelspezies und wahrscheinlich über 10.000 Pflanzenarten. Im Kongobecken kommen neben den beiden Gorilla-Arten, auch Schimpansen und Bonobos, Waldelefanten und Waldbüffel, Bongoantilopen und Waldgiraffen (Okapis) vor. Viele Arten sind endemisch – das heißt, sie leben weltweit ausschließlich in dieser Region.

Die Wälder des Kongobeckens bilden die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen und tragen als Kohlendioxid-Speicher zur Stabilisierung des globalen Klimas bei. Sie umfassen sechs der vom WWF ermittelten 238 Ökoregionen, die aufgrund ihrer biologischen Vielfalt besonders schützenswert sind und für deren Erhalt sich der WWF besonders einsetzt – die so genannten Global 200.

Die größten Bedrohungen für die Wälder des Kongobeckens und deren Tier- und Pflanzenwelt sind die: 

  • illegale und nicht nachhaltige Jagd nach Buschfleisch, sowie Krankheiten, wie Ebola 
  • Verlust und Degradierung der natürlichen Habitate durch illegale oder nicht nachhaltige Holzwirtschaft, Ausdehnung landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie Bergbau und Erdölförderung
  • Klimawandel

Viele Wege zum Ziel

Der WWF setzt sich seit Jahrzehnten auf vielfältige Weise für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Regenwälder des Kongobeckens ein – durch:

  • Aufbau und Erweiterung des Schutzgebietsnetzes mit Feldprojekte(n) zur Einrichtung und effizientem Management von Schutzgebieten und zum Artenschutz
  • Nachhaltiges Management der Waldgebiete um die Schutzgebiete, z.B. durch Kontrolle und Unterstützung von Holzkonzessionären bei der Einführung nachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden entsprechend den Standards des FSC (Forest Steward Council)
  • Förderung einer dauerhaften Finanzierung eines ökologisch repräsentativen Schutzgebietsnetzes
  • Politische Lobbyarbeit für deren Schutz und eine Natur schonende nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

So haben sich zum Beispiel auch durch das Engagement des WWF 1999 sechs Staatschefs Zentralafrikas in der 'Yaoundé-Erklärung' zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Regenwälder verpflichtet. Auf der Folgekonferenz 2005 in Brazzaville unterzeichneten zehn Staaten Zentralafrikas einen Vertrag zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Regenwälder. Bereits 1998 hatten die drei Länder Kamerun, ZAR und Kongo auf Initiative des WWF das länderübergreifende Schutzgebiet von Sangha (TNS) eingerichtet, welches 2012 zu einem Weltnaturerbe der UNESCO ausgewiesen wurde.

Schutzgebiete im Kongobecken

Schutzgebiet Parab mit Waldelefanten © WWF / Carlos Drews
Schutzgebiet Parab mit Waldelefanten © WWF / Carlos Drews

Rund zehn Prozent des gesamten Kongo-Beckens (20 Millionen Hektar) stehen inzwischen offiziell unter Schutz, weitere 15 Millionen Hektar sollen in Zusammenarbeit mit vielen Partnern folgen. Gemeinsam mit den Regierungen der Kongobeckenländer konnte z.B. Dzanga-Sangha im Süden der Zentralafrikanischen Republik (ZAR), das Ngiri-Urwaldgebiet oder das Tumba-Ledjima-Gebiet in der DR Kongo geschützt werden.

Bereits seit Mitte der 1990er Jahre unterstützt der WWF Deutschland die Ausweisung und das Management von Schutzgebieten in Kamerun (Lobeke-Nationalpark) und in der Zentralafrikanischen Republik (Dzanga-Sangha), der Heimat von Waldelefanten und Flachlandgorillas und damit wesentliche Teile dieses modellhaften, trinationalen Schutzgebietskomplexes. In Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und Gabun unterstützt der WWF Holzfirmen bei der Einführung nachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden und der FSC-Zertifizierung. Im Jahr 2007 wurden die ersten 3.150 Quadratkilometer zertifiziert. Heute werden rund 5,2 Millionen Hektar nach FSC-Regeln nachhaltig bewirtschaftet, weitere 1 Million Hektar werden bereits schrittweise umgestellt. 

Im gesamten Kongobecken setzt sich der WWF außerdem für den Aufbau eines dauerhaften Systems der Naturschutzfinanzierung ein: Durch Einnahmen aus dem Ökotourismus und anderen Umweltdienstleistungen, Re-Investitionen des Staates von Steuermitteln aus der Holzwirtschaft in den Naturschutz sowie durch den Aufbau von Umweltfonds soll zukünftig ein repräsentatives Schutzgebietsnetz finanziert werden.

So halfen drei erfolgreiche Kampagnen des Krombacher-Regenwald-Projektes 2002 bis 2008 mit, die dauerhafte Finanzierung des Schutzgebietes sicherzustellen. Mit Unterstützung von Krombacher wurde 2003 die Regenwaldstiftung eingerichtet, aus dessen Erträgen der WWF langfristig die Überwachung des über 1.200 Quadratkilometer großen Nationalparks Dzanga-Ndoki in der ZAR sicherstellt und die naturnahe Entwicklung der ganzen Region Dzanga-Sangha vorantreiben kann.

Für das länderübergreifende Sangha-Schutzgebiet wurde 2007 der TNS Umweltfonds eingerichtet, der in Zukunft die langfristige Finanzierung des Schutzgebietsmanagements sicherstellen soll. Angeregt durch die Gründung der Regenwaldstiftung haben sich die deutsche und französische Regierung bereit erklärt, Kapital zur Verfügung zu stellen. So ist der Grundstein für die Bewahrung des Regenwaldes in dieser Region für kommende Generationen gelegt. Zahlreiche weitere Projekte – wie im Ngiri-Schutzgebiet – wurden mit Unterstützung des BMU über die internationalen Klimainitiative (IKI) und der KfW, sowie dem BMZ ins Leben gerufen.

 

 

So können Sie helfen

  • Bonobo Jungtier im Baum © Karine Aigner / WWF USA Kongobecken

    Die Artenvielfalt der Region ist einzigartig: Die Kongo-Regenwälder beheimaten über 400 Säugetierarten, mehr als 1.000 Vogelspezies und wahrscheinlich über 10.000 Pflanzenarten. Weiterlesen ...